Starlink ist ein Internetzugang über Satellit des Raumfahrtunternehmens Space X von Elon Musk.
In der Schweiz ist Starlink vor allem für Kundinnen und Kunden interessant, die an ihrer Adresse keinen Glasfaseranschluss oder Kabelanschluss nutzen können.
Wie funktioniert Starlink?
Starlink ist ein Internet-Provider, der einen Internetzugang über Satellit ermöglicht.
Bisher benötigten Sie eine entsprechende Satellitenschüssel, um via Starlink im Internet surfen zu können. Sowohl die Satellitenschüssel als auch den notwendigen Router verkauft Starlink im Starterset. Anders als andere Satelliten sind diejenigen von Starlink viel näher an der Erde: Es handelt sich um eine nahe Erdumlaufbahn von nur 550 Kilometern.
Bald mit jedem Smartphone?
In Kürze möchte Starlink den «Direct-to-Cell»-Service für SMS, Telefongespräche und Internetverbindungen starten. Bei diesem Service benötigen Kundinnen und Kunden keine Satellitenschüssel und keinen Router mehr, sondern können Starlink direkt mit ihrem Smartphone nutzen. Voraussetzung ist, dass das Smartphone LTE unterstützt.
Der Schweizer Mobilfunk-Netzbetreiber Salt hat angekündigt, dass ihre Kundinnen und Kunden den neuen Service von Starlink nutzen können. Ein konkretes Startdatum ist nicht bekannt. Aussagen von Salt deuten darauf hin, dass der «Direct-to-Cell»-Service in der Schweiz aus regulatorischen Gründen frühestens im Jahr 2027 angeboten werden kann.
Die Informationen in diesem Ratgeber-Artikel beziehen sich nicht auf dieses neue Angebot, sondern ausschliesslich auf den Starlink-Service via Satellitenschüssel.
Was kostet Starlink?
Das normale Abo von Starlink für Privatkundinnen und -kunden kostet in der Schweiz 35, 50 oder 70 Franken im Monat. Die drei Internet-Abos unterscheiden sich bei der maximalen Internet-Geschwindigkeit. Beim langsamsten Abo beträgt diese 100 Mbit/s, beim mittleren Abo 200 Mbit/s und beim schnellsten Abo 400 Mbit/s. Die Abos beinhalten einen Internet-Anschluss ohne Volumenbeschränkung für die Nutzung innerhalb der Schweiz.
Sie können die Satellitenschüssel und den Router für 10 Franken im Monat mieten. Alternativ können Sie die Hardware bei verschiedenen Händlern separat kaufen.
Starlink bietet auch Abos für Reisende, die Starlink zum Beispiel mit einem Wohnmobil nutzen wollen. Ein solches Abo mit unlimitiertem Internet kostet 90 Franken im Monat. Ausserdem bietet Starlink ein Abo mit 100 GB schnellem Internet für 45 Franken im Monat an.
Wo kann ich Starlink nutzen?
Starlink kann in der ganzen Schweiz – und mit bestimmten Abos auch in vielen anderen Ländern – benutzt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass eine klare Sicht zum Himmel besteht. Denn Dächer, Bäume und Äste behindern die Internet-Verbindung.
Wie schnell ist das Internet mit Starlink?
Anders als bei den Internet-Abos von Schweizer Internet-Providern stellt Starlink die Internet-Geschwindigkeit nicht in den Vordergrund. Starlink schreibt im Kleingedruckten, dass Kundinnen und Kunden meistens Download-Geschwindigkeiten zwischen 45 und 280 Mbit/s erwarten können. Im Rahmen von unabhängigen Tests betrug die Geschwindigkeit von Starlink oft nur zwischen 100 und 200 Mbit/s. In überlasteten Gebieten und zu bestimmten Zeiten kann die Geschwindigkeit auch langsamer sein.
Ein Vorteil von Starlink gegenüber anderen Anbietern von Satelliteninternet ist die vergleichsweise kurze Latenzzeit. Eine kurze Latenzzeit ist ein Vorteil bei zeitkritischen Anwendungen wie Videokonferenzen und gewissen Online-Spielen.
Die Latenzzeit ist bei Starlink zwar erheblich länger als bei etablierten Anbietern via Telefonleitung, Glasfaserleitung, Kabel-TV-Netz oder Mobilfunknetz, aber massiv kürzer als bei anderen Satelliteninternet-Anbietern.
Wie lange sind die Mindestvertragsdauer und die Kündigungsfrist?
Starlink hat keine Kündigungsfristen und kann jederzeit gekündigt werden. Nach einer Kündigung steht der Internetzugang noch bis zum Ende der bereits bezahlten Periode zur Verfügung.
Für wen lohnt sich Starlink?
Da Starlink in der ganzen Schweiz verfügbar ist, ist Starlink insbesondere an Orten eine interessante Alternative, an denen die etablierten Anbieter einen schlechten Internetzugang bieten.
In der Schweiz gibt es noch viele Haushalte, die über die Telefonleitung nur langsames Internet (mit zum Beispiel 8 bis 30 Mbit/s) erhalten. Das sind etwa abgelegene Bauernhöfe, abgelegene Häuser, Bergdörfer oder auch Berghütten. Aber selbst in vielen grösseren Gemeinden gibt es oft Haushalte mit langsamen Internet.
Interessant kann Starlink auch für Kundinnen und Kunden sein, die zum Beispiel mit einem Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs sind.
Bei Haushalten, die über Glasfaser erschlossen sind, ist ein Internetzugang via Glasfaserleitung allerdings deutlich schneller als via Starlink.
Was muss ich bei der Installation beachten?
Das Wichtigste: Es muss eine klare Sicht zum Himmel bestehen. Es dürfen keine Hindernisse wie Dächer, Äste und Bäume im Weg sein. Mit der App von Starlink können Sie bereits vor der Bestellung überprüfen, wie gut die Verbindung am Standort voraussichtlich sein wird.
Wenn Sie in einem Einfamilienhaus mit Umschwung wohnen, ist es sicher einfacher, einen geeigneten Platz für die Satellitenschüssel zu finden. Bei Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus dürfte dies schwieriger sein. In vielen Fällen ist es daher sinnvoll, die Satellitenschüssel mit einer Halterung zu fixieren. Starlink bietet Wandhalterungen an. Optimal ist es jedoch, wenn die Starlink-Schüssel auf dem Dach montiert wird.
Nach der Montage muss die Satellitenschüssel lediglich an den Strom angeschlossen werden. Je nach Bauart des Gebäudes sollten Sie noch das mitgelieferte Kabel in die Wohnung legen. Danach richtet sich das Gerät selbst aus. Mit dem Smartphone können Sie über die Starlink-App den Internetzugang einrichten.
Wird das Internet schlechter, wenn es regnet oder schneit?
Der Internetzugang soll auch funktionieren, wenn es stark bewölkt ist, stark regnet oder schneit. Bei extremem Regen, heftigem Schneefall oder Hagel kann es Unterbrüche des Internetzugangs geben. Die Satellitenschüssel hat eine eingebaute Heizung.
Benötige ich eine Bewilligung vom Vermieter und von der Gemeinde?
Wenn Sie die Satellitenschüssel montieren wollen, benötigen Sie dafür in der Schweiz das Einverständnis des Vermieters. Zwar dürften Sie auf dem Balkon eine Satellitenschüssel montieren, aber nur wenn diese von aussen nicht sichtbar und nicht fest montiert ist. Das dürfte bei Starlink nicht der Fall sein.
Je nach Wohnort benötigen Sie zudem eine Bewilligung der Gemeinde. Insbesondere in schützenswerten Ortskernen kann das Aufstellen von Satellitenschüssel verboten sein. Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeindeverwaltung, bevor Sie Starlink bestellen.
Ist Starlink besser als ein normales Internet-Abo eines Schweizer Providers?
Insbesondere wenn an der Adresse nur ein langsames Internet via Telefonleitung möglich ist, ist ein Starlink-Abo eine interessante Alternative. Die monatlichen Gebühren von 45 bis 80 Franken sind vergleichbar mit anderen Anbietern, allerdings ist die Geschwindigkeit via Starlink höher.
Wenn Sie Internet via Glasfaser erhalten können, dürfte ein Internet-Abo bei einem Schweizer Provider die günstigere Wahl sein. Zudem ist die Geschwindigkeit höher.
Wie schneidet Starlink im Vergleich zu anderen Satelliteninternet-Anbietern ab?
Es gibt bereits seit vielen Jahren verschiedene Satelliteninternet-Anbieter in der Schweiz. Auch Swisscom versorgt im Rahmen der Grundversorgung sehr abgelegene Häuser via Satellit. Oft ist der Internetzugang jedoch langsam und das enthaltene Datenvolumen ist begrenzt.
Was ist der Vorteil von Starlink?
Der wichtigste Vorteil ist, dass Starlink in der ganzen Schweiz verfügbar ist. Die Kundinnen und Kunden erhalten dabei unlimitiertes Internet mit bis zu 400 Mbit/s. Damit ist Starlink eine interessante Alternative zur Grundversorgung der Swisscom an Orten mit einem schlechten Internetzugang.
Welches sind die Nachteile von Starlink?
Insbesondere aus ökologischen Gründen steht Starlink wegen Weltraumschrott in der Kritik. Bereits sind mehrere tausend Starlink-Satelliten im All. Die einzelnen Satelliten haben eine Lebenszeit von nur rund fünf Jahren. Ein anderes Thema ist die Lichtverschmutzung durch die Starlink-Satelliten. Die Satelliten werden von der Sonne angestrahlt und spiegeln dann das Licht zur Erde. Dadurch wird der Nachthimmel aufgehellt, was beispielsweise Astronomen den Blick ins All erschwert – selbst mit Teleskopen.
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