Netflix, Spotify & Co: So streamt die Schweiz

Der unabhängige Internet-Vergleichsdienst moneyland.ch hat die Nutzung von Streaming-Diensten in der Schweiz im Rahmen einer repräsentativen Umfrage untersucht.

Der unabhängige Internet-Vergleichsdienst moneyland.ch hat mit dem Marktforschungsinstitut GfK Switzerland eine repräsentative Umfrage bei 1517 Personen in der West- und Deutschschweiz zu den Musik- und Video-Streaming-Diensten durchgeführt. Ergebnis: Zwischen den verschiedenen Anbietern und Zielgruppen gibt es grosse Nutzungsunterschiede. Netflix dominiert den Schweizer Markt im Bereich Video Streaming, Spotify im Bereich Musik-Streaming.

YouTube-Nutzung im Vergleich

Technisch gesehen handelt es sich auch bei YouTube um einen Streaming-Dienst. Allerdings wird YouTube im Schweizer Alltag häufig nicht zu den Streaming-Diensten gezählt. YouTube wird in der Schweiz im Vergleich zu den anderen Streaming-Diensten mit Abstand am meisten genutzt, nämlich von 62 Prozent der Befragten. Besonders beliebt ist YouTube bei den Jungen: 84 Prozent der 19- bis 25-jährigen Befragten nutzen YouTube – bei den über 50-Jährigen ist es nur noch jeder zweite Befragte.

Musik- und Videostreaming-Dienste: Unterschiedliche Nutzung

Video-Streaming-Dienste werden in der Schweiz fleissig genutzt, Musik-Streaming-Dienste sind hingegen deutlich weniger populär. 64 Prozent der Befragten nutzen gar keine Musik-Streaming-Dienste. 29 Prozent nutzen gar keine Video-Streaming-Dienste (auch nicht YouTube), 53 Prozent nutzen keine Video-Streaming-Dienste (mit der möglichen Ausnahme von YouTube). Männer streamen etwas häufig als Frauen – allerdings sind die Differenzen nicht markant. Auch gibt es im Streaming keinen eigentlichen Röstigraben: West- und Deutschschweizer legen ein ähnliches Streaming-Verhalten an den Tag – abgesehen von der Nutzung einzelner Streaming-Dienste wie Deezer.

Grosse Unterschiede gibt es je nach Altersgruppe: Junge streamen deutlich häufiger als ältere Personen. Bei der Altersgruppe zwischen 50 und 74 Jahren sind es 41 Prozent, die gar keine Video-Streaming-Dienste nutzen (auch nicht YouTube), bei der Altersgruppe zwischen 26 und 49 Jahren sind es nur 21 Prozent, bei der jüngsten Altersgruppe zwischen 19 und 25 Jahren sogar nur 9 Prozent.

Auch beim Musik-Streaming zeigen sich die Altersunterschiede deutlich: 74 Prozent der Altersgruppe zwischen 50 und 74 Jahren nutzen keine Musik-Streaming-Dienste, bei der Altersgruppe zwischen 26 und 49 Jahren sind es 58 Prozent, bei der jüngsten Altersgruppe zwischen 19 und 25 Jahren nur 45 Prozent.

Kostenpflichtige Streaming-Nutzung im Vergleich

Rund 13 Prozent aller Befragten nutzen Netflix kostenpflichtig. Damit ist Netflix mit Abstand der meist genutzte Service, für den Schweizerinnen und Schweizer zahlen. Weit abgeschlagen folgen Swisscom (Video-on-Demand) und Spotify mit je 8 Prozent, Apple Music mit 6 Prozent sowie AppleVideo (iTunes) mit 5 Prozent. Die Unterschiede je nach Altersgruppe sind markant: Bei den Jungen zwischen 19 und 25 Jahren zahlen 25 Prozent für Netflix, gefolgt von 15 Prozent für Spotify und 14 Prozent für Swisscom (Video-on-Demand).

Nutzung der Video-Streaming-Dienste im Vergleich

Netflix wird im Bereich Video-Streaming (nach YouTube) am meisten genutzt, nämlich von 21 Prozent der Befragten. Danach folgte der Video-on-Demand-Dienst von Swisscom (15 Prozent), Videos und Serien via Apple iTunes (13 Prozent), Video-Streaming via Google Play (12 Prozent) und der Video-on Demand-Service von UPC (7 Prozent). Knapp über 4 Prozent der Befragten nutzen Teleclub Play, die Streaming-Flatrate für Swisscom-TV-Kunden. Viele andere Streaming-Dienste werden hingegen kaum benutzt. So nutzen weniger als 4 Prozent der Befragten Amazon, Sunrise, Sky Sports, Netzkino, DAZN, Hollystar, Sky Show und Watchbox.

Dass Video-Streaming-Dienste bei jüngeren Kunden beliebter sind, ist prinzipiell keine Überraschung, allerdings erstaunt das Ausmass: 45 Prozent der Befragten zwischen 19 und 25 Jahren nutzen Netflix, während es bei den über 50-Jährigen gerade einmal 9 Prozent sind. «Bei den jungen Erwachsenen nutzt also fast jede zweite Person Netflix. Das ist ein sehr hoher Wert und unterstreicht die Dominanz von Netflix in der Schweiz», so Telekom-Experte Ralf Beyeler.

Nutzung der Musik-Streaming-Dienste im Vergleich

Bei den Musik-Streaming-Diensten wird Spotify am meisten genutzt, nämlich von rund 20 Prozent der Befragten. Danach folgt Apple Music mit 12 Prozent, Google Play Music mit 11 Prozent und SoundCloud mit 6 Prozent. Abgeschlagen sind die weiteren Musik-Streaming-Dienste: Deezer kommt auf knapp 4 Prozent, Amazon, Napster, Qobuz und Tidal jeweils auf weniger als 3 Prozent. Bei Deezer zeigt sich interessanterweise ein deutlicher Unterschied zwischen der Deutsch- und Westschweiz: 10 Prozent nutzen Deezer in der Romandie, nur 2 Prozent in der Deutschschweiz.

Aussagekräftig sind auch die Unterschiede je nach Altersgruppe: Während nur 3 Prozent der Altersgruppe zwischen 50 und 74 Jahren SoundCloud nutzen, sind es bei den 26- bis 49-Jährigen 8 Prozent und bei den 19- bis 25-Jährigen sogar 14 Prozent. Auch bei Spotify gibt es markante Unterschiede: Während 11 Prozent der 50- bis 74-Jährigen und 25 Prozent der 26- bis 49-Jährigen Spotify nutzen, sind es bei den 19- bis 25-Jährigen sage und schreibe 41 Prozent. Dies ist insofern überraschend, als der Nutzeranteil den Jungen bei den wichtigsten Mitbewerbern Google Play Music (13 Prozent) und Apple Music (12 Prozent) nur leicht höher ist als in der Gesamtbevölkerung.

Rund jeder Fünfte nutzt Netflix

Rund jeder Fünfte nutzt Netflix in der Schweiz, davon zahlen rund 65 Prozent für die Nutzung. Damit ist Netflix der mit Abstand am häufigsten genutzte kostenpflichtige Streaming-Dienst. Interessant ist auch die Art der Nutzung: Rund 35 Prozent der Netflix-Nutzer haben angegeben, dass sie Netflix kostenlos nutzen. 23 Prozent der Netflix-Nutzer nutzen Netflix via Login von Freunden oder Kollegen. «Fast ein Viertel nutzen Netflix über Freunde und Kollegen – das ist eine erstaunlich hohe Zahl», meint Ralf Beyeler von moneyland.ch.

Nutzungsunterschiede je nach Region

Auch der Blick auf die Unterschiede zwischen Stadt und Land bringt Interessantes zu Tage: YouTube ist auf dem Land (63 Prozent) sogar noch etwas beliebter als in der Stadt (61 Prozent). Bei Netflix ist es gerade umgekehrt. In den Städten nutzen 22 Prozent der Befragten Netflix, auf dem Land nur 18 Prozent.

In der Deutschschweiz und in der Westschweiz ist der Anteil YouTube-Nutzer praktisch gleich hoch. Etwas höher ist der Anteil der Netflix-Nutzer in der Deutschschweiz (21 Prozent) als in der Westschweiz (20 Prozent). Auffällig: Video on Demand von Swisscom ist in der Westschweiz deutlich beliebter (19 Prozent) als in der Deutschschweiz (14 Prozent).

Weitere Informationen:
Musik-Streaming im neutralen Vergleich
Video-Streaming im neutralen Vergleich

Über moneyland.ch

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