Sowohl mit Termingeldkonten als auch mit Kassenobligationen zahlt Ihnen eine Bank einen festen Zins auf Ihr Geld. Dieser Ratgeber von moneyland.ch erklärt die wichtigsten Unterschiede und beantwortet Ihnen die wichtigsten Fragen.
Was ist ein Termingeldkonto?
Ein Termingeldkonto ist eine Art Bankkonto. Das Geld, das Sie auf ein Termingeldkonto einzahlen, wird für einen festgelegten Zeitraum gesperrt. Als Gegenleistung für die eingeschränkte Verfügbarkeit Ihres Geldes erhalten Sie in der Regel höhere Zinsen als auf einem Sparkonto derselben Bank. Darüber hinaus bleibt der Zinssatz eines Termingeldkontos während der gesamten Laufzeit unverändert. Jede Bank legt für Anlagen auf Termingeldkonten ihre eigenen Mindestbeträge fest.
Tagesgeldkonto
In Deutschland sind Tagesgeldkonten beliebt. Diese werden manchmal mit Termingeld- und Festgeldkonten verwechselt, obwohl es sich um unterschiedliche Produkte handelt.
Die Tagesgeldkonten in Deutschland werden wie ein Sparkonto verzinst, bieten aber den Vorteil, jederzeit das gesamte Guthaben beziehen zu können.
Was ist eine Kassenobligation?
Eine Kassenobligation ist eine Art Anleihe. Im Gegensatz zu einem Termingeldkonto handelt es sich bei einer Kassenobligation nicht um ein Bankkonto, sondern um eine Wertschrift. Wenn Sie eine Kassenobligation kaufen, leihen Sie der Bank für einen im Voraus festgelegten Zeitraum einen festgelegten Geldbetrag. Die Bank zahlt Ihnen für den Betrag einen für die ganze Laufzeit festgelegten Zinssatz, der in der Regel höher ist als auf einem Sparkonto bei derselben Bank. Kassenobligationen werden in der Regel in Stückelungen von 1000 Franken ausgegeben. Jede Bank hat ihre eigenen Mindesteinlagen für Kassenobligationen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Termingeldkonto und einer Kassenobligation?
Für Sie als Kundin oder Kunde ist der Unterschied zwischen Termingeldkonten und Kassenobligationen gering. In beiden Fällen ist Ihr festgelegter Geldbetrag für die Dauer der vereinbarten Laufzeit gesperrt und wird zu einem festgelegten Jahreszinssatz verzinst.
Beide Produkte werden in der Regel nur in Verbindung mit einem Privatkonto oder einem Sparkonto derselben Bank angeboten. Beide Produkte sind mit Laufzeiten von bis zu 10 Jahren erhältlich. Je nach Bank können sowohl Kassenobligationen als auch Termingeldkonten neben Schweizer Franken auch in anderen Währungen, beispielsweise in Euro, angeboten werden. Es gibt auch Kassenobligationen und Termingeldkonten für Unternehmen.
Aufgrund dieser Ähnlichkeiten werden beide Produkte zusammen im interaktiven Vergleich für Kassenobligationen und Termingeldkonten auf moneyland.ch aufgeführt. Allerdings haben diese beiden sehr ähnlichen Produkte einige Vor- und Nachteile, die in manchen Fällen eine Rolle spielen können.
Was sind die Vorteile von Termingeldkonten?
- Kein Wertschriftendepot erforderlich: Im Gegensatz zu Kassenobligationen, die als Wertschriften in einem Depot verwahrt werden müssen, ist für ein Termingeldkonto kein Wertschriftendepot erforderlich. Dies kann von Vorteil sein, wenn die betreffende Bank für die Verwahrung von Kassenobligationen Depotgebühren verrechnet. Bei einem Termingeldkonto fallen keine Depotgebühren an.
- Kürzere Laufzeiten: Es gibt Termingeldkonten mit Laufzeiten von weniger als einem Jahr, beispielsweise sechs oder neun Monate. Kassenobligationen werden hingegen nicht mit Laufzeiten von weniger als einem Jahr angeboten.
- Mögliche Abhebungen: Einige wenige Banken ermöglichen es Ihnen, einen Teil des Geldes von Ihrem Termingeldkonto zu beziehen, wobei in der Regel jedoch Strafgebühren anfallen.
Was sind die Nachteile von Termingeldkonten?
- Mögliche Kontogebühren: Einige Banken erheben für Termingeldkonten eine laufende Grundgebühr. Diese Kontogebühren schmälern Ihre Rendite.
- Geringe Angebot: Im Gegensatz zu Kassenobligationen werden Termingeldkonten nur von wenigen Banken angeboten. Das geringe Angebot führt häufig dazu, dass die Zinsen von Termingeldkonten niedriger sind als jene der besten Kassenobligationen. Hinzu kommt die oft hohe Mindesteinlage.
Was sind die Vorteile von Kassenobligationen?
- Grosses Angebot: Die meisten Schweizer Banken bieten Kassenobligationen an. Im Gegensatz zu Termingeldkonten können Sie bei vielen Banken Kassenobligationen abschliessen.
- Niedrige Mindesteinlagen: Es gibt Schweizer Banken, die Kassenobligationen mit einer Mindesteinlage von nur 1000 Franken anbieten.
Was sind die Nachteile von Kassenobligationen?
- Wertschriftendepot ist erforderlich: Viele Banken verzichten bei ihren eigenen Kassenobligationen auf Depotgebühren. Diejenigen, die dies nicht tun, erheben in der Regel Depotgebühren zwischen 0.05 und 0.20 Prozent. Diese Gebühren schmälern Ihre Rendite.
- Keine Abhebungen: Sie müssen Kassenobligationen bis zum Ablauf der Laufzeit vollständig halten. Es gibt Banken, bei denen Sie die gesamte Kassenobligation vorzeitig kündigen können, dafür fallen jedoch hohe Strafgebühren an.
- Lange Laufzeiten: Die Mindestlaufzeit für Kassenobligationen in der Schweiz beträgt ein Jahr.
Termingeldkonten und Festgeldkonten
In der Schweiz werden als Festgeldkonten spezielle Termingeldkonten mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr bezeichnet. Diese Konten sind in erster Linie für Unternehmen gedacht, einige wenige sind jedoch auch für Privatpersonen verfügbar. In der Regel sind die Mindesteinlagen für diese Konten sehr hoch (zum Beispiel 25’000 oder 100’000 Franken). Wie andere Termingeldkonten haben auch Festgeldkonten einen festen Jahreszinssatz, der für die gesamte Laufzeit gilt.
Gibt es einen Unterschied zwischen der Einlagensicherung für Termingeldkonten und für Kassenobligationen bei Schweizer Banken?
Nein. Sowohl Termingeldkonten als auch Kassenobligationen sind wie Privat- und Sparkonten durch die Einlagensicherung der Banken gedeckt. Pro Kundenbeziehung und Bank sind 100’000 Franken geschützt.
Kann ich mein Geld vor Ablauf der festen Laufzeit abheben?
Die meisten Banken lassen keine Teilbezüge von Guthaben auf Termingeldkonten zu, und bei Kassenobligationen sind Teilabhebungen grundsätzlich nicht möglich. Auch ein vollständiger Bezug Ihres Geldes ohne Schliessung Ihres Kontos ist in der Regel nicht möglich. Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Regel.
Einige Banken ermöglichen es Ihnen, ein Termingeldkonto vor Ablauf der festen Laufzeit zu saldieren oder Kassenobligationen zu kündigen, verlangen dafür jedoch hohe Strafgebühren.
Eine vorzeitige Kündigung eines Termingeldkontos oder einer Kassenobligation ist nur dann sinnvoll, wenn Sie – unter Berücksichtigung der entgangenen Zinsen und der Strafgebühren – anderswo höhere Renditen erzielen könnten.
Wann sind Termingeldkonten und Kassenobligationen sinnvoll?
Sowohl Termingeldkonten als auch Kassenobligationen können zur Stabilisierung Ihres Anlageportfolios eingesetzt werden. Da sie sowohl eine festgelegte Laufzeit als auch einen festgelegten Zinssatz haben, können Sie die genaue Rendite Ihrer Anlage leicht berechnen. Bei anderen Zinsprodukten wie Sparkonten ist dies nicht der Fall.
Sie sollten sich jedoch immer bewusst sein, dass Ihr investiertes Kapital für die Dauer der Anlage gebunden ist. Eine vorzeitige Kündigung Ihrer Anlage – beispielsweise, um von höheren Zinsen bei einer anderen Bank zu profitieren – ist entweder nicht oder nur gegen Zahlung hoher Strafgebühren möglich. Termingeldkonten und Kassenobligationen eignen sich daher in der Regel nur für Geld, das Sie bis zum Ende der festen Laufzeit sicher nicht benötigen.
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