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Krankenkassen: Zahnbehandlungen bei Kindern

Was zahlen Schweizer Krankenkassen und Zusatzversicherungen an die Kosten von Zahnstellungskorrekturen bei Kindern und Jugendlichen? Die wichtigsten Informationen in der praktischen Übersicht.

Schweizer Kinder und Jugendliche müssen erstaunlich häufig Zahnfehlstellungen korrigieren. Experten gehen davon aus, dass jedes zweite bis dritte Kind in der Schweiz Zahnstellungskorrekturen nötig hat.

Eine Zahnstellungs-Korrektur ist in aller Regel eine teure Angelegenheit. Die Behandlung von schweren Zahn- und Kiefer-Fehlstellungen kann gut und gerne 15'000 Franken verschlingen. Weniger gravierende Fehlstellungen kosten immerhin noch rund 4'000 bis 5’000 Franken während einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren.

Zahnbehandlungen und Zahnstellungskorrekturen: was zahlt die Grundversicherung?

  • Die Krankenkassen-Grundversicherung beschränkt sich auf zahnärztliche Behandlungen in Folge von schweren, «nicht vermeidbaren» Erkrankungen des Kausystems oder «schweren Allgemeinerkrankungen» (wie zum Beispiel Leukämie oder Akromegalie).
     
  • Zahnstellungs-Korrekturen mit Spangen oder Brackets sind leider üblicherweise nicht gedeckt.
     
  • Zahn-Ziehen, Löcher-Flicken und dentalhygienische Behandlungen werden im Normalfall ebenfalls nicht durch die Grundversicherung entschädigt.

Zahnbehandlungen und Zahnstellungskorrekturen: was zahlt die Zusatzversicherung?

  • Achtung: Viele Krankenkassen beteiligen sich nur dann an den Kosten einer Zahnstellungskorrektur, wenn diese erst nach Versicherungsabschluss diagnostiziert wird. Einige Krankenkassen verlangen zudem eine Karenzfrist (Wartefrist) von 6 Monaten bis zu 3 Jahren.
     
  • Ein frühzeitiger Abschluss einer entsprechenden ambulanten Zusatzversicherung kann sich deshalb lohnen. Empfohlen wird ein Abschluss kurz nach der Geburt. In der Regel ist jedoch auch bis zu einem Alter von 4 bis 5 Jahren ein Versicherungsabschluss noch möglich. Später kann es je nach Zahn- und Kieferentwicklung des Kindes schwierig sein, eine geeignete Zusatzversicherung zu finden.
     
  • Für Zahnkorrekturen für Kinder und Jugendliche kommen in erster Linie ambulante Krankenpflegezusätze auf. Ein Vergleich der Zusatzversicherungen ist nötig, da sich die Leistungen von Kasse zu Kasse markant unterscheiden. Je nach Versicherung werden nur 50 bis 80 Prozent der Zahnbehandlungskosten entschädigt.

  • Im neutralen Vergleichstool für Zusatzversicherungen können Sie das Kriterium «Zahnkorrekturen» anwählen, um sich geeignete Resultate anzeigen zu lassen. Diese können Sie auf der Resultatseite zusätzlich nach Leistungsumfang sortieren.
     
  • Bei manchen Krankenkassen-Zusätzen sind die jährlichen Beiträge beschränkt – bei einigen auf einige tausend Franken pro Jahr. Zahnkorrekturen können allerdings rasch einmal mehr als 5'000 Franken kosten.
     
  • Zu den besten Zusatzversicherungen für Zahnbehandlungen und Zahnstellungskorrekturen bei Kindern gehören die folgenden: Visana Ambulant II & III, Innova Sanvita, Sanitas Family, Helsana Top & Helsana Completa, Concordia Diversa Plus.
     
  • Die Prämienkosten bewegen sich zwischen 10 und 20 Franken pro Monat und Kind.
     
  • Bei einigen Krankenkassen ist ein separater Abschluss einer individuellen Zahn-Zusatzversicherung nötig. Diese ist oft teurer als die allgemeinen Paketlösungen.
     
  • Je nach Krankenpflegezusatz variiert das Maximalalter für versicherte Personen zwischen 18 und 30 Jahren.
     
  • Der behandelnde Zahnarzt sollte wenn möglich nach dem verbreiteten Suva-Taxpunkt-Wert verrechnen, da einige Kassen nur einen Taxpunkt-Wert von 3.10 Franken übernehmen. Ansonsten müssten Sie als versicherte Familie den Preisunterschied selber zahlen. Oder aber Sie wählen eine Zusatzversicherung, die auch einen höheren Taxpunkt-Wert vergütet.

Weitere Tipps rund um Zahnbehandlungen Ihres Kindes:

  • Besonders schwere Korrekturen und Behandlungen übernimmt unter Umständen auch die Invalidenversicherung (IV).
     
  • Abhängig von der finanziellen Situation Ihrer Familie und der Gemeinde übernimmt unter Umständen auch die Schulzahn-Medizin einen Teil der Behandlungskosten. Nachfragen kann nicht schaden.

Ihre Moneyland-Redaktion

Weiterführende Informationen:
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Stationäre Zusatzversicherungen

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