Antizyklisch

Als antizyklische Anlagestrategie bezeichnet man das Verhalten oder die Absicht von Anlegern, entgegengesetzt zum vorherrschenden Trend an den Märkten zu investieren. Ein Investor, der antizyklisch handelt, kauft seine Wertpapiere typischerweise bei fallenden Kursen und verkauft sie bei steigenden Kursen.

Getreu dem Motto «buy on bad news, sell on good news» hebt sich der antizyklische Investor in seinem Anlageverhalten von der breiten Masse ab. Solche Anleger werden deshalb auch Contrarians genannt.

Ziel der Strategie ist es auch von Contrarians, Wertpapiere zum niedrigsten Preis zu erwerben, um sie dann zum höchstmöglichen Kurs und mit grösstem Gewinn wieder abzustossen. Die antizyklische Aktienstrategie gilt im Allgemeinen als risikoreiches «Spiel mit dem Feuer», kann sich aber im günstigen Fall umso mehr lohnen.

Forschungen im Fachgebiet der Behavioral Finance zeigen, dass sich durchschnittliche Anleger nicht rational verhalten, sondern von Emotionen leiten lassen. Der Kurs einer Aktie entspricht deshalb oft nicht ihrem tatsächlichen Wert, sondern ist die Bilanz aus Panikverkäufen oder euphorischen Käufen, die meist eine bestimmte Stimmung widerspiegeln.

Der Contrarian nutzt gerade diesen Herdentrieb der Anleger und investiert deshalb gegensätzlich. Wenn eine Branche einer bestimmten Aktie in der Krise steckt und alle Investoren panikartig ihre Wertpapiere abstossen, wittert ein Contarian seine Chance und kauft gegebenenfalls genau diese Aktien zum Tiefstpreis. Wendet sich der Trend, und kaufen die Anleger wieder zu, geht die Rechnung des Contrarians auf: bei steigenden Kursen verkauft der antizyklische Anleger seine Aktien wieder erzielt damit satte Gewinne.

Der Begriff antizyklisch kann sich ausserdem auf Wertschriften wie Aktien selbst beziehen. Viele Wertpapiere und ihr gehandelter Wert sind von diversen Faktoren auf dem Weltmarkt abhängig. So können die Konjunktur, ökonomische oder unternehmensbezogene Abhängigkeiten sowie viele weitere Einflüsse unmittelbar auf den Kurswert einer Aktie einwirken.

Eine Aktie, die in Korrelation zur gegenwärtigen Konjunkturlage oder bestimmten Märkten steht, wird als zyklische Aktie bezeichnet. Antizyklische Aktien hingegen sind Wertpapiere von Unternehmen, deren Kurs nicht in Korrelation mit der jeweiligen Wirtschaftslage stehen.

Dazu gehören auch Aktien, deren Kurs verhältnismässig stabil bleibt, so zum Beispiel im Bereich der Konsumgüterindustrie oder Telekommunikationsbranche. Ihr Kurswert bleibt stabil, weil die Nachfrage nach den entsprechenden Produkten unabhängig von der Konjunkturlage relativ konstant bleibt.

Weitere Informationen:
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