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Welche Börsengebühren fallen im Schweizer Börsenhandel an? Erfahren Sie jetzt im folgenden Ratgeber, welche zusätzlichen Börsenkosten im Schweizer Trading verrechnet werden.

Für Schweizer Anleger fallen beim Handeln von Wertschriften eine Vielzahl von Kosten an: Neben Depotgebühren, Wechselkurskosten, Transaktionsgebühren (Courtagen), staatlichen Umsatzabgaben (Stempelgebühren) können auch noch Börsengebühren in Rechnung gestellt werden.

Intransparenz weit verbreitet

Zur Höhe der Börsengebühren finden Sie in aller Regel keine Informationen auf den Webseiten der Schweizer Broker und Banken. Dies im Gegensatz etwa zu den Courtagen, die grösstenteils öffentlich publiziert werden. Einerseits mag das mit der Komplexität der Börsengebühren zusammenhängen: Diese können je nach Börsenplatz, Wertschriftentyp und Volumen unterschiedlich hoch sein und überdies jederzeit ändern.

Andererseits wäre es für Schweizer Banken verhältnismässig einfach, die Börsengebühren mit einer Pauschalgebühr pro Börsenplatz abzudecken oder diese direkt in die Courtagen einzupreisen.

In der Realität sieht es allerdings so aus, dass viele Schweizer Banken (wie zum Beispiel Raiffeisen) die Börsengebühren nicht einmal auf Anfrage bekannt geben. Dies ist auch der Grund, weshalb die Börsengebühren nicht im Trading-Vergleich von moneyland.ch mit einberechnet werden können. Auf den Info-Seiten der einzelnen Banken im Vergleich ist jedoch angegeben, ob die Börsengebühren noch zusätzlich verrechnet werden.

Börsengebühren: weiterbelastet oder nicht?

Die Gebühren der Börsen können je nach Börse erheblich variieren. Ausserdem kann es sein, dass die Börse je nach Bank unterschiedlich hohe Gebühren in Rechnung stellt. So können Banken und Broker mit einem grösseren Handelsvolumen von der entsprechenden Börse einen Preisnachlass erhalten. Last but not least unterscheiden sich Broker und Banken bezüglich der Weiterbelastung der Börsengebühren.

Die meisten Schweizer Banken und Broker verrechnen die Börsengebühren zusätzlich zu den Transaktionsgebühren (Courtagen). Die Migros Bank, die PostFinance, die Bank Coop und die Basler Kantonalbank (EasyTrading) etwa geben an, dass die Börsengebühren vollständig weiterbelastet werden. Bei anderen Banken wie etwa der UBS kann es sein, dass die Börsengebühren im Rahmen eines Pauschalmodells vereinfacht weiterverrechnet werden.

Broker ohne zusätzliche Börsengebühren

Bei einzelnen Schweizer Online-Brokern sind die Börsengebühren in den Courtagen bereits enthalten – der Anleger muss also keine zusätzlichen Gebühren mehr bezahlen. Bei den Online-Brokern Saxo Bank, Strateo und Cornèrtrader etwa werden gar keine weiteren Börsenkosten verrechnet.

Beim Online-Broker der Banque Cantonale Vaudoise (TradeDirect) werden nur bei der Schweizer Börse SIX, nicht aber etwa bei europäischen und amerikanischen Börsenplätzen zusätzliche Gebühren verrechnet. Ähnlich verfährt die Aargauische Kantonalbank (5trade), bei der im Fall der Schweizer Börsen SIX und der Berner Börse die Kosten weiterverrechnet werden, nicht aber bei europäischen und amerikanischen Börsen. Bei der Credit Suisse ist es gerade umgekehrt: Im Unterschied zu anderen Börsenplätzen werden bei der SIX keine weiteren Börsengebühren erhoben.

Schweizer Börsen im Vergleich

Die Schweizer Hauptbörse SIX verlangt von den teilnehmenden Banken und Online-Broker verschiedene Gebühren, darunter Teilnahme-, Aufnahme- und wiederkehrende Jahresgebühren. Relevant für Anleger sind vor allem die Transaktions- und «Ad-Valorem»-Gebühren, die unter anderem vom Wertschriften-Typ, vom Volumen und von der Anzahl der Transaktionen abhängig sind.

Als Beispiel für die Gebührenstruktur können die Kosten dienen, welche die VZ Depotbank im Fall der SIX weiterbelastet: Es gibt eine Meldegebühr von 20 Rappen plus eine Börsen-Transaktionsgebühr von 1 Franken pro Trade plus einer Ad-Valorem-Gebühr von 0.004% (mindestens 50 Rappen, maximal 55 Franken). Beim Kauf einer Aktie im Gegenwert von 50'000 Franken belaufen sich die SIX-Gebühren auf 3.20 Franken.

Etwas einfacher als bei der SIX ist die Gebührenstruktur bei der Berner Börse (BX). Diese verlangt von den teilnehmenden Banken neben den Gebühren für die Handelsberechtigung eine Umsatzgebühr von 0.01% sowie eine Börsen-Transaktionsgebühr («Ticketfee») von 10 Franken beziehungsweise 5 Franken (für ein «Zweit-Listing-Segment») pro Transaktion.

Im Fall einer Transaktion via SIX fallen bei der Credit Suisse keine zusätzlichen Gebühren an. Gebühren von Transaktionen via Berner Börse werden bei TradeDirect nicht zusätzlich verrechnet. Bei Saxo Bank, Strateo und Cornèrtrader sind die Gebühren beider Schweizer Börsen in den Courtagen enthalten.

Die UBS verrechnet sowohl für die SIX als auch die Berner Börse pauschal 0.01% weiter, TradeDirect im Fall der SIX 0.006% (mindestens 2 Franken, höchstens 65 Franken).

Europäische Börsen

Die Mehrheit der Schweizer Banken verrechnen die europäischen Börsengebühren weiter. Bei einigen wenigen Schweizer Banken sind die Börsengebühren aber in den Courtagen bereits enthalten, dazu gehören Strateo, Saxo Bank, Cornèrtrader, TradeDirect (BCV) und 5trade (AKB). Die UBS belastet für Transaktionen an europäischen Börsen eine Pauschalgebühr zwischen 0.01% und 0.7% je nach Börsenplatz weiter.

Als Beispiel für die Gebührenstruktur können die Kosten dienen, welche die VZ Depotbank im Fall der XETRA weiterbelastet. Erstens gibt es eine Trading-Gebühr von 0.0048% (mindestens 0.6 Euro, maximal 18 Euro), zweitens eine «Handling Fee» von 0.43 Euro pro Trade und drittens eine «Clearing Fee» in der Höhe von 0.0015% (mindestens 0.4 Euro, maximal 5.70 Euro). Bei einem Aktienkauf im Gegenwert von 50'000 Euro belaufen sich die Gebühren also auf 3.98 Euro.

Amerikanische Börsen

Die meisten Schweizer Banken verrechnen die Gebühren von amerikanischen Börsen weiter. Bei einigen wenigen Schweizer Banken sind die Börsengebühren aber in den Courtagen bereits enthalten, dazu gehören Saxo Bank, Strateo, Cornèrtrader, TradeDirect (BCV) und 5trade (AKB). Die UBS berechnet für Transaktionen an amerikanischen Börsen eine Pauschalgebühr von 0.002%.

Als Beispiel für die Gebührenstruktur von amerikanischen Börsen können die Kosten dienen, welche die VZ Depotbank im Fall der NASDAQ/AMEX/NYSE weiterbelastet. Es fällt eine so genannte «SEC Fee» in der Höhe von 0.00218% (mindestens 0.01 Dollar) an, die allerdings nur bei Verkäufen, nicht bei Käufen von Wertschriften belastet wird. Für einen Verkauf einer Aktie im Gegenwert von 50'000 US-Dollar werden also 1.09 US-Dollar verrechnet.

Echtzeitdaten

Wenn Sie Echtzeitdaten der Börsen beziehen möchten, können weitere Gebühren anfallen. Cornèrtrader beispielsweise verlangt für die freiwilligen Echtzeitdaten von der Schweizer Börse SIX pauschal 6 Franken pro Monat, für amerikanische Börsen 1 Dollar pro Monat. Bei Swissquote gibt es einen Echtzeitzuschlag von 85 Rappen für alle Transaktionen.

Fazit

Im Verhältnis zu den anderen Transaktionsgebühren wie den Courtagen und den staatlichen Stempelgebühren fallen die Börsengebühren bei Standard-Börsen nicht gross ins Gewicht. Gerade bei Transaktionen an exotischen Börsen lohnt es sich aber vorgängig, beim Anbieter bezüglich der genauen Konditionen für das gewünschte Volumen nachzufragen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt einen Online-Broker, der keine zusätzlichen Börsengebühren in Rechnung stellt.

Weitere Informationen:
Broker-Vergleich
Schweizer Depotgebühren
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