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Lebensmittel-Einkauf in der Schweiz: 9 Spartipps

Gute Lebensmittel müssen in der Schweiz nicht teuer sein. Mit diesen einfachen Tipps bekommen Sie Feinkost zum Sparpreis.

Jeder isst gerne gut. Für Feinschmecker waren die Zeiten noch nie so gut wie jetzt. Rund ums Jahr warten Schweizer Lebensmittel- und Delikatessengeschäfte mit Spezialitäten, Getränken und Frischprodukten aus der ganzen Welt auf. Auch Konsumenten regionaler und biologischer Produkte haben die Qual der Wahl.

Dieser Luxus hat seinen Preis. Wer nicht viel Geld zur Verfügung hat, muss entweder auf die Freuden guten Essens verzichten oder mit einem grossen Loch in der Tasche rechnen. Wenn auch Sie ein knappes Lebensmittelbudget haben, dann lesen Sie die folgenden 9 Spartipps, bevor Sie sich nur noch von Suppe und Brot ernähren oder Ihre Wochenenden mit Einkaufstouren in benachbarten Ländern verbringen.

1. Nach Rabattklebern Ausschau halten

Dank Rabattklebern lässt sich beim Lebensmitteleinkauf in der Schweiz einfach und konsequent Geld sparen. Alle grossen Detailhändler wie Migros, Coop, Denner, Aldi Suisse und Lidl senken die Preise von vielen Lebensmitteln kurz vor ihrem Verfallsdatum. Die Rabatte sind auf den Produkten deutlich gekennzeichnet (normalerweise mit einem roten oder orangefarbenen Aufkleber) und bewegen sich häufig 25% bis 50% unter dem Verkaufspreis. Damit kosten etliche Qualitätslebensmittel gleich viel oder sogar weniger als in den benachbarten Ländern.

Wenn Sie nach Rabattklebern einkaufen, müssen Sie flexibel sein. Bevor Sie auf Einkaufstour gehen, wissen Sie leider in der Regel nicht, welche Artikel herabgesetzt sind. In der Regel sind die Abendstunden und Wochenenden die beste Zeit, um auf Schnäppchenjagd zu gehen. Unverderbliche Waren wie Spielsachen, Unterhaltungselektronik, Küchengeräte und Geschirr kaufen Sie am besten nach wichtigen Feiertagen (zum Beispiel nach der Weihnachtszeit).

2. Bei Treueprogrammen mitmachen

Mehrere der grossen Schweizer Lebensmittelhändler setzen auf Kundentreueprogramme, von denen das Cumulus-Programm (Migros, Migrolino, Leshop.ch) und das Supercard-Programm (Coop, Coop Pronto, Coop City) am weitesten verbreitet sind. Während man Rabattkleber auf Lebensmitteln mit einigem Aufwand suchen muss, gibt es an jeder Ecke Gelegenheiten zum Punktesammeln. Die Punkte können gegen Gutscheine eingetauscht und in teilnehmenden Geschäften eingelöst werden. Mit Treuepunkten und Rabatten sparen Sie zwar nicht annähernd so viel Geld wie beim Einkaufen nach Rabattklebern, aber übers Jahr läppern sich die Punkte zusammen. Wenn Sie Ihre Einkäufe beispielsweise mit einer Cumulus-Kreditkarte oder einer Coop Supercard-Kreditkarte bezahlen, können Sie zusätzliche Punkte ergattern.

3. Coupons sammeln

Coupons sammeln ist ein wenig wie Lotto spielen. Manchmal passen die Coupons zu den Lebensmitteln auf Ihrer Einkaufsliste, manchmal nicht. Mit den richtigen Coupons liegen Rabatte von bis zu 50% drin. Ein Blick in Kundenzeitschriften wie die Coop-Zeitung und regionale Zeitungen kann sich lohnen. Wenn Sie Lebensmittel online kaufen, finden Sie auf zahlreichen Rabattseiten oftmals Rabattcoupons für Online-Lebensmittelgeschäfte und Lieferdienste.

4. Auf Bauernhöfen einkaufen

Wo immer Sie in der Schweiz leben, die Chancen stehen gut, dass sich in der Nähe ein Bauernhof befindet. Manche Bauern verkaufen ihre Frischprodukte direkt an Verkaufsständen, wobei das Obst und Gemüse oftmals günstiger ist als im Supermarkt. Manche Bauernhöfe in der Schweiz haben rund um die Uhr geöffnet (das Geld kann in der Regel einfach in einer Kassette hinterlegt werden), wovon einige sogar Daueraufträge entgegennehmen. Auf schweizerbauer.ch finden Sie eine Liste von Schweizer Bauernhöfen nach Standort. Manche Interessengruppen betreiben Bauernhöfe in Schweizer Städten und Online-Portale bieten regionale Produkte im Internet an. Die höheren Betriebskosten, die sich im Preis niederschlagen, schmälern allerdings die Kosteneinsparungen.

5. Lebensmittelabfälle vermeiden

Während Supermärkte seit längerem Produkte mit Rabattverkäufen «loswerden», sind kleinere Lebensmittelgeschäfte wie Bäckereien erst auf den Geschmack gekommen. Mehrere Initianten, welche Lebensmittelverschwendung durch den Verkauf abgelaufener Lebensmittel verringern wollen, betreiben Geschäfte in der Schweiz, welche gute Waren zu einem guten Preis verkaufen.

Das prominenteste Beispiel von Foodsharing in der Schweiz sind die Caritas-Lebenmittelläden, die in den meisten Schweizer Grossstädten zu finden sind. Mitgliedschaftsberechtigt sind Sie, wenn Sie ein gering verdienender Student sind, einen Grossteil Ihres Einkommens für die Schuldenrückzahlung ausgeben oder ein Stipendium erhalten. Gemäss Caritas sind die Preise bis zu 70% günstiger als im Supermarkt. Andere Foodwaste-Läden wie die Äss-Bar-Läden, welche Backwaren vom Vortag verkaufen, wollen zwar eher Lebensmittelabfälle verringern als Kosten, aber die Preise liegen immer noch weit unter dem Verkaufspreis.

6. Verfallsdaten als Richtwerte sehen

Die Verfallsdaten dienen als Anhaltspunkt für die Haltbarkeit von Lebensmitteln, welche nach Ablauf des Verfallsdatums nichts von ihrer Qualität einbüssen. Dabei haben die Verfallsdaten einen grossen Einfluss auf die Preisgestaltung. Die Lebensmittelvorschriften in der Schweiz sind strenger als in vielen anderen Ländern und die Verfallsdaten sind oftmals weit vor dem tatsächlichen Verfall angesetzt. Sie dürfen Produkte mit einem roten Rabattkleber oder in Foodwaste-Läden ruhig kritisch betrachten, aber scheuen Sie sich nicht davor, von solchen Sonderangeboten zu profitieren.

7. In grossen Mengen einkaufen

Das alte Marktprinzip «Mengenrabatt bei Grossabnahme» gilt auch in Schweizer Supermärkten und Lebensmittelläden. Vom Frühstücksmüesli bis zur Tiefkühlpizza wird alles auch in grossen Mengen oder Packungen zum Kauf angeboten. Bei grösseren Mengen müssen Sie vorerst zwar tiefer in die Tasche greifen als bei kleineren, aber die Einsparungen pro Produkteinheit können signifikant sein (nicht selten bis zu 25% Rabatt). Bei Grosskunden sind Abholmärkte wie Prodega, TopCC und Aligro besonders beliebt, wobei aber grundsätzlich nur Gewerbebetreibende zugelassen sind.

8. Weniger Fleisch essen

Die Geschmäcker sind zwar verschieden, aber übermässiger Fleischkonsum kann ein tiefes Loch ins Portemonnaie reissen. Fleisch (besonders fein geschnittenes) ist in der Schweiz ein begehrtes Erzeugnis. Wenn Sie Ihren Fleischkonsum reduzieren und stattdessen auf günstige und gesunde Ersatzprodukte wie Gemüse zurückgreifen, schonen Sie nicht nur Ihren Körper und die Umwelt, sondern auch Ihr Portemonnaie, wenn Sie nicht gerade auf Steaks und Cordons bleus zum halben Preis stossen.

9. Saisonal denken

Man könnte meinen, dass Lebensmittel in unserer Konsumgesellschaft wie von Zauberhand vom Fliessband in die Supermarktregale gelangen. Während der Wert von Trockenware eher konstant bleibt, hängen die Kosten von Frischprodukten stark von ihrer Verfügbarkeit ab. So können sich die Preise mancher Frischkost ausserhalb der Saison verdoppeln. Wenn Sie Ihren Speiseplan auf saisonales Obst und Gemüse umstellen, können Sie teure Einkäufe und lange Transportwege vermeiden und nicht zuletzt gutes Geld sparen.

Weiterführende Informationen:
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