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Währungen tauschen mit Peer-to-Peer-Plattformen

Sind Peer-to-Peer-Plattformen eine valable und konkurrenzfähige Alternative zum traditionellen Währungsumtausch? Wie viel Geld lässt sich dabei sparen? Mehr Informationen dazu finden Sie im folgenden Moneyland-Ratgeber.

Das Geldwechselgeschäft war einst das Monopol von Banken und Wechselbüros, die als Vermittler zwischen Währungskäufern und Währungsverkäufern agierten. Mit dem Internet entstand ein neuer Peer-to-Peer-Währungsmarkt, welcher sich in den letzten Jahren zu einer valablen Alternative zu den etablierten Finanzinstituten entwickelt hat.

Wie funktioniert der Peer-to-Peer-Währungsumtausch?

Das Prinzip hinter dem Währungsumtausch zwischen «Peers» (zu deutsch «Gleichberechtigten» oder «Ebenbürtigen») ist einfach: Sie verkaufen Ihre Währung nicht einer Bank, welche diese weiterverkauft, sondern tauschen das Geld direkt mit den Abnehmern. Dank Internet und mobilen Geräten können Sie weltweit und jederzeit mit potenziellen Handelspartnern in Kontakt treten.

Beispiel: Sie wollen 50’000 Schweizer Franken in Britisches Pfund umtauschen. Sie treten mit mehreren Interessenten in Kontakt und tauschen Ihre Franken gegen Pfund.

Was ist ein P2P-Währungsumtauschportal?

Vor Jahren gab es im Online-Peer-to-Peer-Währungshandel nur wenige Anbieter, welche ihre Dienste via Online-Foren und Chatrooms anboten. Mit dem Aufkommen von digitalen P2P-Plattformen wurde der Peer-to-Peer-Währungsmarkt effizienter. Inzwischen nutzen täglich Tausende von «Peers» die bekanntesten Online-P2P-Währungsumtauschportale.

Manche Portale stellen zusätzliche Barmittel bereit und greifen bei fehlenden Peer-Angeboten auf ihren eigenen Finanzpool zurück. Diese Portale agieren bei Transaktionen auch als Vermittler und gewährleisten damit, dass jede beteiligte Partei ihr Geld bekommt. Dabei wird das umzutauschende Geld normalerweise auf ein Konto überwiesen, wo es an die beteiligten Parteien verteilt wird. Für ihre Vermittlungsdienste berechnen die Portale eine Gebühr.

Der in Irland ansässige Intermediär Currencyfair, welcher seine Dienste auch in der Schweiz anbietet, gehört gegenwärtig zu den grössten P2P-Portalen. Der Wechselkurs kann auf dem Currencyfair-Portal selbst bestimmt werden. Sobald ein anderer Nutzer den Wechselkurs akzeptiert, kommt der Umtausch zustande. Der Umtausch kann auch mit dem meistbietenden Nutzer vollzogen werden.

Currencyfair erhebt eine Transfergebühr von 3 Euro pro Transaktion, zuzüglich einer volumenabhängigen Gebühr von 0.15% der zwischen Peers erfolgten Transaktionen. Möchten Sie nicht warten, bis jemand Ihre Währung kauft, können Sie sie auch direkt mit Currencyfair zum Interbankenkurs («Mid-Market Rate» oder «Spot-Rate») tauschen. Mit 0.4% bis 0.6% ist die berechnete Gebühr in diesem Fall allerdings deutlich höher.

Der in Grossbritannien ansässige Peer-to-Peer-Transferdienst Transferwise, welcher auch in der Schweiz verfügbar ist, überweist Währungen zum Interbankenkurs von Konto zu Konto. Sie können nicht nur kostengünstige Überweisungen an Dritte in Fremdwährungen tätigen, sondern auch Währungen zwischen Ihren eigenen Konten in verschiedenen Ländern und Währungen verschieben. Primär ist Transferwise ein P2P-Überweisungsdienst.

Die von Transferwise berechnete Gebühr hängt von der Währung ab, beträgt aber mindestens 1.50 Franken. Für Transaktionen von CHF in EUR oder USD erhebt Transferwise eine Gebühr von 0.5% der Wechselsumme. Weniger gefragte Währungen haben höhere Gebühren (CHF in THB = 1% Gebühr, CHF in RUB = 1.5% Gebühr, CHF in ZAR = 0.7% Gebühr).

Eine interessante Alternative bieten ausserdem P2P-Portale, die Anbieter und Interessenten persönlich zusammenbringen, um Geld zu einem vereinbarten Kurs in bar umzutauschen. Während Portale wie Cashtogether mit interessanten Ideen aufwarten, gibt es bis heute aber nur wenige gut funktionierende Portale dieser Art.

Welches sind die Vorteile eines P2P-Währungstausches?

Der grösste Vorteil eines P2P-Währungsumtauschs gegenüber Banken und traditionellen Geldwechslern sind die angewandten Wechselkurse. P2P-Portale wenden grundsätzlich Interbankenkurse an, während Banken ihre eigenen Wechselkurse haben, deren Spreads meistens deutlich über den Interbankenkursen liegen.

Gibt es auch Schweizer P2P-Portale?

In der Schweiz gibt es noch keine grossen P2P-Währungsumtausch- und -Geldtransfer-Portale. Allerdings haben die internationalen Anbieter Currencyfair und Transferwise Konten in der Schweiz.

Welches sind die besten Alternativen zu einem P2P-Währungsumtausch?

Geldwechsel bei Banken oder traditionellen Wechselbüros sind häufig kostspieliger als bei P2P-Diensten. Manche Währungsbroker hingegen bieten ähnlich hohe Wechselkurse wie P2P-Portale. Beispiele von Währungsbrokern sind «exchangemarket.ch», «Wechselstube» (welche Unternehmen beliefert) und verschiedene ausländische Broker wie das in Grossbritannien ansässige «Currencies Direct». Für bestimmte Währungstransaktionen können sich solche Broker sogar als günstiger erweisen als P2P-Portale.

Weitere Informationen:
Peer-to-Peer: Geldtransfers
Zahlungen ins Ausland

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