Aktien und Exchange Traded Funds (ETF) sind für viele Schweizerinnen und Schweizer kein Fremdwort mehr. Die Zahl derer, die ihr Geld eigenständig in Wertschriften investieren, nimmt zu. Zugleich wächst hierzulande auch die Zahl der Anbieter, die den Kundinnen und Kunden den Wertschriftenhandel ermöglichen. Anlegerinnen und Anleger müssen nicht mehr zwangsläufig auf traditionelle Banken oder spezialisierte Online-Broker setzen: Auch Smartphone-Banken (Neobanken) haben das Marktsegment für sich entdeckt. Zu Jahresbeginn ist auch die zur Bank Cler gehörende Marke Zak ins Geschäft eingestiegen; andere Anbieter wie Neon und Yuh bieten den Wertschriftenhandel schon länger an.
Der unabhängige Online-Vergleichsdienst moneyland.ch hat die Trading-Angebote der Smartphone-Banken Neon, Revolut, Yuh und Zak analysiert und sie jenen traditioneller Banken und spezialisierter Broker gegenübergestellt. Dabei wurden nur all jene Angebote berücksichtigt, bei denen Kundinnen und Kunden eigenständig in Wertschriften investieren. Digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisors, fanden keine Berücksichtigung.
Fazit: Für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger können die Smartphone-Banken eine günstige Option sein. All jenen, die in exotischere Titel und Anlageklassen investieren möchten, sind indessen eher spezialisierte Broker zu empfehlen.
Geringe Gebühren für Kleinanleger
Die Vorteile der Smartphone-Banken sind – neben der simplen Bedienung der App – die niedrigen Gebühren für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger. Dies trifft insbesondere auf Neon, Revolut und Yuh zu, die weder Depot- noch Inaktivitätsgebühren erheben und eine geringe Mindestcourtage von lediglich 1 Franken anwenden. «Dies macht die Smartphone-Banken zu einer kostengünstigen Alternative zu einem klassischen Broker», sagt Dan Urner, Redaktor bei moneyland.ch. «Dies gilt vor allem bei Anlagebeträgen von wenigen hundert Franken.»
Revolut bietet zudem eine bestimmte Anzahl gebührenfreier Trades pro Monat, welche sich je nach Preismodell unterscheidet. Im Standardmodell ohne monatliche Grundgebühr können Kundinnen und Kunden monatlich eine Transaktion ohne Courtagen vornehmen.
Zak verrechnet zwar prozentual geringere Courtagentarife als Neon und Yuh. Die höhere Mindestgebühr macht Zak für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger aber tendenziell unattraktiver. Hinzu kommt eine Depotgebühr von 0.25 Prozent. Beim Premium-Modell Zak Plus fallen die Transaktions- und Mindestgebühren im Vergleich zur Standard-Version nur halb so hoch aus, dafür wird eine monatliche Kontoführungsgebühr von 8 Franken fällig.
Dass die Smartphone-Banken mit attraktiven Gebühren locken, geht nicht spurlos an anderen Dienstleistern vorbei: Mit der Saxo Bank und Raiffeisen haben zwei Anbieter ihre Gebühren für die Wertschriftenanlage nach unten angepasst, möglicherweise als Reaktion auf die wachsende Konkurrenz. Während die Saxo Bank ihre Depotgebühren für Privatanlegerinnen und -anleger vollständig abschaffte, senkte Raiffeisen unter anderem die Mindestcourtage und Mindestdepotgebühr. Gegen den Trend führte Cornèrtrader zu Jahresbeginn allerdings Depotgebühren ein.
Beschränktes Angebot als Manko
Der Schwachpunkt der Smartphone-Banken liegt in ihrem limitierten Angebot an Wertschriften. Während herkömmliche Banken und Broker in der Regel mit mehreren Millionen Titeln aufwarten, bieten Neon und Yuh lediglich Zugang zu einigen hundert Wertschriften. «Verfügbar sind vor allem Aktien der wichtigsten und bekanntesten Unternehmen sowie ETF auf die bedeutendsten Aktienindizes wie den MSCI World», erklärt Dan Urner. «Zu beachten ist auch, dass für jeden Index auch nur ein ETF angeboten wird.»
Zak (rund 12’000 Titel) und Revolut (rund 6000 Titel) sind diesbezüglich etwas breiter aufgestellt. Aber auch hier gilt, dass das Angebotsspektrum auch hinsichtlich seiner Anlageklassen und -produkte stark eingeschränkt ist: Differenzkontrakte (CFD) und Futures sind beispielsweise bei keinem der Anbieter zu finden.
In puncto Funktionsumfang müssen Anlegerinnen und Anleger bei Smartphone-Banken ebenfalls gewisse Abstriche machen. Besondere Börsenaufträge, zum Beispiel If-Done-Order oder Trailing-Stop-Limit-Order, gehören etwa nicht zum Angebot.
Auch hierbei schwingt Zak im Vergleich zu seinen Konkurrenten obenaus. Kundinnen und Kunden können beispielsweise unter verschiedenen Börsenplätzen frei wählen, sich ins Aktienregister eintragen sowie sich persönlich in Geschäftsstellen der Bank Cler beraten lassen.
Diese Anbieter sind am günstigsten für ein kleines Depot
moneyland.ch hat die Kosten beim Anlegen für drei verschiedene Profile verglichen: «kleines Depot», «mittleres Depot» und «grösseres Depot». Dabei wurden die fünf analysierten Smartphone-Banken sowie jeweils die fünf günstigsten Online-Broker und traditionellen Banken aufgeführt.
Für das Profil «Wenigtrader» ist Revolut am günstigsten. Es kommen lediglich 4.75 Franken Gebühren zustande. Ins Gewicht fällt – neben der kostenlosen monatlichen Transaktion –, dass Revolut als ausländischer Anbieter nicht der Schweizer Stempelsteuer unterliegt. Dahinter folgen Yuh und Neon, während bei Zak und Zak Plus Depotgebühren sowie höhere Mindestcourtagen negativ ins Gewicht fallen.
Auffällig: Die Saxo Bank kann als klassischer Broker mit den geringen Gebühren der Smartphone-Banken mithalten.
Diese Anbieter sind am günstigsten für ein mittleres Depot
Auch beim Profil «mittleres Depot» belegt Revolut den Spitzenplatz, wieder gefolgt von Yuh und Neon. Anzumerken ist, dass die Saxo Bank für dieses Profil bereits attraktivere Konditionen bietet als die Schweizer Smartphone-Banken Yuh und Neon. Dies unterstreicht, dass klassische Broker bei höheren Anlagebeträgen die günstigere Wahl sein können als Smartphone-Banken. «Die Saxo Bank erhebt im Vergleich zu Neon und Yuh zwar eine etwas höhere Mindestgebühr, dafür aber prozentual einen niedrigeren Courtagentarif», erklärt Dan Urner. «Je höher der Anlagebetrag, desto stärker fällt dies ins Gewicht.»
Diese Anbieter sind am günstigsten für ein grösseres Depots
Auch für das Profil «grösseres Depot» besticht Revolut durch besonders niedrige Gebühren. Die auf den Plätzen zwei und drei klassierten Schweizer Smartphone-Banken Yuh und Neon fallen deutlich zurück. Dahinter folgen Zak Plus und Zak.
Besser schlägt sich hingegen die Saxo Bank, die als spezialisierter Broker zudem eine deutlich grössere Palette an Wertschriften bietet als die Smartphone-Banken.
Individuelle Gebühren können abweichen
Wichtig: Die Berechnung beruht auf drei Beispielprofilen. Wie hoch die Gebühren beim Anlegen in Wertschriften tatsächlich ausfallen, hängt von der individuellen Nutzung ab. Je nach Anlageprofil können auch andere Anbieter am günstigsten sein.
Methodik
Der unabhängige Online-Vergleichsdienst moneyland.ch hat für diese Medienmitteilung die Trading-Gebühren der Smartphone-Banken, Online-Broker und traditionellen Banken für ein Jahr anhand von drei Beispielprofilen berechnet. Datenquelle sind Angaben der Anbieter. Für die Berechnung der Gebühren der Online-Broker und traditionellen Banken wurde der interaktive Trading-Vergleich von moneyland.ch verwendet.
Die Kosten umfassen allfällige Konto-, Depot-, Transaktions- und Fremdwährungsgebühren sowie Stempelabgaben. Nicht berücksichtigt wurden allfällige Börsengebühren sowie Aktionen und Sonderkonditionen. Die Umrechnung von US-Dollar in Schweizer Franken erfolgte zum Kurs von 0.75 (1 US-Dollar entspricht 0.75 Franken). Die Resultate wurden auf die nächsten 5 Rappen gerundet.
Die Profile im Detail:
- Kleines Depot: Diese Person verfügt über ein Depot mit Schweizer Aktien im Wert von 1000 Franken, US-Aktien im Wert von 1000 US-Dollar und Schweizer ETF im Wert von 3000 Franken. Sie tätigt an einem Zeitpunkt folgende Transaktionen: eine Transaktion mit Schweizer Aktien im Wert von 500 Franken (an einer Schweizer Börse), eine Transaktion mit US-amerikanischen Aktien im Wert von 500 US-Dollar (an einer US-Börse) und drei Transaktionen mit Schweizer ETF im Wert von je 500 Franken (an einer Schweizer Börse).
- Mittleres Depot: Diese Person verfügt über ein Depot mit Schweizer Aktien im Wert von 10’000 Franken, US-Aktien im Wert von 10’000 US-Dollar und Schweizer ETF im Wert von 10’000 Franken. Sie tätigt an drei Zeitpunkten innert eines Jahres folgende Transaktionen: fünf Transaktionen mit Schweizer Aktien im Wert von je 1000 Franken (an einer Schweizer Börse), fünf Transaktion mit US-amerikanischen Aktien im Wert von je 1000 US-Dollar (an einer US-Börse) und fünf Transaktionen mit Schweizer ETF im Wert von je 1000 Franken (an einer Schweizer Börse).
- Grösseres Depot: Diese Person verfügt über ein Depot mit Schweizer Aktien im Wert von 20’000 Franken, US-Aktien im Wert von 20’000 US-Dollar und Schweizer ETF im Wert von 20’000 Franken. Sie tätigt an sechs Zeitpunkten innert eines Jahres folgende Transaktionen: zehn Transaktionen mit Schweizer Franken im Wert von je 1500 Franken (an einer Schweizer Börse), zehn Transaktion mit US-amerikanischen Aktien im Wert von je 1500 US-Dollar (an einer US-Börse) und zehn Transaktionen mit Schweizer ETF im Wert von je 1500 Franken (an einer Schweizer Börse).
In den Tabellen sind stets die fünf analysierten Smartphone-Banken sowie die fünf günstigsten Online-Broker und die fünf günstigsten traditionellen Banken aufgeführt.
Die Gratis-Transaktionen von Revolut (einmal pro Monat) wurden wie folgt berücksichtigt: In der Berechnung wurde davon ausgegangen, dass die erste – und damit gebührenfreie – Transaktion an jedem Zeitpunkt mit Schweizer Aktien getätigt wurde. Für die Berechnung der Gebühren für ein Jahr wurde die Zahl der gebührenfreien Trades entsprechend abgezogen.
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