Die Geldanlage in Wertschriften wie Aktien und Exchange Traded Funds (ETF) sind kein Nischenthema mehr. Nicht mehr nur herkömmliche Broker und Banken bieten den Handel mit Wertschriften an – seit einiger Zeit sind auch Smartphone-Banken im Geschäft. In diesem Ratgeber erklärt Ihnen moneyland.ch, was es beim Investieren mit Neobanken zu beachten gibt.
Was ist eine Smartphone-Bank?
Eine Smartphone-Bank, auch als Neobank bekannt, ist eine Bank, die ihre Dienstleistungen ausschliesslich digital über eine App anbietet. Davon unterschieden werden grundsätzlich traditionelle Banken, welche neben einer App und einem E-Banking auch physische Filialen betreiben. In den letzten Jahren haben einige Smartphone-Banken den Schweizer Markt aufgemischt, vor allem angetrieben durch die unkomplizierte Bedienung sowie geringere Gebühren. Der Ratgeber von moneyland.ch zum Thema Smartphone-Banken gibt Ihnen detaillierte Informationen und vergleicht die verschiedenen Anbieter.
Welche Smartphone-Banken bieten den Wertschriftenhandel an?
Diese Schweizer Smartphone-Banken bieten den Handel mit Wertschriften an:
- Neon
- Yuh (Swissquote)
- Zak (Bank Cler)
Trading oder Vermögensverwaltung?
Auch mit der Smartphone-Bank Alpian können Sie in Wertschriften anlegen. Es ist indes anzumerken, dass Ihnen lediglich die Wahl einer Strategie respektive eines Risikoprofils offensteht, nicht aber die Wahl der Wertschriften selbst. Alpian ist deshalb in erster Linie als digitaler Vermögensverwalter (Robo-Advisor) zu sehen. Bei Neon, Yuh und Zak können Sie hingegen eigenständig in Aktien, ETF und einige weitere Wertschriften investieren.
Wie unterscheiden sich die Anbieter?
Die Angebote der Smartphone-Banken Neon, Yuh und Zak unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der verfügbaren Wertschriften. Während Zak mit einem relativ umfangreichen Aktien-, ETF- und Fondsangebot von insgesamt über 12’000 Anlageprodukten aufwartet, kommt das Sortiment von Neon und Yuh mit einigen hundert Titeln eher bescheiden daher. Verfügbar sind vor allem die bekanntesten Schweizer und ausländischen Aktien sowie ETF auf die wichtigsten Aktienindizes, wobei in der Regel nur ein ETF pro Index zur Verfügung steht.
Auch bezüglich Leistungsumfang ist Zak breiter aufgestellt als Yuh und Neon. So können Sie bei Zak unter verschiedenen Börsen frei wählen, während dies bei Neon und Yuh nicht möglich ist. Zak bietet Ihnen ferner die Möglichkeit, sich als Aktionärin oder Aktionär ins Aktienregister einzutragen – und somit an Generalversammlungen teilzunehmen und Ihre Stimmrechte wahrzunehmen. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Kundinnen und Kunden von Zak können sich in Geschäftsstellen der Bank Cler persönlich beraten lassen.
Das breitere Angebot von Zak hat indes seinen Preis. Nicht nur erhebt Zak als einziger der drei Anbieter eine Depotgebühr von 0.25 Prozent, sondern zeichnet sich auch durch eine deutlich höhere Mindestcourtage aus als Neon und Yuh. Dies hat zur Folge, dass Neon und Yuh für viele Kleinanlegerinnen und Kleinanleger preislich attraktivere Angebote darstellen.
Zak bietet neben der Standard-Version auch Zak Plus an. Dabei fallen die Courtagen und Mindestgebühren nur halb so hoch aus; im Gegenzug fällt eine monatliche Grundgebühr von 8 Franken an.
Anhand von vier Profilen hat moneyland.ch die Kosten der vier Angebote für ein Jahr verglichen. Dabei schwingt Yuh für alle Profile obenaus, wie die nachfolgende Grafik zeigt. Beachten Sie jedoch, dass die effektiven Kosten von Ihrer persönlichen Nutzung abhängen – je nach Fall kann für Sie auch ein anderer Anbieter am günstigsten sein.
Kann ich über einen Sparplan investieren?
Bei Yuh und Neon – nicht aber bei Zak – können Sie Ihr Geld auch über einen Sparplan in Wertschriften anlegen. So können Sie Ihr Geld in regelmässigen Abständen automatisiert investieren. Dabei fallen bei keinem der beiden Anbieter Zusatzkosten an. Einige ausgewählte Titel sind im Rahmen eines Sparplans sogar vollständig frei von Transaktionsgebühren – was Yuh und Neon zu attraktiven Sparplan-Anbietern macht.
Smartphone-Bank oder klassischer Broker: Wo liegen die Unterschiede?
Ob Smartphone-Bank, traditionelle Bank oder klassischer Broker: All diese Dienstleister ermöglichen Ihnen die Anlage in Wertschriften. Allerdings bestehen einige Unterschiede:
- Wertschriftenangebot: Während klassische Broker und Banken Ihnen Zugang zu mehreren Millionen Wertschriften gewähren, ist das Angebot von Smartphone-Banken stark eingeschränkt. Im Fall von Neon und Yuh liegt die Zahl der verfügbaren Wertschriften bei einigen hundert, Zak bietet rund 12’000 Titel. Verfügbar sind vor allem bekannte und stark nachgefragte Aktien und ETF. Auch die Zahl der verfügbaren Börsenplätze fällt bei Neobanken niedriger aus.
- Leistungsumfang: Herkömmliche Broker warten in der Regel mit einem breiteren Leistungsspektrum auf. Dazu gehören beispielsweise verschiedene Order-Typen wie Trailing-Stop-Order und If-Done-Order. Beachten Sie aber, dass die Möglichkeiten je nach Anbieter stark variieren – unabhängig davon, ob es sich um eine Smartphone-Bank oder einen klassischen Broker handelt.
- Gebühren: Neobanken locken mit vergleichsweise niedrigen Gebühren, vor allem für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger. Dabei fallen vor allem die geringen Mindestcourtagen ins Auge; hinzu kommt, dass bei Neon und Yuh keine Depotgebühr anfällt. Dies ist nur bei wenigen traditionellen Banken und Brokern der Fall. Generell ist aber zu beachten, dass je nach Ihrem Anlageprofil auch ein klassischer Broker günstiger sein kann – dies kann vor allem bei grossen Anlagebeträgen zutreffen.
- Plattform: Smartphone-Banken sind lediglich über eine App nutzbar, während klassische Banken und Broker neben einer App in aller Regel auch eine E-Trading-Plattform für den Computer anbietet.
Was sind die Vorteile von Investitionen mit Smartphone-Banken?
Die Vorteile liegen vor allem in der einfachen Bedienung: Sie können bei Smartphone-Banken unkompliziert in derselben App mit dem Investieren beginnen, in der Sie auch Ihre alltäglichen Bankgeschäfte tätigen. In der Regel besteht die App aus einem Zahlungs-, Spar- und Anlagebereich.
Auch die Kostenstruktur mit geringen Mindestgebühren ist für all jene ein Vorteil, die nur geringe Beträge anlegen möchten. Hinzu kommt, dass bei Yuh und Neon keine Depotgebühren anfallen. Dies macht Smartphone-Banken zu einer geeigneten Option für Kleinanlegerinnen, Kleinanleger sowie Gelegenheitstraderinnen und -trader.
Trading mit ausländischen Smartphone-Banken
Neben den erwähnten Schweizer Anbietern können Sie auch über manche ausländische Smartphone-Banken in Wertschriften anlegen. Ein Beispiel ist die britische Bank Revolut. Beachten Sie allerdings, dass Revolut über keine Schweizer Banklizenz verfügt und deshalb auch nicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) unterliegt (Stand: Januar 2026).
Welche Nachteile sollte ich beachten?
Der Nachteil liegt auf der Hand: das eingeschränkte Wertschriftenangebot. Dies gilt insbesondere für Neon und Yuh. Verfügbar sind vor allem Standardtitel. Wer in exotischere Aktien oder andere Anlageklassen wie Obligationen investieren möchte, geht bei Smartphone-Banken leer aus. Auch der Leistungsumfang ist ähnlich schmal.
Zu beachten ist überdies, dass Neobanken je nach Anlageprofil nicht die günstigste Option sind. Vor allem bei höheren Anlagebeträgen können die Gebühren bei klassischen Brokern niedriger ausfallen.
Für wen eignen sich Investitionen mit Smartphone-Banken?
Smartphone-Banken eignen sich für Sie zum Kauf von Wertschriften insbesondere unter folgenden Bedingungen:
- Sie investieren kleine Beträge: Sie hantieren nicht mit grossen Summen, sondern investieren in der Regel nur Beträge von maximal ein paar hundert Franken. Besonders günstige Broker können aber bereits bei Transaktionsbeträgen von rund 500 bis 600 Franken die kostengünstigere Wahl sein.
- Ihnen reicht eine geringe Auswahl: Ihnen genügen die Aktien der bekanntesten internationalen und Schweizer Unternehmen sowie ETF auf die wichtigsten Aktienindizes. Auch dass Ihnen nur je ein ETF pro Index offensteht, stört Sie nicht. In exotischere Anlageklassen wie Forex, Futures und Optionen legen Sie ohnehin nicht an.
- Ihnen genügt eine einfache App: Sie erledigen Ihre Anlagegeschäfte gerne und mühelos über eine App. Klassische Broker bieten neben einer App in der Regel auch eine Trading-Plattform für den Computer an – im Gegensatz zu Smartphone-Banken.
Weitere Informationen:
Trading-Vergleich Schweiz
Smartphone-Banken im Schweizer Vergleich