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News: Banken

Zinsen auf Sparkonten im freien Fall

22. Juli 2025 - Ralf Beyeler

Das kurze Hoch bei den Sparzinsen ist vorbei: Die Zinsen auf Sparkonten sinken wieder. Sparerinnen und Sparer erhalten aktuell im Schnitt nur noch 0.18 Prozent Zinsen. Auffällig ist aber, dass es weiterhin Sparkonten mit deutlich mehr Zins gibt. Fazit: Wer vergleicht, erhält mehr Zins.

Die Zinsen befinden sich wieder im freien Fall: Wie eine Analyse von moneyland.ch zeigt, erhalten erwachsene Sparerinnen und Sparer in der Schweiz im Juli 2025 nur noch 0.18 Prozent Zinsen (ungewichteter Durchschnitt) auf ihrem Sparkonto. «Für 1000 Franken Guthaben auf dem Sparkonto gibt es derzeit durchschnittlich noch 1.80 Franken Zinsen», rechnet Geld-Experte Ralf Beyeler von moneyland.ch vor.

Basis für die Auswertung sind Daten aus dem Sparkonto-Vergleich von moneyland.ch. In die Analyse flossen die Konditionen von rund 150 Sparkonten von Schweizer Banken ein. 

Kurze Phase mit leicht höheren Zinsen ist wieder vorbei

Damit ist eine kurze, knapp dreijährige Phase von leicht höheren Zinsen wieder vorbei. Bis Herbst 2022 gab es auf dem Sparkonto kaum mehr Zinsen. Der ungewichtete durchschnittliche Zinssatz lag damals bei etwa 0.05 Prozent. «Das sind noch 50 Rappen pro 1000 Franken Guthaben», stellt Beyeler fest. Anschliessend – als Folge der Erhöhungen des Leitzinses der Schweizerischen Nationalbank (SNB) – stiegen die durchschnittlichen Sparzinsen wieder.

Für die umfassende Analyse wurde der durchschnittliche Zinssatz auf dem Sparkonto sowie das Sparkonto mit dem besten Zinssatz während der letzten drei Jahre berücksichtigt (siehe Grafik). Zur Einordnung ist in der Grafik auch der Leitzins der SNB integriert. Dieser beeinflusst die Entwicklung der Zinsen auf Sparkonten massgeblich.




Der Blick auf die Daten zeigt, dass der durchschnittliche Sparkonto-Zins im Frühling 2024 mit 0.82 Prozent seinen Höhepunkt erreichte. Seither geht es wieder steil nach unten. Auch das bestverzinste Sparkonto bietet heute deutlich weniger Zins als noch vor einem Jahr – mit rund 1 Prozent liegt es nur noch bei der Hälfte des Vorjahreswerts. Dennoch ist der prozentuale Rückgang weniger drastisch als beim durchschnittlichen Sparkonto-Zins.

Mit Bankwechsel mehr Zins

Die Analyse von moneyland.ch zeigt grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Banken. So gibt es auf dem Markt Sparkonten mit einem deutlich überdurchschnittlichen Zinssatz: «Bei den am besten verzinsten Sparkonten ist der Zinsertrag mindestens doppelt so hoch wie beim durchschnittlichen Konto», stellt Ralf Beyeler fest.

Sparerinnen und Sparer haben es selbst in der Hand – indem sie Sparguthaben bei anderen Banken anlegen. Das Fazit von Moneyland-Experte Ralf Beyeler: «Wer das Geld einfach liegen lässt, verliert Zins.» Dazu ist ein Wechsel der Hausbank gar nicht notwendig. Denn bei vielen Banken ist es möglich, ausschliesslich ein Sparkonto zu führen. «Viele Banken wissen, dass Schweizerinnen und Schweizer bequem sind und ihren Anbieter kaum wechseln. Das ermöglicht manchen Banken, so tiefe Zinsen zu bezahlen», sagt Ralf Beyeler.

Der Geld-Experte Ralf Beyeler macht jedoch auch auf mögliche Nachteile von bestimmten Angeboten mit einer hohen Verzinsung aufmerksam: «Höhere Zinsen sind häufig mit Einschränkungen bei der Verfügbarkeit des Geldes verbunden. Ein genauer Vergleich lohnt sich deshalb», so Beyeler. Auf moneyland.ch erhalten Sparerinnen und Sparer im interaktiven Sparkonto-Vergleich bequem eine umfassende Übersicht über die Sparkonten der Schweizer Banken.

Vor der Eröffnung eines neuen Sparkontos sollten Kundinnen und Kunden das Kleingedruckte aufmerksam durchlesen, empfiehlt der Experte. Dies gilt insbesondere für die Rückzugsbedingungen und Kündigungsfristen, um böse Überraschungen zu vermeiden – insbesondere bei grösseren Beträgen.

Weitere praktische Hinweise finden Sie im Ratgeber von moneyland.ch mit den besten Tipps zum Sparkonto.

Historisch sehr tiefes Zinsniveau

Die Schweizerische Nationalbank führt eine Statistik, welche die Entwicklung der Sparkonten in der Schweiz seit fast 200 Jahren festhält. Zwar haben sich im Laufe der Jahrzehnte die Berechnungsgrundlagen ab und zu geändert, doch die Daten sind ein guter Indikator für das Zinsniveau in der Schweiz.


 

So lagen die Zinsen auf dem Sparkonto von 1830 bis Anfang 1997 – also während 167 Jahren –  stets über 2 Prozent. Erst im April 1997 fiel der Durchschnitt erstmals unter diese Marke. Im Dezember 2002 überschritten die durchschnittlichen Sparkonto-Zinsen letztmals die 1-Prozent-Schwelle. Auffällig ist: In den fast 200 Jahren lagen die durchschnittlichen Zinsen meistens zwischen 3 und 4 Prozent. Mitte der 1970er-Jahre und Anfang der 1990er-Jahre betrugen sie sogar rund 5 Prozent.

Mit Hilfe dieser historischen Daten ist auch eine Einordnung der Zinsentwicklung der vergangenen drei Jahre möglich. Sowohl die Auswertung von moneyland.ch als auch die Daten der Nationalbank zeigen, dass der durchschnittliche Zins auch in den letzten Jahren stets unter 1 Prozent gelegen hat. Im Krisenjahr 2008 bewegte sich der Durchschnittszins auf einem ähnlichen Niveau wie im Frühling 2024. Aber vom Niveau eines durchschnittlichen Sparkonto-Zinses unter 0.1 Prozent, wie es in den Jahren 2015 bis 2022 der Fall war, sind wir noch ein Stück weit entfernt. 

Sparkonto ist sehr sicher, aber wenig rentabel

Ein Sparkonto ist für den Notgroschen empfehlenswert. Sparkonten bieten eine hohe Sicherheit und keine Wertschwankungen, haben aber den Nachteil einer vergleichsweise niedrigen Verzinsung. 

Breit diversifizierte Anlagen in Aktien und anderen Wertschriften bieten langfristig eine deutlich höhere Rendite als Sparkonten. Insbesondere kurzfristig sind jedoch starke Wertschwankungen möglich. Dabei besteht das Risiko, dass die Kurse gerade dann einbrechen, wenn Kundinnen und Kunden auf ihr Geld zugreifen möchten. Im schlimmsten Fall müssen Anlegerinnen und Anleger ihre Wertschriften mit Verlust verkaufen. 

Hinzu kommt, dass nicht alle Anlegerinnen und Anleger mit Kursverlusten gelassen umgehen können. In der Folge verkaufen einige ihre Wertschriften in Panik – statt eine Erholung abzuwarten. Deshalb ist es wichtig, sich vor einer Anlage in Wertschriften auch mit den eigenen Emotionen auseinanderzusetzen. «Wer unruhig schläft, sobald die Börsenkurse fallen, sollte besser die Finger von Aktien lassen und sich für ein Sparkonto entscheiden», rät Ralf Beyeler.

 

Weitere Informationen:
Schweizer Sparkonto-Vergleich 

Experte Ralf Beyeler
Ralf Beyeler ist Telekom- und Geld-Experte bei moneyland.ch.
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