Im Januar trudeln wieder die Bankauszüge ein – auch jene für die Sparkonten. Das ist ein guter Zeitpunkt, um die eigene Sparkonto-Strategie zu überprüfen. Aus diesem Grund hat der unabhängige Online-Vergleichsdienst moneyland.ch mit Daten aus seinem interaktiven Vergleich die Zinssätze von 133 Sparkonten von 85 Schweizer Banken ausgewertet.
Derzeit erhalten erwachsene Sparerinnen und Sparer in der Schweiz im Durchschnitt nur noch 0.11 Prozent Zins auf ihrem Sparkonto (ungewichteter Durchschnitt). «Für 1000 Franken Guthaben auf dem Sparkonto gibt es damit durchschnittlich noch 1.10 Franken pro Jahr», rechnet Ralf Beyeler von moneyland.ch vor. Vor einem halben Jahr lag der Durchschnitt noch bei 0.18 Prozent – die Sparzinsen sind also nochmals deutlich gesunken.
Trotz der tiefen Zinsen bleiben Sparkonten für viele Personen sinnvoll. Sie eignen sich insbesondere als Notgroschen sowie für Kundinnen und Kunden, die nicht in Wertschriften investieren.
Wie hoch sind die Zinsen bei den verschiedenen Banken?
Mit Abstand am meisten Zins erhalten die Kundinnen und Kunden auf einem Sparkonto der Waadtländer Regionalbank Caisse d’Epargne d’Aubonne mit 1 Prozent. Dieses Angebot ist allerdings mit restriktiven Rückzugsbedingungen verbunden: Pro Jahr können lediglich 10’000 Franken ohne Kündigung bezogen werden, für höhere Beträge gilt eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten.
Der Blick in die Daten zeigt, dass auch weitere Regionalbanken Sparkonten mit überdurchschnittlichen Zinssätzen anbieten. Bei den grösseren Banken liegen die Zinssätze deutlich tiefer: Die Basler Kantonalbank mit 0.1 Prozent liegt an der Spitze, gefolgt von Valiant mit 0.075 Prozent. Am unteren Ende der Skala steht Postfinance, die auf Sparkonten für Erwachsene derzeit keinen Zins bezahlt.
Wie hoch sind die Zinsen bei Smartphone-Banken?
Eine Zeit lang haben die Schweizer Smartphone-Banken mit vergleichsweise guten Zinsen geworben. Inzwischen erhalten Kundinnen und Kunden bei Yuh und Neon gar keinen Zins mehr. Bei Zak und Alpian gibt es hingegen noch Zins auf dem Sparkonto: Bei Zak sind es 0.2 Prozent, bei Alpian 0.01 oder 0.1 Prozent.
Vergleichen lohnt sich
Wie die Tabelle zeigt, sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Banken gross. Auch wer seiner Hausbank treu bleiben möchte, kann bei einer anderen Bank zusätzlich ein Sparkonto eröffnen. Wer auf seinem Sparkonto einen Notgroschen von 10’000 Franken hält, erhält bei einer typischen Schweizer Bank im Jahr rund 5 Franken Zins, bei der Caisse d’Epargne d’Aubonne sind es hingegen 100 Franken.
Grosse Spanne zwischen den verschiedenen Banken
Die Analyse von moneyland.ch zeigt zudem, dass die Spanne zwischen den verschiedenen Banken derzeit besonders gross ist. Das Sparkonto mit dem höchsten Zinssatz wird neunmal so stark verzinst wie der durchschnittliche Sparkonto-Zins. Zum Vergleich: Im Dezember 2022, als der ungewichtete Durchschnittszins mit 0.10 Prozent ähnlich hoch gewesen ist, wurde das Sparkonto mit dem besten Zins viermal so stark verzinst wie der Durchschnitt.
Methodik
Für diese Analyse hat moneyland.ch die aktuellen Zinssätze mit Daten aus dem interaktiven Sparkonto-Vergleich ausgewertet. Zeitpunkt der Erhebung war Anfang Januar 2026. Berücksichtigt wurden Standard-Sparkonten für Erwachsene. Die Datenbasis umfasst alle für Privatkundinnen und -kunden wichtigen grossen Schweizer Banken sowie zahlreiche kleinere Banken und Regionalbanken.
Für die Berechnung des Durchschnittszinses wurden die Daten von 133 Sparkonten von 85 Schweizer Banken verwendet.
In der Tabelle berücksichtigt wurden die Sparkonten von sechs grossen Schweizer Banken mit Filialen in der ganzen Schweiz, den vier grössten Kantonalbanken sowie fünf weiteren Schweizer Banken mit überdurchschnittlich hohen Zinsen.
Nicht berücksichtigt wurden Spezialangebote wie Neugeldzinsen, Bonuskonten und Aktionärskonten sowie Angebote für junge Kundinnen und Kunden und Senioren sowie Angebote im Rahmen der Säule 3a und Freizügigkeitskonten.
Vergangene Sparkonto-Analysen von moneyland.ch:
September 2025: Immer mehr Schweizer Banken streichen den Zins
Juli 2025: Zinsen auf Sparkonten im freien Fall
Januar 2025: Sparzinsen sinken auf breiter Front