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So viel kosten Schweizer ETF- und Fondssparpläne

9. Dezember 2025 - Ralf Beyeler

Sparpläne fristeten in der Schweiz jahrelang ein Schattendasein. Doch neue digitale Anbieter haben frischen Wind in den Markt gebracht. Der Online-Vergleichsdienst moneyland.ch hat in einer umfassenden Analyse die Sparplan-Angebote von 36 Schweizer Anbietern untersucht – und gibt eine Orientierungshilfe in diesem Dschungel.

Mit einem Sparplan können Sparerinnen und Sparer jeden Monat automatisch in den Aktienmarkt investieren. Seit einigen Jahren mischen neue digitale Anbieter den Schweizer Markt auf. Viele Banken haben darauf reagiert und die Konditionen inzwischen verbessert.

Die aktuelle Analyse vom Online-Vergleichsdienst moneyland.ch zeigt, dass es weiterhin grosse Unterschiede zwischen den Anbietern von Sparplänen gibt. Vor allem die Auswahl an Fonds und ETF unterscheidet sich je nach Bank: Manche Anbieter führen nur wenige Produkte, andere über 100. Massgebend für die Kosten sind einerseits die Gebühren des Sparplan-Anbieters und andererseits die Produktkosten der eingesetzten Fonds oder ETF.

Wichtig sind geringe Kosten und breite Diversifikation

Angesichts der grossen Auswahl ist es für manche Konsumentinnen und Konsumenten eine Herausforderung, den passenden Sparplan zu finden. Geld-Experte Ralf Beyeler von moneyland.ch nennt zwei zentrale Kriterien: «Wichtig sind erstens tiefe Gebühren und Produktkosten. Zweitens empfiehlt sich eine breit diversifizierte Anlagestrategie mit Aktien aus aller Welt.» 

Weiter erklärt Ralf Beyeler: «Eine solche weltweite Ausrichtung lässt sich über ETF oder Indexfonds auf einen Welt-Index umsetzen – oder über entsprechende Anlagestrategien von Robo-Advisors.» Zu beachten ist allerdings, dass Aktien aus den USA in den meisten bekannten Welt-Indizes ein sehr hohes Gewicht aufweisen. Es kann daher sinnvoll sein, das Portfolio mit schweizerischen und europäischen Aktien sowie allenfalls weiteren Anlageklassen anzureichern.

Vor einer Investition in Wertschriften wie Aktien sollten Kundinnen und Kunden die damit verbundenen Risiken sorgfältig berücksichtigen. Entscheidend ist, Kursverluste aushalten zu können, ohne überstürzt zu reagieren. Wer bei Kurseinbrüchen in Panik verkaufen möchte, für den ist ein Aktiensparplan nicht die passende Anlagemöglichkeit.

Das sind die günstigsten Sparpläne der Schweiz

Um die verschiedenen Angebote miteinander vergleichen zu können, hat moneyland.ch eine Kostensimulation erstellt. Für die Simulation wurde angenommen, dass während zehn Jahren jeden Monat 200 Franken in den Sparplan eingezahlt werden. Nach zehn Jahren wird der Sparplan gekündigt und ausbezahlt.

Den günstigsten Aktiensparplan in der Schweiz bietet die Saxo Bank: Für einen Sparplan mit einem ETF auf den S&P-500-Index fallen in den zehn Jahren Kosten von 80 Franken an. Ein breit diversifizierter Welt-ETF kostet bei der Saxo Bank jedoch 261 Franken – wobei die Saxo Bank auch hier der günstigste Anbieter ist.

Direkt hinter der Saxo Bank folgen die beiden Smartphone-Banken Neon und Yuh. Bei Neon fallen für einen Sparplan mit einem ETF auf den S&P 500 193 Franken an, bei Yuh sind es 325 Franken. Wer stattdessen weltweit diversifiziert investieren möchte, kann bei beiden Anbietern einen ETF auf den FTSE All-World nutzen. In diesem Fall betragen die Kosten 301 Franken bei Neon und 386 Franken bei Yuh.

Auch Avadis und die Basellandschaftliche Kantonalbank bieten Sparpläne mit Gesamtkosten ab 194 beziehungsweise 303 Franken an. Diese tiefen Kosten gelten jedoch nur für Geldmarkt- oder Obligationenfonds. Solche Fonds eignen sich nicht als Basis für einen Sparplan. Die Sparpläne mit Aktien sind bei Avadis und der Basellandschaftlichen Kantonalbank entsprechend teurer.

Starke Kostenunterschiede je nach ETF

Bei vielen Anbietern unterscheiden sich die Kosten je nach ausgewähltem ETF oder Fonds deutlich. Bei Neon zum Beispiel liegen die Gesamtkosten je nach ausgewähltem ETF zwischen 193 und 1414 Franken. «Konsumentinnen und Konsumenten sollten deshalb die TER der eingesetzten ETF und Fonds im Auge behalten», rät Ralf Beyeler. Der Experte ergänzt: «Einige Anbieter informieren sehr transparent über die TER. Bei anderen müssen die Kundinnen und Kunden die Informationen im Internet selber googeln.» 

Es gibt aber auch Sparpläne, die unabhängig von den gewählten Fonds und ETF ähnliche Gesamtkosten aufweisen. Findependent sowie die Standardstrategien von Finpension und Viac stechen in der Analyse heraus: Ihre Gesamtkosten liegen alle in einer ähnlichen Grössenordnung. Es sind die einzigen Aktien-Sparpläne im Vergleich, die über zehn Jahre im besten Fall unter 600 Franken und selbst im schlechtesten Fall unter 700 Franken kosten. Finpension und Viac ermöglichen auch selbst zusammengestellte Strategien, die höhere Kosten verursachen können.

Schweizer Sparpläne in der Kostenübersicht

In der folgenden Grafik ist ersichtlich, welche Gesamtkosten bei verschiedenen Schweizer Banken, Smartphone-Banken und digitalen Anbietern während zehn Jahren anfallen.

Die Grafik zeigt deutlich die grossen Unterschiede. Während der günstigste Sparplan 80 Franken kostet, belaufen sich die Kosten des teuersten Sparplans auf fast 4000 Franken.

Auffällig ist, dass viele digitale Anbieter deutlich günstigere Sparpläne anbieten als etablierte Schweizer Banken. Ein Grund dafür ist, dass digitale Anbieter vor allem auf kostengünstige ETF setzen, während viele etablierte Schweizer Banken teurere Fondsprodukte verwenden. Digitale Anbieter können zudem Kosten sparen, indem sie keine Filialen betreiben.

Sparpläne gibt es auch für Kinder

Viele Schweizer Anbieter bieten auch Sparpläne für Kinder an – oft als Geschenksparplan bezeichnet. In letzter Zeit haben zunehmend auch digitale Anbieter entsprechende Angebote lanciert. Insbesondere bei etablierten Banken sind die Gebühren für einen Kindersparplan im Vergleich zum Angebot für erwachsene Kundinnen und Kunden reduziert. Trotz des Rabatts sind diese Sparpläne jedoch oft teurer als die günstigsten Angebote der digitalen Mitbewerber.

Ratgeber-Artikel mit weiteren Informationen

Der Vergleichsdienst moneyland.ch bietet im Artikel zum Thema Schweizer Fondssparpläne einen umfassenden Ratgeber zum Thema Sparpläne an. Auch ein umfassendes Vergleichs-PDF zu den Sparplänen steht zur Verfügung. Dort sind die Konditionen und Gebühren der verschiedenen Anbieter transparent aufgeführt.

Wünschen Sie eine umfassende Übersicht der ETF- und Fondssparpläne? Dann lassen Sie sich diese hier kostenlos als PDF zustellen.

Experte Ralf Beyeler
Ralf Beyeler ist Telekom- und Geld-Experte bei moneyland.ch.