Sie wollen einen wohltätigen Zweck unterstützen, wissen aber nicht, welches Zahlungsmittel sich dafür am besten eignet? In diesem Artikel listet das Online-Vergleichsportal moneyland.ch gängige Bezahlmethoden auf und verrät, welche bei den Non-Profit-Organisationen (NPOs) am liebsten gesehen sind.
Viele Schweizer NPOs rechnen pro Spende mit Transaktionskosten von um die 3 Prozent. Das heisst, dass von 100 Franken bereits von Anfang an 3 Franken abgezogen werden, bevor das Geld überhaupt bei der Organisation landet. Als Spenderin oder Spender können Sie einen Beitrag zur Reduktion dieser Kosten leisten, indem Sie Zahlungsmittel wählen, bei denen der Empfänger besonders niedrige Gebühren zu tragen hat.
- Direkte Banküberweisung an Hilfswerke oder Bedürftige
Für die meisten Organisationen entstehen die niedrigsten Kosten, wenn sie den Spenderinnen und Spendern einen digitalen Einzahlungsschein (QR-Rechnung) schicken und diese den Betrag dann per E-Banking zahlen. Zum einen entstehen keine Transaktionskosten bei dieser Zahlungsmethode. Zum anderen ist die Spende auf diese Weise von Anfang an einem Zweck (und einer Wohltäterin oder einem Wohltäter) zugeordnet, sodass beim Empfang des Gelds kein zusätzlicher administrativer Aufwand entsteht.
Anders ist es, wenn Sie Ihre Spende ohne Referenznummer direkt per IBAN auf das Konto einer NPO senden – dann entsteht beim Empfänger zusätzlicher administrativer Aufwand. Manche Organisationen bieten darum auch auf ihrer Website an, einen Einzahlungsschein auszustellen.
Wenn Sie hingegen per Einzahlungsschein am Postschalter statt via E-Banking zahlen, verrechnet die PostFinance zusätzliche Transaktionsgebühren. Diese Kosten muss der Empfänger Ihrer Spende tragen. Viele Organisationen weisen ihre Spenderinnen und Spender ausdrücklich daraufhin, möglichst nicht am Postschalter zu zahlen.
Wer regelmässig spendet, kann dies per Dauerauftrag, Lastschriftverfahren oder eBill tun, wodurch die Kosten und der administrative Aufwand ebenfalls relativ gering sind. Hier die Übersicht zu den verschiedenen Arten von Überweisungen:
| Art der Überweisung |
Gebühr pro Spende |
| Direktüberweisung (e-Banking) |
keine |
QR-Rechnung
(per e-Banking) |
keine |
QR-Rechnung
(am Postschalter) |
bis CHF 50: CHF 1.20
bis CHF 100: CHF 1.60
bis CHF 1000: CHF 2.35
bis CHF 10'000: CHF 3.95
Je weitere CHF 10'000 oder
Teil davon: CHF 1.25 |
| Lastschriftverfahren |
meist keine |
| eBill |
meist CHF 0.50 oder weniger |
Wenn Sie per Kredit- oder Debitkarte spenden, hängen die Gebühren davon ab, von welchem Anbieter Ihre Karte stammt und welcher Dienstleister die Zahlung für die Organisation abwickelt. Bei Kreditkarten werden die Preise individuell ausgehandelt. Typischerweise beträgt die Gebühr um die 2.5 Prozent.
Bei den Debitkarten gelten folgende Gebühren, sofern keine speziellen Konditionen ausgehandelt wurden:
| Debitkarte |
Gebühr |
| Debit Mastercard |
0.49% (plus CHF 0.08) bis 1.7%
(je nach Dienstleister) |
| Postfinance Card |
bis CHF 5: CHF 0.05
bis CHF 10: CHF 0.10
über CHF 10: CHF 0.23 |
| Visa Debit |
0.95% (plus CHF 0.10) bis 1.7%
(je nach Dienstleister) |
RaiseNow ist ein Zürcher Dienstleister für NPOs, der unter anderem Online-Spendenformulare anbietet. Sehr viele in der Schweiz tätige Hilfswerke und Organisationen nutzen ein Formular dieses Anbieters, um auf ihren Websites sogenannte Online-Spenden zu ermöglichen. In vielen, aber nicht allen Fällen steht am Schluss des Spendenformulars, dass es sich um eines von RaiseNow handelt. Wenn Sie auf diesem Weg Geld spenden, entstehen zusätzliche Kosten.
RaiseNow hat zwei Hauptangebote mit unterschiedlichen Gebühren, die sich an unterschiedliche NPOs wenden:
- Raisenow Growth: Nationale und internationale Organisationen zahlen Plattformgebühren von 0.5 Prozent bis 2.5 Prozent zusätzlich zu den Payment-Processing-Gebühren. Zusätzlich zahlen Organisationen eine feste, laufende Gebühr für die Nutzung des Dienstes. Diese liegt je nach Paket zwischen 200 und 1500 Franken pro Monat.
- Raisenow Free: Kleinere Organisationen zahlen Transaktions- und Plattformgebühren von 0.0 Prozent bis 2.5 Prozent zusätzlich zu den Payment-Processing-Gebühren. Es fallen keine laufenden Grundgebühren an. Die Organisation zahlt eine Transaktionsgebühr nur dann, wenn eine Zahlung erfolgt.
Raisenow bietet Organisationen ausserdem die Möglichkeit, Spenderinnen und Spender zu fragen, ob sie die Gebühren zusammen mit ihrer Spende übernehmen möchten. In diesem Fall muss die Organisation die Transaktions- und Plattformgebühren für diese Spende nicht selbst tragen.
Digital oder physisch?
Viele gemeinnützige Organisationen versenden Spendenaufrufe zusammen mit QR-Rechnungen per Post. In diesem Fall fallen die Kosten für Druck und Porto unter die Verwaltungs- und Werbekosten der Organisation (siehe Grafik unten).
Online-Lösungen, mit denen Organisationen Spenden online anfordern und sammeln können, sind in vielen Fällen trotz der Gebühren kostengünstiger.
Nutzerinnen und Nutzer von Twint können im Spendenbereich von Twint+ Geld an verschiedene NPOs senden. Der Zahlungsdienstleister arbeitet dazu mit dem Anbieter RaiseNow zusammen, der bei vielen NPOs auch für die Online-Spenden zuständig ist. Die Gebühr wird von RaiseNow erhoben und beträgt 2.5 Prozent.
Direktzahlungen via Twint – zum Beispiel über einen Twint-QR-Code – verursachen in der Regel Transaktionskosten von 1.3 Prozent für die Empfänger.
PayPal erhebt für Direktzahlungen eine Gebühr von 1.90 Prozent plus 0.55 Franken. Bei Online-Spenden können die Kosten allerdings höher sein, weil der Anbieter des Spenden-Formulars (zum Beispiel RaiseNow) eine Plattformgebühr verlangen kann.
Spenden über sogenannte Crowdfunding-Plattformen wie etwa GoFundMe sind in der Regel besonders teuer – zumindest im Vergleich zu herkömmlichen Direktspenden. Zwar sind die Transaktionskosten, die beispielsweise für eine Kreditkartenzahlung erhoben werden, meist im Pauschalabzug inbegriffen. Diese Pauschale beträgt aber oft um die 10 Prozent und ist damit sehr hoch. In der Tabelle sehen Sie eine Auswahl von in der Schweiz verfügbaren Crowdfunding-Plattformen und deren Gebühren:
| Plattform |
Gebühr pro Spende |
| Crowdify |
9 bis 11% (niedrigere Gebühren
bei Zielen über CHF 200'000) |
| Given Gain |
circa 8% |
| GoFundMe |
2.9% + CHF 0.30
(Dauerspenden: 5%) |
| there-for-you.com |
10% |
Übersicht zu den Gebühren
In dieser Übersicht sehen Sie die oben erwähnten Zahlungsmethoden und welche Gebühren der Empfänger pro Spende zu tragen hat:
| Anbieter/Methode |
Gebühr pro Spende |
| Direktüberweisung (E-Banking) |
keine |
QR-Rechnung / Einzahlungsschein
(E-Banking) |
keine |
QR-Rechnung / Einzahlungsschein
(am Postschalter) |
bis CHF 50: CHF 1.20
bis CHF 100: CHF 1.60
bis CHF 1000: CHF 2.35
bis CHF 10'000: CHF 3.95
Je weitere CHF 10'000 oder
Teil davon: CHF 1.25 |
| Lastschriftverfahren |
meist keine |
| eBill |
meist CHF 0.50 oder weniger |
| Kreditkarte |
circa 2.5% (je nach Anbieter) |
| Debitkarte |
circa 1.5% (je nach Anbieter) |
Online-Formular
(via RaiseNow) |
Raisenow Free: 0.0% bis 2.5% zusätzlich
zu den Payment-Processing-Gebühren
Raisenow Growth: 0.5% bis 2.5% zusätzlich
zu den Payment-Processing-Gebühren |
| Twint+ (via RaiseNow) |
2.5% |
| Twint (mit QR-Code) |
mindestens 1.3% |
| PayPal |
1.9% plus CHF 0.55 |
| Crowdify |
9 bis 11% |
| Given Gain |
circa 8% |
| GoFundMe |
2.9% + CHF 0.30 |
| there-for-you.com |
10% |
Hinweis: Falls individuelle Konditionen ausgehandelt werden, können sich die Transaktionskosten stark von denjenigen in der Tabelle unterscheiden.
Andere Kosten überwiegen
Wichtig zu wissen: Die Transaktionsgebühren sind meist nur ein kleiner Teil der Kosten, die den Spendenbetrag reduzieren. Wenn Sie beispielsweise 100 Franken spenden und dabei 2 Prozent Transaktionskosten anfallen, heisst das noch lange nicht, dass 98 Franken bei den Bedürftigen landen.
Viel stärker fallen die Kosten für die Administration und Mittelbeschaffung aufseiten der Organisation ins Gewicht. So kann es beispielsweise sein, dass eine NPO 30 Prozent der Spendengelder aufwendet, um die Verarbeitung der Zahlungen, Löhne der Angestellten, Büromieten und die Werbung um weitere Spenden zu finanzieren. Von 100 gespendeten Franken landen dann nur noch 70 Franken im eigentlichen Hilfsprojekt – selbst wenn die Transaktionskosten selbst nur 2 Prozent (in diesem Beispiel 2 Franken) betragen.
Manche Unternehmen, zum Beispiel die Fundraising-Organisation Glückskette, versuchen mit Erträgen aus Reserven die Finanzierung von Administration und Mittelbeschaffung zu bewerkstelligen. Zudem geben viele NPOs den Spendenden die Möglichkeit, einen zusätzlichen Betrag zu zahlen, um Bearbeitungskosten und Transaktionsgebühren selbst zu übernehmen.
Die meisten Hilfswerke und NPOs legen detailliert offen, wie sie ihre Gelder verteilen. Aus diesen Daten ist unter anderem ersichtlich, wie viel die Administration und Mittelbeschaffung an den gesamten jährlichen Kosten ausmachen. Hier eine Übersicht zu einigen bekannten NPOs in der Schweiz:
Der gesamte administrative Aufwand für eine Organisation ist in der Regel höher, je kleiner die Spenden sind. Darum müssen Organisationen, die viele Grossspenden oder auch Unterstützung vom Staat erhalten, meistens einen weniger grossen Anteil dieser Gelder für die Administration und Mittelbeschaffung aufwenden. Das ist eine Erklärung dafür, warum sich die Kostenverteilung bei manchen Organisationen massiv von anderen unterscheidet. Ein höherer Anteil der Administrationskosten heisst also nicht unbedingt, dass die Organisation weniger effizient oder sorgfältig mit den Spenden umgeht.
Separate Spenden-Budgets
Bei Organisationen, die sowohl Spendengelder erhalten als auch andere Einnahmequellen haben, kann es sein, dass die Finanzierung von Administration und Mittelbeschaffung komplett separat von den Spendengeldern möglich ist. In diesem Fall landet das Geld, das Sie spenden, effektiv vollständig im jeweiligen Hilfsprojekt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz beispielsweise, das hauptsächlich durch staatliche Beiträge finanziert wird, gibt an, dass Spenden von Privatpersonen gar nicht für den administrativen Teil der Geschäftstätigkeit aufgewendet werden.
Manche NPOs unterscheiden zudem zwischen zweckgebundenen und freien Spenden. Wenn Sie bei der Spende beispielsweise ein bestimmtes Projekt oder ein konkretes Anliegen angeben, sind die Chancen grösser, dass ein grösserer Anteil oder gar die gesamte Spende effektiv im entsprechenden Projekt landet. Freie Spenden dienen hingegen öfter der Begleichung der Kosten von Fundraising und Administration (inklusive Transaktionsgebühren).
Spenden von den Steuern abziehen
Nicht vergessen: Spenden können in der Schweiz von den Steuern abgezogen werden. Normalerweise darf der Abzug maximal 20 Prozent Ihres Nettoeinkommens betragen. Weitere Informationen dazu finden Sie im Ratgeber zu den Steuerabzügen in der Schweiz.
Weitere Informationen:
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