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Steuern sparen in der Schweiz: die 15 besten Tipps

Die Schweizer Steuergesetze sind kompliziert und können von Kanton zu Kanton unterschiedlich sein. Im Folgenden hat moneyland.ch die wichtigsten Tipps rund um Schweizer Einkommenssteuern zusammengestellt.

Wer nicht richtig über die Besonderheiten des Schweizer Steuersystems informiert ist, läuft Gefahr, zu viel Steuern zu zahlen. Damit das nicht passiert, erfahren Sie im Folgenden die nützlichsten Spartipps beim Ausfüllen der Steuererklärung.

1. Versicherungsprämien

Es kommt ganz auf die Versicherungskategorie an, ob Sie die Prämien bei den Einkommenssteuern absetzen können oder nicht. Die Höhe des abzugsfähigen Betrags kann sich von Kanton zu Kanton unterscheiden und von zusätzlichen Faktoren abhängig sein.

Folgende Versicherungsprämien sind nicht abzugsfähig:

  • Autoversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Hausratversicherung
  • Verschiedene weitere Sachversicherungen

Folgende Versicherungsprämien sind abzugsfähig:

2. Unfall und Krankheit

Sie können Kosten durch Unfall oder Krankheit von den Steuern absetzen, sofern diese nicht durch eine Versicherung bezahlt werden. Das gilt auch für Gesundheitskosten im Rahmen der Franchise und des Selbstbehalts in der Grundversicherung, die Sie selbst begleichen müssen. Auch abzugsfähig sind Ausgaben für rezeptpflichtige Brillen und Kontaktlinsen, lizenzierte Naturheiler und Zahnärzte.

Beachten Sie aber, dass bei den meisten Kantonen und auch beim Bund ein hoher Selbstbehalt von 5 Prozent Ihres Netto-Einkommens gilt. In den Kantonen Schwyz und Glarus liegt der Selbstbehalt etwas tiefer bei 3 Prozent, in St. Gallen und Wallis bei 2 Prozent. Am ehesten lohnt sich der Abzug im Kanton Baselland, wo es gar keinen Selbstbehalt gibt.

3. Weiterbildungen

Berufliche Weiterbildungen sind in der Regel abzugsfähig, sofern sie keine primäre Erstausbildung darstellen. Je nach Kanton variiert der absetzbare Betrag. In der Regel müssen Sie die Abzüge belegen können. Der Kanton Zürich lässt eine Pauschale von 500 Franken ohne Nachweis zu.

4. Öffentlicher Verkehr und Fahrrad

Als Berufsauslagen können Sie die Fahrkosten Ihres Arbeitswegs bei den Steuern in Abzug bringen. Während es beim Auto einige weitere Bedingungen für Steuerabzüge gibt, können Sie für Ihr Velo in jedem Fall pauschal 700 Franken abziehen. Für den öffentlichen Verkehr zwischen Ihrem Wohnort und Arbeitsplatz können Sie die tatsächlichen Fahrkosten geltend machen (auf Bundesebene bis höchstens 3000 Franken).

5. Nebenjob

Einnahmen aufgrund eines Nebenverdiensts müssen Sie vom ersten Franken an versteuern. Beim Bund und in manchen Kantonen können Sie aber immerhin 20 Prozent des Nebenverdiensts für Berufsauslagen als Pauschale abziehen. Der pauschale Abzugsbetrag ist auf 2400 Franken limitiert, danach müssen Sie die Abzüge belegen.

6. Diverse Berufsauslagen

Neben Kosten für Weiterbildung und Arbeitsweg können Sie viele weitere berufliche Auslagen von den Steuern abziehen. Dazu gehören Kosten für Berufskleidung, Verpflegung, Computer, Fachbücher. Ein Steuerabzug ist je nach Fall effektiv mit Nachweis oder pauschal ohne Nachweis möglich.

7. Dritte Säule

Sie können Einzahlungen in die Säule 3a (nicht allerdings in die Säule 3b) von den Einkommenssteuern absetzen. Und zwar unabhängig davon, ob Sie diese in ein 3a-Sparkonto oder in einen Vorsorgefonds einzahlen. Allerdings sind die Einzahlungen limitiert. Wenn Sie bereits genügend Geld auf einem 3a-Konto haben, kann es sich lohnen, weitere 3a-Konten zu eröffnen, damit bei der zukünftigen Auszahlung keine zu hohe Steuerprogression zur Anwendung kommt. Weitere Tipps rund um das Thema Steuern und Säule 3a.

8. Pensionskasse

Einkäufe in Ihre Pensionskasse können sich aufgrund der vollständigen Abzugsfähigkeit steuertechnisch lohnen. Bei der Auszahlung kommt – wie bei der Säule 3a  – ein tieferer Steuersatz zur Anwendung. Dieser Tipp gilt natürlich nur dann, wenn Sie eine solide und gut finanzierte Pensionskasse haben.

9. Kinder

Für jedes Ihrer Kinder können Sie einen definierten Betrag von Ihrem Einkommen in Abzug bringen, sofern die Kinder noch minderjährig sind. Von Kanton zu Kanton können sich die möglichen Abzüge aber unterscheiden. Gut zu wissen: Auch wenn Ihre Kinder bereits volljährig sind, kann es Steuervergünstigungen geben, wenn diese noch in der Ausbildung sind.

10. Spenden

Gemeinnützige Spenden können Sie bei den Einkommenssteuern absetzen. In der Regel beträgt der höchstmögliche Abzugsbetrag 20 Prozent Ihres Netto-Einkommens. Spenden, welche die 20 Prozent übersteigen, müssen Sie belegen. Kantonale Unterschiede sind bei der Zewo aufgeführt.

11. Parteispenden

Sogar Spenden an politische Parteien und Mitglieder-Beiträge können Sie beim Bund und Ihrem Wohnkanton von den Steuern absetzen. Dabei spielt es keine Rolle, welche Partei Sie unterstützen. Auch hier sind die Abzüge aber begrenzt:

Bei den Bundessteuern beträgt der Höchstbetrag 10'100 Franken, bei den kantonalen Steuern unterscheidet sich der Maximalbetrag von Kanton zu Kanton.

12. Aktien und andere Wertschriften

Dividenden von Aktien wie auch im Rahmen von ETFs sind steuerpflichtig. Kursgewinne sind aber steuerfrei, sofern Sie vom Steueramt nicht als gewerbsmässiger Händler von Wertschriften kategorisiert werden. Weitere Informationen zum Thema Steuern und Trading finden Sie hier.

13. Vorzeitig Steuern zahlen

Wenn Sie Ihre Steuern vorzeitig zahlen, kommen Sie in den Genuss eines Vorzugzinses, der in der Regel deutlich höher ist als auf gewöhnlichen Sparkonten. Diese Zinssätze variieren je nach Kanton. Zurzeit sind zwar auch die Zinssätze der kantonalen Steuerbehörden tief. Ein Vergleich der Zinssätze der kantonalen Steuerämter lohnt sich aber trotzdem.

14. Schulden

In der Regel können Sie die Zinsen Ihrer Schulden (nicht aber die Schulden selbst) bei den Steuern in Abzug bringen. Dazu gehören auch die Zinsgebühren von Privatkrediten, Kreditkarten (Teilzahlungen) und Hypothekarzinsen.

Nicht abzugsfähig sind Leasingkosten und (je nach Kanton) die Zinsen von Baukrediten. Für die Abzüge gilt ein Maximum von 50'000 Franken plus Vermögenserträge. Wenn Sie eine Hypothek haben, lohnt sich aus Steuersicht häufig eine indirekte Amortisation.

15. Experten fragen

Das Steuerwesen ist in der Schweiz von einer hohen Komplexität, nicht zuletzt wegen den mannigfaltigen kantonalen Unterschieden. Es kann deshalb Sinn ergeben, einen Steuerberater aufzusuchen. Und wenn es auch nur für einmal ist, um die besten Steuertipps für Ihre Situation zu erfahren. Sie finden eine Auswahl an diplomierten Experten sind bei Expert Suisse und Treuhand Suisse.

Weitere Informationen:
Vorzeitig Steuern zahlen
Aktiengewinne wie versteuern?
Säule 3a: Steuern sparen

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