Ab dem 1. April 2026 müssen Kundinnen und Kunden vom Marktführer Swisscom tiefer in die Tasche greifen. Je nach Abo steigt die monatliche Grundgebühr um bis zu 1.90 Franken. Das entspricht einer Preissteigerung von bis zu 6.4 Prozent.
Die Preiserhöhungen im Überblick
Die Handy- und Internet-Abos der Swisscom kosten ab April 1.90 Franken pro Monat mehr, TV- und Festnetz-Abos 90 Rappen pro Monat.
Die folgende Übersicht zeigt die prozentuale Preiserhöhung der verschiedenen Swisscom-Abos:
Von der Preiserhöhung sind sowohl bestehende als auch neue Kundinnen und Kunden betroffen. Keine Preiserhöhung gibt es bei mobilen Daten-Abos, Prepaid-Produkten und einigen Nischenangeboten. Swisscom informiert die Kundinnen und Kunden in den nächsten Tagen über die Rechnung und per E-Mail.
Erhöhen auch Coop Mobile, Migros Mobile und Wingo die Preise?
Die Preiserhöhung auf den 1. April betrifft nur Abos der Hauptmarke Swisscom, wie das Telekom-Unternehmen auf Anfrage von moneyland.ch mitteilt. Kundinnen und Kunden von Coop Mobile, Migros Mobile und Wingo bleiben damit vorerst von einer Preiserhöhung verschont.
Können die Kundinnen und Kunden gebührenfrei kündigen?
Die Preiserhöhung ist für Kundinnen und Kunden eine Gelegenheit, den Vertrag ohne Strafgebühren vorzeitig aufzulösen. Wer mit der Preiserhöhung nicht einverstanden ist, kann den Vertrag vorzeitig gebührenfrei kündigen und sollte sich dafür rechtzeitig bei Swisscom melden. moneyland.ch bietet einen Handy-Abo-Vergleich an.
Sinkende Umsätze als Begründung
Swisscom begründet die Preiserhöhung mit sinkenden Gesamtumsätzen sowie rückläufigen Umsätzen pro Kundin und Kunde. Dieser Umsatzrückgang lasse sich nicht allein durch Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen auffangen, schreibt das Unternehmen. Gleichzeitig betont Swisscom, dass Kundinnen und Kunden heute deutlich mehr Leistung erhielten als noch vor wenigen Jahren.
Wie teuer ist Swisscom im Vergleich zur Konkurrenz?
Mit der Preiserhöhung wird Swisscom noch teurer, obwohl die Abos von Swisscom bereits heute massiv teurer sind als viele Konkurrenzangebote.
Das zeigt der Vergleich mit Angeboten der Konkurrenz. Berücksichtigt sind dabei Normalpreise, keine Aktionsangebote und keine Spezialrabatte.
- Ein Handy-Abo mit einer Flatrate – also mit schweizweit unlimitiertem Internet und unlimitierter Telefonie – ist bei mehreren Anbietern bereits für weniger als 20 Franken pro Monat erhältlich. Bei Swisscom kostet ein vergleichbares Handy-Abo neu 71.80 Franken.
- Selbst ein Handy-Abo mit Inklusiv-Datenroaming (20 GB) in Europa ist bei einigen Anbietern ab rund 20 Franken pro Monat erhältlich. Bei Swisscom kostet ein Abo mit unlimitierter Nutzung in der Schweiz und Datenroaming in Europa (40 GB) neu mindestens 81.80 Franken.
- Ein langsames Internet-Abo mit einem für die meisten Haushalte ausreichend schnellem Internet-Zugang gibt es für weniger als 30 Franken pro Monat. Bei Swisscom kostet ein solches Abo 66.80 Franken.
- Ein Gigabit-Internetzugang ist in der Schweiz ab rund 35 Franken pro Monat erhältlich. Swisscom verlangt dafür neu 81.80 Franken.
Preiserhöhungen auch bei der Konkurrenz
In den vergangenen Jahren kam es bei Swisscom nur vereinzelt zu Preiserhöhungen bei Privatkunden-Abos. Zuletzt machte Swisscom im Jahr 2024 für zahlreiche Kundinnen und Kunden die bisher kostenlose Bluewin-E-Mail-Adresse kostenpflichtig. Zudem stellte Swisscom Kundinnen und Kunden mit älteren, günstigeren Abos auf teurere Abos um.
Anders die Konkurrenz: In den vergangenen Jahren kam es zu mehreren Preiserhöhungen bei Salt und Sunrise sowie bei Lebara und Yallo. Auch die Swisscom-Zweitmarke Wingo nahm ein besonders günstiges Handy-Abo für Neukundinnen und Neukunden aus dem Sortiment.
Einschätzung von Telekom-Experte Ralf Beyeler
Die Preiserhöhung sollte für Kundinnen und Kunden Anlass sein, einen Wechsel des Anbieters zu prüfen. Insbesondere langjährige Kundinnen und Kunden, die seit vielen Jahren dasselbe Abo nutzen, können mit einem Wechsel deutlich sparen. Solange nur ein kleiner Teil der Kundinnen und Kunden bei Preiserhöhungen kündigt, können sich Anbieter solche Preiserhöhungen erlauben.
Ich finde es bemerkenswert, dass Swisscom die Preiserhöhung nicht mit der Inflation begründet, sondern mit der technologischen Entwicklung. Die technologische Entwicklung führt seit Jahrzehnten dazu, dass Geräte und Netze immer schneller und leistungsfähiger werden. Dies führt bei Netzbetreibern wie Swisscom nicht zu höheren Kosten, sondern senkt die Kosten langfristig sogar.
Für mich ist der Rückgang des Umsatzes pro Kundin und Kunde ein klares Zeichen dafür, dass immer mehr Kundinnen und Kunden zu günstigeren Zweit- und Drittmarken wechseln. Oder anders gesagt: Die Bereitschaft, hohe Preise für Abos der Hauptmarke Swisscom zu bezahlen, nimmt ab.
Weitere Informationen:
Schweizer Handy-Abos im Vergleich