Was sind Instant Payments?
Instant Payments sind Geldüberweisungen, die bereits wenige Sekunden nach dem Absenden auf dem Bankkonto des Empfängers eintreffen. Daher werden Instant Payments auch Echtzeitüberweisungen genannt. Kundinnen und Kunden können Instant Payments täglich rund um die Uhr nutzen. Allerdings müssen sowohl die Bank des Absenders als auch die Bank des Empfängers Instant Payments unterstützen, damit Kundinnen und Kunden diesen Service nutzen können.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist überzeugt, dass Instant Payments zum neuen Standard im elektronischen Zahlungsverkehr werden.
Was ist der Unterschied zu normalen Überweisungen?
Im Unterschied zu Instant Payments kann es bei normalen Überweisungen einen Werktag oder länger dauern, bis das Geld dem Empfänger gutgeschrieben wird. Es dauert so lange, weil die meisten Schweizer Banken gewöhnliche Überweisungen bislang in einem digitalen Stapel sammeln und erst in der darauffolgenden Nacht verarbeiten.
Seit dem 17. November 2023 können Schweizer Banken Inlandsüberweisungen zwischen verschiedenen Instituten dank des neuen SIC5-Systems rund um die Uhr verarbeiten. Davor war dies nur an Bankwerktagen zwischen 19 und 17 Uhr möglich. Trotz der neuen technischen Möglichkeiten verarbeiten Schweizer Banken normale Überweisungen weiterhin nur zu eingeschränkten Zeiten.
Überweisungen ins Ausland dauern noch länger als Inlandszahlungen. Denn die Hausbank leitet die Überweisung über Korrespondenzbanken ins Ausland weiter. So kann es je nach Land durchaus eine Woche oder länger dauern, bis das Geld auf einem ausländischen Bankkonto ankommt. Sofern eine Schweizer Bank an das entsprechende ausländische Instant-Payment-System angeschlossen ist, verkürzt sich diese Zeit auf wenige Sekunden. Im April 2026 ist von den bekannten Schweizer Banken lediglich die UBS an ein solches System angeschlossen.
In welchen Situationen können Instant Payments eingesetzt werden?
Instant Payment kann in verschiedenen Situationen nützlich sein. Hier einige Beispiele:
- Online-Shopping: Beim Online-Shopping kann Instant Payment eine schnelle und einfache Zahlungsmethode sein. Das Geld ist sofort beim Händler und dieser kann die Ware sofort versenden. Die Käufer brauchen keine Debit- oder Kreditkarte und die Händler sparen hohe Gebühren.
- Geld ins Ausland senden: Instant Payment kann auch bei Auslandsüberweisungen von Vorteil sein, da das Geld sofort beim Empfänger ankommt.
- Handwerker oder Dienstleister direkt bezahlen: Wenn Sie einen Handwerker oder Dienstleister direkt bezahlen müssen, können Sie dies mit Instant Payment einfach per Smartphone erledigen. Der Handwerker benötigt dafür kein Bezahlterminal.
- Notfälle: Wenn ein Familienmitglied oder ein Freund dringend Geld benötigt, können Sie mit Instant Payment schnell helfen. Das Geld kommt sofort an, auch am Wochenende und in der Nacht.
Welche Schweizer Banken bieten Instant Payment an?
Seit dem 20. August 2024 müssen die meisten Schweizer Banken in der Lage sein, eingehende Instant Payments von anderen Schweizer Banken zu empfangen. Kleine Banken, die weniger als 500’000 Zahlungen pro Jahr abwickeln, haben noch bis Ende 2026 Zeit.
Folgende Banken ermöglichen das Verschicken von Geld über Instant Payment (Stand: April 2026):
- Aargauische Kantonalbank
- Bank CIC
- Basellandschaftliche Kantonalbank
- Berner Kantonalbank
- CA Next Bank
- Graubündner Kantonalbank
- Hypothekarbank Lenzburg
- LLB
- Neon (ohne Free)
- Raiffeisen
- Spar- und Leihkasse Gürbetal
- St. Galler Kantonalbank
- Tessiner Kantonalbank
- Thurgauer Kantonalbank
- UBS
- Zürcher Kantonalbank
Schweizer Banken sind aber nicht verpflichtet, die Möglichkeit von ausgehenden Instant Payments anzubieten.
Folgende Banken werden ausgehende Instant-Payment-Überweisungen für Privatpersonen später einführen:
- Bank BSU: Einführung voraussichtlich erst im Jahr 2026
- Bank Cler
- Basler Kantonalbank
- Luzerner Kantonalbank
- Migros Bank
- Postfinance
- Swissquote: Einführung voraussichtlich im Jahr 2027
- Valiant
- Zak
Auch nach der Einführung der neuen Echtzeitüberweisung werden Schweizer Banken weiterhin auch normale Überweisungen anbieten. Echtzeitüberweisungen werden ein zusätzliches Angebot sein.
Mit Twint betreiben die Schweizer Banken seit vielen Jahren ein Mobile-Payment-System, mit dem Konsumentinnen und Konsumenten innert Sekunden Geld an Dritte senden können. So schnell geht es, wenn beide die Prepaid-App von Twint nutzen. Ist die Twint-App einer Bank involviert, kann es unter Umständen deutlich länger dauern, bis der Betrag dem Konto gutgeschrieben wird.
Schweizer Kundinnen und Kunden der britischen Smartphone-Banken Wise und Revolut können bereits seit längerer Zeit per Instant Payment Geld schicken und empfangen. Wise setzt sehr stark auf Instant Payment: Bei diesem auf internationale Zahlungen spezialisierten Anbieter werden mehr als die Hälfte aller Überweisungen als Instant Payments getätigt. Zudem können Kundinnen und Kunden von Alpian, Neon und Zak Geld in Echtzeit auf Konten desselben Anbieters senden, nicht jedoch an andere Banken.
Derzeit bietet noch kaum eine Schweizer Bank den europäischen «SEPA Instant Credit Transfer» an (Stand: April 2026). Eine Ausnahme ist die UBS, die dies ausgewählten Kundinnen und Kunden anbietet. Es ist denkbar, dass in Zukunft auch weitere Schweizer Banken diese Dienstleistung für schnellste Überweisungen ins und aus dem europäischen Ausland anbieten werden. Von den angefragten Schweizer Banken gab Swissquote als einziger Anbieter an, dies künftig anbieten zu wollen.
Bieten auch Smartphone-Banken Instant Payments an?
Einige Smartphone-Banken bieten ihren Kundinnen und Kunden Instant Payments bereits heute an. Dazu gehören beispielsweise Wise und Revolut. Schicken Kundinnen und Kunden von Neon Überweisungen ins Ausland, so wird der Betrag oft in weniger als 10 Minuten auf dem Konto im Ausland gutgeschrieben. Ausserdem können Neon-Kunden jederzeit Geld auf ein anderes Neon-Konto überweisen, wobei die Gutschrift umgehend erfolgt.
Was kosten Instant Payments?
Bei allen Banken, die moneyland.ch angefragt und von denen moneyland.ch eine Antwort erhalten hat, sind ankommende Instant Payments für Privatkundinnen und -kunden gebührenfrei:
- Aargauische Kantonalbank
- Bank BSU
- Bank Cler
- Basellandschaftliche Kantonalbank
- Basler Kantonalbank
- Berner Kantonalbank
- Graubündner Kantonalbank
- Hypothekarbank Lenzburg
- LLB
- Luzerner Kantonalbank
- Migros Bank
- Neon
- Postfinance
- Raiffeisen *
- St.Galler Kantonalbank
- Swissquote
- Thurgauer Kantonalbank
- Valiant
- Zak
- Zürcher Kantonalbank
* Empfehlung von Raiffeisen Schweiz an die unabhängigen lokalen Raiffeisenbanken. Je nach Raiffeisenbank gibt es Unterschiede bei den Konditionen.
Einige Banken verlangen bei Geschäftskundinnen und -kunden eine Gebühr für Zahlungseingänge, diese kann je nach Bank auch bei Instant Payment verrechnet werden.
Erst wenige Banken bieten ab 20. August 2024 die Möglichkeit an, Instant Payments zu verschicken. Entweder ist das Verschicken von Geld per Instant Payment gebührenfrei möglich oder kostet pro Auftrag. Gängig ist ein Preis von 2 Franken pro Echtzeitüberweisung, die UBS verlangt bis zu 5.30 Franken.
Tabelle: So viel kosten ausgehende Instant-Payment-Überweisungen
| Bank |
Gebühr
pro Überweisung |
Bemerkung |
| Aargauische Kantonalbank |
CHF 2.00 |
|
| Bank CIC |
CHF 1.50 |
|
| Basellandschaftliche Kantonalbank |
CHF 2.00 |
|
| Berner Kantonalbank |
gebührenfrei |
Gestaffelte Einführung. |
| CA Next Bank |
CHF 2.00 |
|
| Graubündner Kantonalbank |
gebührenfrei |
|
| Hypothekarbank Lenzburg |
gebührenfrei |
|
| LLB |
CHF 2.00 |
|
| Neon |
gebührenfrei |
Mit Preisplan Free nicht möglich. |
| Raiffeisen (Privatkunden) * |
CHF 2.00 |
Mit Mitglieder-Privatkonto oder Jugendkonto:
12 Aufträge pro Jahr gebührenfrei |
| Raiffeisen (Geschäftskunden) * |
CHF 0.50 |
|
| Spar- und Leihkasse Gürbetal |
CHF 0.10 |
Mit Privatkonto Premium gebührenfrei |
| St. Galler Kantonalbank |
CHF 2.00 |
|
| Tessiner Kantonalbank |
CHF 5.00 |
|
| Thurgauer Kantonalbank |
CHF 3.00 |
|
| UBS |
CHF 5.00
oder CHF 5.30 |
|
| Zürcher Kantonalbank |
CHF 2.00 |
|
* Empfehlung von Raiffeisen Schweiz an die unabhängigen lokalen Raiffeisenbanken. Je nach Raiffeisenbank gibt es Unterschiede bei den Konditionen.
Unterstützt Twint Instant Payment?
Twint unterstützt zwar bereits heute einige Funktionen von Instant Payment, zum Beispiel das Anfordern von Geld bei Dritten. Das schnelle Senden von Beträgen ist mit Twint zwar möglich, aber im Hintergrund wird die Zahlung nicht in Echtzeit verarbeitet. Deshalb kann es einige Zeit dauern, bis das Geld auf dem Konto angekommen ist.
Ist Instant Payment in Europa bereits verfügbar?
Seit November 2017 können Bankkundinnen und Bankkunden in vielen europäischen Ländern mit Instant Payment bezahlen. Diese Dienstleistung heisst «SEPA Instant Credit Transfer». Das Regelwerk sieht vor, dass solche Überweisungen grundsätzlich innerhalb von zehn Sekunden abgewickelt werden müssen. In Ausnahmefällen sind 20 Sekunden zulässig. Diese maximale Dauer gilt sowohl für Zahlungen innerhalb eines Landes als auch für Zahlungen in ein anderes europäisches Land.
Nicht alle Banken in den jeweiligen Ländern bieten ihren Kunden Instant Payment an. Nur wenn sowohl die Bank des Senders als auch die Bank des Empfängers Instant Payment unterstützen, können Kundinnen und Kunden diese Dienstleistung nutzen.
In welchen Ländern ist Instant Payment besonders beliebt?
Vor allem in vielen asiatischen Ländern ist Instant Payment bereits sehr beliebt. Im Jahr 2025 wurden in Indien rund 200 Milliarden Zahlungen per Instant Payment getätigt. Die Zahl der Transaktionen in China liegt in einer ähnlichen Grössenordnung. Stark verbreitet ist Instant Payment auch in Brasilien, Thailand, Nigeria und Südkorea.
Zum Vergleich: In Europa liegt Grossbritannien mit jährlich rund 5 Milliarden Transaktionen klar vorne.
Ist Instant Payment eine Konkurrenz zur Kartenzahlung?
Instant Payment wird als Konkurrenz zur Kartenzahlung angesehen. Händler zahlen hohe Gebühren, wenn Kundinnen und Kunden mit einer Karte bezahlen. Es ist denkbar, dass die Gebühren für Instant Payment deutlich niedriger ausfallen. Instant Payment ist eine Dienstleistung des Zahlungsverkehrs. Solche Dienstleistungen waren in der Vergangenheit wesentlich günstiger als Kartentransaktionen. Für einen Online-Händler könnte Instant Payment daher eine kostengünstige Alternative zur Akzeptanz von Debit- und Kreditkarten werden.
Wie sicher ist Instant Payment?
Instant Payments gelten als genauso sicher wie herkömmliche Überweisungen. Instant Payment läuft über das normale E-Banking oder die normale Banking-App. Beim Schweizer Instant-Payment-System werden die Zahlungen zwischen den Schweizer Banken über dasselbe Clearingsystem abgewickelt wie normale Überweisungen.
Was passiert, wenn ich bei einer Instant-Payment-Zahlung einen Fehler mache?
Da bei der Echtzeitüberweisung der Betrag sofort überwiesen wird, kann es schwieriger sein, das Geld über die Bank zurückzuhalten. Wie bei einer normalen Überweisung kann die Bank aber unter Umständen helfen.
Rechtlich ist die Lage klar: Wenn Sie jemandem irrtümlich Geld überwiesen haben, ist diese Person verpflichtet, Ihnen das Geld zurückzuerstatten.
Welche Vorteile bietet Instant Payment?
Überweisungen über Instant Payment haben viele Vorteile:
- Sofortige Überweisung innerhalb von Sekunden. Das Geld ist sofort auf dem Konto verfügbar.
- Funktioniert 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag.
- Nach dem Bezahlvorgang ist das Geld sofort beim Empfänger. Der Empfänger kann die Ware sofort verschicken.
- Neue Services wie «Request to Pay» – eine Zahlungsanforderung durch einen Kollegen oder Händler – sind möglich.
- Deutlich geringere Gebühren für den Händler als bei der Kartenzahlung sind möglich.
Welche Nachteile hat Instant Payment?
Zahlungen via Instant Payment haben auch einige Nachteile:
- Da das Geld innerhalb weniger Sekunden übertragen wird, kann es schwieriger sein, Fehler zu korrigieren.
- Je nach Bank sind Instant-Payment-Zahlungen teurer als eine gewöhnliche Überweisung.
- Erst wenige Banken ermöglichen das Überweisen von Geld via Instant Payment.
- Sowohl die Bank des Absenders wie auch die Bank des Empfängers müssen Instant Payment unterstützen.
Weitere Informationen:
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