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Oldtimer-Kauf: 13 Tipps für die beste Wertanlage

Lohnt es sich, in Oldtimer zu investieren? Die besten Tipps für eine Oldtimer-Investition erfahren Sie im folgenden Moneyland-Ratgeber.

«Vintage» ist in. Oldtimer sind in den letzten Jahren zu einer beliebten Kapitalanlage geworden. Fantastische Renditen einzelner Auto-Marken haben sich rasch herumgesprochen. Einzelfälle sollten den Blick auf die Realität nicht verstellen: Oldtimer kommen längst nicht für jeden Anleger infrage.

Die folgenden 13 Tipps und Informationen könnten Ihnen weiterhelfen:

  1. Wenn Sie selbst noch kein «Crack» sind: Informieren Sie sich gründlich über das Automobil, bevor Sie es kaufen. Recherchieren Sie im Netz, in Internet-Foren und Fachzeitschriften. Fragen Sie bei Fanclubs, Garagisten oder Experten nach.
     
  2. Kaufen Sie nur Oldtimer in tadellosem Zustand und von hoher Qualität. Es sei denn natürlich, Sie sind ein leidenschaftlicher Bastler, der selbst Hand anlegen möchte. Oder Sie kalkulieren die Reparaturkosten genau ein, die Sie von einem Fachmann einschätzen lassen.
     
  3. Die Faustregel für eine korrekte Bewertung orientiert sich wie immer an Angebot und Nachfrage: Je seltener das Automobil, desto wertvoller ist es oder kann es noch werden. Das gilt insbesondere für Autos, die nur in streng limitierter Stückzahl gebaut worden sind.
  1. Der durchschnittliche Wert von Oldtimern ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Das  garantiert aber leider keine ähnlichen Entwicklungen in der Zukunft. Zur allgemeinen Orientierung können Indizes wie der Deutschen Oldtimer Index DOX trotzdem einen Anhaltspunkt über die generelle Wertentwicklung bieten. Der DOX ist 2012 um 4.2 Prozent, 2013 um 8.1 Prozent und 2014 um 4.5 Prozent gestiegen.
     
  2. Marktbeobachter erwarten in den kommenden Jahren mit einer zunehmenden Marktöffnung ein verstärktes Interesse seitens chinesischer Investoren. Das könnte dem Oldtimer-Markt weiteren Auftrieb geben. Daneben gibt es aber eine Reihe von konjunkturellen und marktspezifischen Faktoren, welche als Preisdämpfer wirken können.
  1. Ein eigener Oldtimer ist eine längerfristige Sachwertanlage, ähnlich wie ein Eigenheim. Das investierte Kapital wird also mittel-, meist sogar langfristig gebunden. Ein kurzfristiger Verkauf ist in der Regel nicht möglich.
  1. Faustregel: Auto-Investitionen unter 20’000 Franken lohnen sich kaum, weil sie mit Fixkosten für Pflege und einen geeigneten Stellplatz verbunden sind. Nach einer exemplarischen Berechnung muss die jährliche Rendite selbst bei einem Fahrzeugwert von rund 70’000 Franken um vier Prozent steigen, um die laufenden Kosten abzudecken. Erwarten Sie Vermögenszuwächse bei einem Oldtimer im besten Fall erst ab einer Investition von etwa 50’000 Franken.
  1. Nicht alle Marken sind als Investitionsobjekte geeignet. Besonders favorisiert werden zurzeit Liebhaberobjekte von Ferrari. Die Preise für die italienische Luxusmarke sind in den letzten Jahren förmlich explodiert. Unter den 10 am teuersten versteigerten Autos aller Zeiten sind 8 Ferraris. Der bisher höchste Preis erzielte ein Ferrari 250 GTO für mehr als 38 Millionen Dollar bei einer Versteigerung 2014. Aber auch deutsche (Porsche, Mercedes, BMW) und britische Luxusschlitten (Bentley, Rolls Royce) können hohe Preise erzielen. Auch etwas jüngere 40- bis 50-jährige Modelle, die sich immer noch gut fahren lassen, sind momentan begehrt. Dass ein Peugeot zu einem Rendite-Juwel wird, ist hingegen schon seltener. Ausnahmen gibt es aber immer.
     
  2. Seltene Modelle oder Rennwagen erzielen bei Auktionen zuweilen Beträge in Millionenhöhe. Besonders hoch sind die Preise momentan an Auktionen in den USA, etwas weniger hoch in Europa oder der Schweiz. Zu den wertvollsten Oldtimern gehören Marken wie Bentley, Rolls Royce, Lagonda, Düsenberg, Bugatti oder Ferrari. Bei begehrten Modellen dieser Hersteller liegt der jährliche Wertzuwachs bei bis zu 30 Prozent und mehr. Ganz seltene Top-Modelle, zu denen etwa ein Mercedes 540K Spezial Roadster aus dem Jahr 1936 zählt, erzielen an Auktionen zweistellige Millionenerlöse.
     
  3. Der Oldtimer-Markt ist – ähnlich wie der Kunstmarkt – längst nicht immer rational. So kann auch eine spezielle Geschichte zur Wertsteigerung eines Wagens beitragen. Wenn der Erstbesitzer beispielsweise eine weltberühmte Persönlichkeit war, kann das ein bedeutender Wertvorteil sein. Die Prominenz eines Vorbesitzers kann sogar die Marke und das Modell des Vehikels in den Hintergrund stellen.
     
  4. Alternativ bietet sich der Kauf von Automobil- und Oldtimer-Fonds an. Beachten Sie aber, dass hohe Fondsgebühren die Rendite wieder wegfressen können.
     
  5. Manche Investoren sehen den Kauf eines Oldtimers optimistisch als Diversifizierung des eigenen Vermögens. Allerdings sollte der Investitionsanteil von Automobilien am Gesamtvermögen aufgrund des hohen Risikos nur einen begrenzten Prozentsatz ausmachen.
     
  6. Auch nach gründlicher Recherche bleibt ein Oldtimer-Kauf eine riskante und spekulative Anlage. Wer einen Oldtimer als reines Investitionsobjekt betrachtet, kann böse auf die Welt kommen. Der Markt ist und bleibt volatil und unsicher. Am besten fahren Sie, wenn Sie selbst Freude am gekauften Auto haben. Wenn es dann noch schön an Wert zulegt, umso besser.

Ihre Moneyland-Redaktion

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