diamanten investment

Diamanten als Geldanlage?

Lohnt sich ein Diamanten-Investment? Wie investiert man am besten in den Edelstein. Erfahren Sie jetzt wissenswerte Informationen im folgenden Moneyland-Ratgeber.

«Diamonds are a girl's best friend» – das wusste schon Marilyn Monroe vor mehr als einem halben Jahrhundert. Doch dass die funkelnden Edelsteine inzwischen auch als wertvolle Kapitalanlage gelten, ist eher ein Phänomen der heutigen Zeit. Diamanten hatten zwar schon immer ihren Wert und galten als Luxus- und Prestigeobjekt. Doch heutzutage diversifizieren auch immer mehr Kapitalanleger ihr Portfolio mit der härtesten Währung der Welt – etwa als «Hedging» gegen mögliche Inflationstendenzen.

Der Kauf von realen Diamanten ist nach wie vor die präferierte Anlagemethode. Die wertvollen Edelsteine können zum Beispiel in einem Bankschliessfach sicher verstaut werden. Hoch im Kurs stehen dabei weniger Industrie- als vielmehr Schmuckdiamanten.

Diamanten mit stolzen Renditen

Vor allem aus China, Indien, Brasilien und Russland werden die Edelklunker als prestigeträchtige Schmuckstücke stark nachgefragt, während das Angebot überschaubar bleibt. So werden kaum neue Diamantenminen erschlossen. Das treibt die Preise in die Höhe.

Gewisse Diamanten-Experten rechnen über viele Jahre hinweg mit stolzen 6 bis 8 Prozent Rendite pro Jahr. Einzelne Diamanten von besonders hoher Qualität – zum Beispiel besonders reine und grosse Exemplare mit einer schönen Farbe – erzielen dabei noch deutlich höhere Renditen, wie die exorbitanten Preise an Auktionen zeigen.

Einen ersten Anhaltspunkt zur Preisentwicklung und den Wert von Diamanten kann zum Beispiel der so genannte Diamond-Prices-Index (DPI) geben, der die historische Preisentwicklung für Diamanten der letzten Jahre widerspiegeln soll. Die Preise werden vor allem von der Nachfrage nach diamantenem Schmuck getrieben. Der Index berechnet sich aus der Wertentwicklung von Diamanten global agierender Händler.

Diamanten als riskante Anlage

Zum Vergleich: Während der Goldwert seit dem Jahr 2006 bis 2015 um rund 145 Prozent anstieg, legte der Wert für Diamanten im selben Zeitraum immerhin um rund 60 Prozent zu. Es kann jedoch jederzeit heftige Kurstaucher geben. Manche Experten erwarten aufgrund der hohen Nachfrage einen unverhältnismässig hohen Preisanstieg in den nächsten Jahren. Diamanten bleiben also eine verhältnismässig riskante Anlage.

Vor dem Kauf eines Diamanten sollten Sie unbedingt auch die Expertise von geschulten Fachpersonen in Anspruch nehmen. Denn die Bewertungsgrundlagen sind für den Laien schwer zu beurteilen. Der eigentliche Wert von Diamanten ist nicht so klar definiert wie bei Gold, wo es in erster Linie auf das Gewicht des reinen Elements ankommt. Bei Diamanten gibt es kein Reinheitsgebot wie bei Gold oder Platin. Dafür sind eine Vielzahl von Parametern für die Preisbildung verantwortlich.

Diamanten bewerten

Bei Fachleuten richtet sich der Preis für den Edelstein gewöhnlich nach den vier englischen Cs: Carat steht für das Gewicht, wobei ein Karat 0.2 Gramm wiegt. Claritiy steht für die Reinheit des Steins, Colour für die Farbe und Cut für den Schliff. Manchmal wird ein fünftes C erwähnt: Certificate steht für Zertifikat und soll die Qualität und Echtheit des Edelsteins beweisen. Wer auf Nummer sicher gehen will, engagiert ein anerkanntes Prüflabor für eine kostspielige Analyse.

Diamanten-Aktien

Alternative Investitionsmöglichkeiten gibt es für Diamanten nur wenige. Anleger haben die Möglichkeit, «indirekt» über Aktien von Minengesellschaften, Diamantenproduzenten oder Diamantenhändler in Diamanten zu investieren. Aktien börsennotierter Unternehmen aus dem Diamantengeschäft können sich für Anleger als profitable Ergänzung ihrer Portfolios erweisen. Die führenden Diamantenproduzenten steigerten ihre Gewinne in den letzten Jahren denn auch um bis zu 80 Prozent jährlich.

Die produzierenden Unternehmen investieren beständig in neue Maschinen zum Abbau der Rohdiamanten und in effizientere Schleifmaschinen. Auch bei der Verarbeitung gehen Unternehmen neue Wege. Antwerpen ist noch immer der grösste Handelsplatz für Diamanten – in Belgien sind nach wie vor die besten Diamantenschleifer der Welt zu finden. Allerdings verlagern viele Unternehmen ihre Produktion inzwischen ins Ausland – hin zu billigeren Arbeitskräften. Indien, Israel und auch China gehören inzwischen zu den Ländern mit den meisten Diamantenschleifern.

Erschwerend kommt bei Aktieninvestitionen hinzu, dass viele Firmen nicht nur mit Diamanten, sondern mit weiteren Edelsteinen oder Rohstoffen geschäften. Zusätzlich tragen Aktienkäufer neben dem möglichen Fremdwährungsrisiko auch alle Risiken, die mit den konkreten Gesellschaften und ihrer Geschäftsführung in Zusammenhang stehen. Geht eine Gesellschaft Konkurs, ist auch die Aktie nichts mehr wert, während ein Diamant seinen Marktwert weiterhin beibehält.

Diamanten-Fonds

Als Investitionsmöglichkeiten gibt es einzelne Anlagefonds – bei denen die geneigten Anleger allerdings auf die oftmals hohen Management-Gebühren achten sollten. Leider sind eigentliche indexbasierte Diamanten-ETF noch wenig entwickelt. Es existieren bloss ETF, die an ausgewählten Aktien im Bereich Diamantenhandel oder der Diamantenproduktion partizipieren.

Ihre Moneyland-Redaktion

Weiterführende Informationen:
Aktienhandel: Grosser Broker-Vergleich
Swiss Private Banking im Vergleich
Wein als Anlage
Whisky als Anlage

Über das Moneyland-Magazin

Das Moneyland-Magazin informiert Sie kompetent und unabhängig über eine Vielzahl von Finanz- und Geldthemen. Neben Hintergrundartikeln und Interviews mit Experten finden Sie zahlreiche praktische Geldratgeber.