Ab dem 1. Juni 2026 bezahlen Privatkundinnen und Privatkunden von Salt mehr für ihre Handy-Abos. Je nach Abo steigt die Grundgebühr um 1 oder 2 Franken. Von der Preiserhöhung sind sowohl neue als auch bestehende Kundinnen und Kunden betroffen.
Die Preiserhöhung im Überblick
Die Preiserhöhungen folgen einem klaren Muster: Handy-Abos mit einer monatlichen Grundgebühr von weniger als 80 Franken werden um 1 Franken pro Monat teurer. Bei den übrigen Abos beträgt die Erhöhung monatlich 2 Franken.
Die Preiserhöhung betrifft ausschliesslich SIM-only-Handy-Abos für Privatpersonen sowie Soho-Kundinnen und -Kunden. Keine Preiserhöhung gibt es bei Handy-Abos, die zusammen mit einem Gerät auf Ratenzahlung abgeschlossen wurden, sowie bei Optionen, Glasfaser-Internet-Abos und für grosse Firmen. Salt hebt die Preise nur bei der Hauptmarke an, nicht jedoch bei Zweit- und Drittmarken wie Gomo, Lidl Connect und Post Mobile.
Salt begründet die Preiserhöhung mit hohen Investitionen für den Netzausbau. Zudem betont der Netzbetreiber, dass die durchschnittliche Datennutzung pro Kunde in den letzten fünf Jahren um 50 Prozent gestiegen ist.
Auch Aktionspreise steigen
Grundsätzlich gilt: Auch Handy-Abos zum Aktionspreis kosten jeden Monat 1 oder 2 Franken mehr. Viele Kundinnen und Kunden sind überrascht von Preiserhöhungen, da sie oft davon ausgehen, dass ein «lebenslanger Rabatt» gleichbleibende Preise bedeutet.
Die Regelung ist eigenartig: Salt gewährt bei Aktionen einen Rabatt auf den Listenpreis. Wenn nun der Listenpreis steigt, erhöht sich automatisch auch die effektiv zu bezahlende monatliche Grundgebühr.
Abos zum Aktionspreis bis zu 6.7 Prozent teurer
Salt setzt stark auf Aktionspreise. Aktionen sind bei Salt teilweise 50, 60 oder sogar 65 Prozent günstiger als der Normalpreis.
Berechnungen von moneyland.ch zeigen, dass Kundinnen und Kunden zwischen 3.7 und 6.7 Prozent mehr bezahlen, wenn sie das Handy-Abo mit einem Rabatt von 65 Prozent abgeschlossen haben. Bei einem Rabatt von 50 Prozent beträgt die Preiserhöhung zwischen 2.6 und 4.8 Prozent.
Gebührenfreie Kündigung möglich
Wie Salt auf Anfrage von moneyland.ch schreibt, haben die Kundinnen und Kunden von Salt das Recht, ihren Vertrag innerhalb von 30 Tagen gebührenfrei zu kündigen. Salt «ermutigt» Kundinnen und Kunden, die von diesem Recht Gebrauch machen möchten, sich telefonisch an den Kundendienst zu wenden.
Salt ergänzt: «Dort unterstützen wir sie gerne dabei, eine passende Lösung zu finden, die ihren Bedürfnissen entspricht und auch nach der Preisanpassung ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.» Damit dürfte Salt versuchen, die Kundinnen und Kunden zu halten.
In der Vergangenheit hat Salt die Kündigung bei einigen Kundinnen und Kunden nicht akzeptiert, aber das Abo bis zum Ablauf der Mindestvertragsdauer zum bisherigen Abopreis weitergeführt. Diese Möglichkeit ist in den allgemeinen Geschäftsbedingungen von Salt vorgesehen.
Europa-Zone umfasst bei Salt künftig die ganze EU
Gleichzeitig mit der Preiserhöhung kommuniziert Salt auch eine wichtige Änderung beim Roaming: Ab dem 1. Juni 2026 zählen alle EU-Länder zu Europa. Bisher fehlten in der «Europa-Zone» die EU-Länder Bulgarien, Kroatien, Estland, Lettland, Litauen und Slowenien. Wie Salt auf Anfrage von moneyland.ch bestätigt, profitieren alle Kundinnen und Kunden von Salt, Gomo, Lidl Connect und Post Mobile automatisch und ohne zusätzliche Gebühren von der neuen Ländereinteilung.
Zudem kündigt Salt an, das Angebot an Roaming-Paketen auszubauen. Künftig soll es Pakete für eine Woche, einen Monat oder ein Jahr geben. Konkrete Informationen dazu sind noch nicht bekannt.
Preiserhöhungen bei Telekom-Anbietern häufen sich
Nach der Liberalisierung des Telekom-Marktes vor fast 30 Jahren wurden Handy-Abos lange Zeit immer günstiger. Seit einigen Jahren ist es anders: Schweizer Kundinnen und Kunden müssen sich zunehmend an regelmässige Preiserhöhungen gewöhnen. Auffällig ist jedoch, dass vor allem grosse Anbieter die Preise erhöhen, während kleinere Anbieter tendenziell sogar günstiger werden.
Bei Salt liegen lediglich 15 Monate zwischen der letzten und der aktuellen Preiserhöhung. Seit Anfang 2025 haben ausserdem auch Sunrise, die Swisscom Biligmarke Wingo, die Sunrise-Billigmarken Lebara und Yallo sowie Marktführer Swisscom die Preise erhöht.
Gemäss verschiedenen Medienberichten führte die Preiserhöhung der Swisscom zu deutlich mehr Kündigungen als erwartet.
Vergleichen und wechseln
Eine Preiserhöhung ist eine gute Gelegenheit, das eigene Handy-Abo zu überprüfen. Machen Sie sich Gedanken dazu, welche Erwartungen Sie konkret an ein Handy-Abo haben und welche Leistungen Sie wirklich benötigen.
Viele Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten wissen nicht, wie günstig Handy-Abos in der Schweiz inzwischen sind. Bereits ab rund 13 Franken sind Handy-Abos mit einer Flatrate mit unlimitiertem Internet und unlimitierten Anrufen innerhalb der Schweiz erhältlich.
Einschätzung von Telekom-Experte Ralf Beyeler
Nach Branchenführer Swisscom erhöht nun auch Salt die Abo-Preise. Überraschend kommt die Preiserhöhung nicht. Der Salt-Chef hat sich kürzlich öffentlich darüber beklagt, dass Mobilfunk-Abos in der Schweiz immer billiger werden.
Klar ist, dass die Kundinnen und Kunden ein sehr gut ausgebautes Netz erwarten. Inzwischen bieten die Netze von Swisscom, Sunrise und Salt praktisch eine gleich gute Qualität, wie verschiedene unabhängige Studien bestätigen. Ebenso klar ist, dass Kundinnen und Kunden immer mehr Datenvolumen übertragen. Um eine gute Netzqualität anbieten zu können, sind entsprechende Einnahmen notwendig.
Nicht nachvollziehbar sind jedoch die grossen Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern, selbst auf dem gleichen Netz. Insbesondere unabhängige Anbieter wie Spusu sind deutlich günstiger als der jeweilige Netzbetreiber selbst, obwohl diese für die Netznutzung Gebühren bezahlen müssen.
Ein Grund ist auch die Trägheit der Konsumentinnen und Konsumenten: Zu viele bleiben ihren Anbietern treu. Würden Kundinnen und Kunden bei Preiserhöhungen konsequent den Anbieter wechseln, wären solche Preiserhöhungen deutlich seltener.
Weitere Informationen:
Handy-Abo-Vergleich
Ab März 2025: Salt erhöht Abo-Preise
Ab März 2025: Sunrise erhöht erneut seine Preise
Ab April 2025: Yallo und Lebara verteuern Handy-Abos
Ab Juli 2025: Handy-Abos werden auch bei Wingo teurer
Ab April 2026: Swisscom verlangt für Abos bis zu 6.4 Prozent mehr