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Rote Zahlen im Depot – was tun?

30. Januar 2024 - Raphael Knecht

Was können Anlegerinnen und Anleger bei Verlusten im Depot tun? Das erfahren Sie in diesem Ratgeber-Artikel von moneyland.ch.

Ob Börsencrash oder Rezessionsangst: Wenn es an der Börse turbulent wird und die Zahlen ins Rote rutschen, kommen bei Anlegerinnen und Anlegern viele Fragen auf. moneyland.ch liefert die Antworten.

Ist mein investiertes Geld verloren?

Nicht unbedingt. Wenn die Kurse sinken, nennt man das einen Buchverlust. Das bedeutet lediglich, dass Sie Geld verlieren würden, wenn Sie eine Wertschrift zum aktuellen Preis verkaufen würden. Ihr investiertes Geld ist erst verloren, wenn Sie eine Position schliessen und so den Buchverlust in einen Realverlust umwandeln.

Falls Sie mit bestimmten Derivaten (zum Beispiel CFD) investieren, kann es jedoch sein, dass Sie bei fallenden Kursen zwangsläufig einen realen Verlust tragen. Auch wenn Sie auf Margin handeln, entstehen zusätzliche Kosten und Sie müssen bei einem allfälligen Margin Call sogar weiteres Geld einzahlen beziehungsweise Wertschriften verkaufen (und so allenfalls Verluste realisieren).

Soll ich mit Investieren aufhören?

Die Antwort auf diese Frage hängt stark von Ihrer konkreten Situation ab. In schlechten Zeiten (zum Beispiel in einer Rezession) ist es generell zu empfehlen, etwas mehr Geld auf der Seite zu haben. So können Sie sich zu einem gewissen Grad für den Fall absichern, dass Sie beispielsweise plötzlich grössere Ausgaben bewältigen müssen oder einen Einkommensverlust erleiden. Wenn das Geld knapp wird, kann es darum sinnvoll sein, vorerst mit weiteren Investitionen zu warten – insbesondere, wenn Sie sowieso mit weiter sinkenden Kursen rechnen.

Andererseits sind Bärenmärkte aber gar nicht unbedingt ein schlechter Zeitpunkt für den Einstieg oder Zukauf: Wenn Sie während einer Abwärtsbewegung Wertschriften kaufen, müssen Sie zwar erstmal Buchverluste hinnehmen. Dafür sind Sie von Anfang an dabei, wenn sich der Markt zu erholen beginnt. Langfristig lohnen sich auch Investitionen während der Krise, wie der historische Rendite-Rechner von moneyland.ch zeigt.

Wenn Sie beispielsweise Anfang 2009, als der Schweizer Aktienmarkt wegen der Finanzkrise seit Monaten im Minus war, in den Swiss Market Index (SMI) investiert hätten, hätten Sie damit über fünf Jahre (bis Ende 2014) den Wert Ihrer Anlage insgesamt fast verdoppelt (100 Prozent Gewinn). Dies, obwohl der SMI zu Beginn des Jahres noch in der Krise steckte, massiv an Wert verlor und seinen Tiefststand erst im März 2009 erreichte.

Während des Bärenmarkts zu früh zuzugreifen, kann sich allerdings auch als Fehler erweisen: Wenn Sie in der Finanzkrise schon etwas früher, nämlich Anfang 2008 investiert hätten, wäre Ihr Gesamtgewinn bis 2014 mit 32 Prozent nur ein Bruchteil so gross, wie wenn Sie noch ein Jahr gewartet hätten – und das, obwohl Ihr Geld ein Jahr länger investiert war. Natürlich ist Ihre Rendite tendenziell besser, wenn Ihr Zukauf kurz vor Beginn der Erholung stattfindet. Dieser Zeitpunkt lässt sich im Voraus jedoch nicht verlässlich bestimmen.

Soll ich mein Depot liquidieren?

Verluste im Depot werden erst real, wenn Sie sich entscheiden, Ihre Position zu schliessen. Bevor Sie sich entscheiden, zu verkaufen, besteht immerhin noch die Chance, dass sich Ihr Portfolio wieder erholt. Generell ist es also nicht von Vorteil, zu verkaufen, wenn die Zahlen im roten Bereich stehen.

Es kann natürlich sein, dass Sie während einer Rezession keine andere Wahl haben – zum Beispiel, weil Sie andernfalls in Geldnot geraten. Aber wenn Sie das Geld nicht dringend benötigen und auch keinen Grund haben, an Ihrer Anlagestrategie zu zweifeln, ist ein Abzug von der Börse nicht sinnvoll.

Sollte ich mein Portfolio anpassen?

Generell ist es zu empfehlen, an langfristigen Anlagestrategien festzuhalten. Kurzzeitige Buchverluste müssen noch kein Zeichen sein, dass Ihre Strategie nicht funktioniert. Alle Anlegerinnen und Anleger müssen bei langfristigen Investments in der Lage sein, Rücksetzer hinzunehmen. Wenn Sie Wertschriften nach einem Kurssturz verkaufen, verwandeln Sie Ihre Buchverluste in Realverluste – auch wenn Sie das Geld danach anderweitig investieren. Sofern zu erwarten ist, dass sich die Titel wieder erholen werden, ist ein Verkauf womöglich eine schlechte Idee.

Wenn Sie eine aktive Strategie verfolgen und feststellen, dass Sie auf eine Wertschrift gesetzt haben, die nicht mehr zu dieser Strategie passt, kann es durchaus sinnvoll sein, zu verkaufen. Stattdessen wird das Geld dann in Wertschriften investiert, die für Ihren Stil besser geeignet sind.

Bedenken Sie aber, dass der Kauf und Verkauf von Wertschriften zusätzliche Kosten verursachen, die Sie nicht hätten, wenn Sie die Flaute aussitzen würden. Wenn Ihre Strategie keine Anpassungen des Portfolios vorsieht, sollten Sie sich also von roten Zahlen nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Im Trading-Vergleich von moneyland.ch sehen Sie, welche Kosten bei welchem Anbieter entstehen. Möglicherweise lohnt sich sogar ein Transfer zu einem günstigeren Online-Broker. Aber Achtung: Auch dafür können Gebühren anfallen. Immerhin bieten einige Schweizer Trading-Plattformen an, die Transferkosten ganz oder teilweise zu übernehmen.

Welche Aktien lohnen sich in der Krise?

Wenn Sie davon ausgehen, dass sich die Situation an der Börse zumindest mittelfristig nicht aufhellen wird, können Sie sich überlegen, bei Zukäufen auf defensive Werte zu setzen. Das sind zum Beispiel Aktien von Firmen, deren Erfolg im Vergleich zum Gesamtmarkt nicht oder weniger von der Konjunktur abhängt. Oft gelingt es solchen Wertschriften, dem Abwärtstrend an der Börse standzuhalten – oder sie werden zumindest etwas weniger heftig mitgerissen.

Sie sollten sich aber bewusst sein, dass defensive Werte im Bullenmarkt oft weniger stark zulegen können als der Rest des Markts. Sie haben also unter Umständen – besonders wenn Sie mit einer raschen Erholung rechnen oder wenn Ihr Anlagehorizont sehr weit ist – gar keinen Vorteil, wenn Sie während des Bärenmarkts in die Defensive gehen.

Kann ich Verluste mit Spekulationen wettmachen?

Alles auf eine Karte setzen und so zurück in die schwarzen Zahlen kommen – das denkt sich vielleicht nicht nur manch ein Pechvogel im Casino, sondern wohl auch der eine oder andere Kleinanleger, wenn die Börsenkurse nach unten zeigen. Wenn Ihnen die Entwicklung an der Börse einen Strich durch die Rechnung macht und Sie Ihre Anlageziele aus den Augen verlieren, kann die Versuchung gross sein, die Buchverluste mit Spekulationen wieder wettzumachen.

Aber das ist gefährlich: Mehr Spekulation bedeutet mehr Risiko. Wenn Sie bereits grosse Verluste gemacht haben, ist es wahrscheinlich nicht weise, das Verlustrisiko noch weiter zu erhöhen. Denn Ihre Risikofähigkeit sinkt, je kleiner Ihr Vermögen ist. Umso wichtiger ist in solchen Situationen, dass Sie Ihr Geld in gut diversifizierte und günstige Anlageprodukte (zum Beispiel ETF) investieren.

Strategien wie Daytrading und den Handel mit hochriskanten Anlagen überlassen Sie am besten den Profis. Denn sie setzen sowohl viel Know-how als auch eine überdurchschnittliche Risikofähigkeit voraus.

Weitere Informationen:
So schützen Sie sich vor dem Börsencrash
Das sind die Auswirkungen einer Rezession
Diese Anlagestrategien sollten Sie kennen
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Redaktor Raphael Knecht
Raphael Knecht war bis Ende Februar 2023 Analyst und Fachredaktor bei moneyland.ch. Seither unterstützt er die Redaktion gelegentlich als Freelancer.
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