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Euro-Konto: lohnt sich das?

Erfahren Sie von der Moneyland-Redaktion, ob sich ein Schweizer Euro-Konto für Schweizerinnen und Schweizer lohnt.

Nach der Aufhebung der Euro-Untergrenze durch die SNB möchten viele Schweizerinnen und Schweizer vom schwachen Euro profitieren. Kurzzeitig haben sich deshalb sogar Schlangen vor Schweizer Bankomaten gebildet.

Andere liebäugeln mit einem Euro-Konto. Es könnte ja sein, dass der Euro bald wieder gegenüber dem Schweizer Franken erstarkt. In diesem Fall könnte man heute noch vom günstigen Kurs profitieren und zu einem späteren Zeitpunkt mit den Euros einkaufen gehen. Oder die Euros wieder in Schweizer Franken eintauschen.

Gegenüber Euro-Beständen in Bargeld hätte das den Vorteil, dass man zwischenzeitlich von den Kontozinsen profitieren könnte, so die Idee.

Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Kontotypen. Beide Konten lassen sich so einfach eröffnen wie Konten in Schweizer Franken.

Euro-Privatkonto

Zum einen gibt es das Privatkonto, das auch Girkonto oder Zahlungskonto genannt wird. Über das Privatkonto läuft der ganze Zahlungsverkehr. Auch die Debitkarte – zum Beispiel die Maestro- oder V-Pay-Karte – wird über dieses Konto abgebucht.

Bei Schweizer Euro-Privatkonten sind die Zinsen allerdings mickrig, wie ein Vergleich zeigt. Bei manchen Konten wie beim UBS-Privatkonto in EUR gibt es sogar gar keine Zinsen. Die Kontoführung ist bei Privatkonten in der Regel aber nicht gratis.

Euro-Sparkonto

Zum anderen gibt es das Sparkonto, das bei den meisten Banken noch kostenlos ist. Das Sparkonto eignet sich nicht für den Zahlungsverkehr und verfügt in der Regel über einen höheren Zinssatz. Allerdings sind auch die Rückzugsbedingungen meistens strenger als bei Privatkonten. Für grössere Beträge gilt es, die Kündigungsfrist zu beachten.

Wie der interaktive Euro-Sparkonto-Vergleich von moneyland.ch zeigt, sind auch die Euro-Zinssätze auf Schweizer Sparkonten in letzter Zeit markant geschrumpft und bewegen sich auf dem tiefen Niveau der Sparkonten in Schweizer Franken. Der Zinsvorteil gegenüber Bargeld ist also sogar im Fall von Sparkonten verhältnismässig gering.

Für Spekulanten gibt es zudem zu bedenken, dass der Kurs ohne feste Untergrenze theoretisch auch in die andere Richtung gehen könnte.

Euro-Konto für regelmässige Euro-Zahlungen

Es gibt allerdings einen Anwendungsfall, bei dem sich ein Euro-Konto auch ohne Spekulationsgelüste lohnt: Ein Euro-Konto ist empfehlenswert für alle Kunden, die regelmässig oder häufig in Euro zahlen.

Andernfalls werden mit jeder Zahlung unterschiedliche Fremdwährungsumrechnungsgebühren verrechnet. Falls man keine Einkünfte in Euro hat, fallen die Umrechnungsgebühren bei der Überweisung vom Konto in Schweizer Franken auf das Euro-Konto zwar auch an. Man kann sich dann aber vorgängig und einmalig über den Kurs informieren und hat so eine bessere Kontrolle über die entsprechenden Gebühren.

Dies gilt insbesondere für Kreditkarten: hier fallen bei Kreditkarten in Schweizer Franken happige Fremdwährungsgebühren für die Bearbeitung und die Umrechnung von insgesamt bis zu 4 Prozent an. Mit einer Euro-Kreditkarte umgeht man diese Fremdwährungsgebühren.

Ihre Moneyland-Redaktion

Weitere Informationen:
Sparkonto-Vergleich in CHF, EUR und USD
Kreditkarten-Vergleich in CHF und EUR
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