Ob US-Dollar, Euro, Pfund Sterling oder Yen: Fremdwährungen sind in den Augen einiger Anlegerinnen und Anleger eine attraktive Investitionsmöglichkeit. Nicht zuletzt ist Forex (Kurzform von «Foreign Exchange») der grösste Finanzmarkt der Welt. In diesem Ratgeber fasst moneyland.ch die wichtigsten Informationen über die Geldanlage in Fremdwährungen zusammen.
Wieso interessieren sich Anleger für Fremdwährungen?
Die Kurse von Währungen ändern sich permanent. Potenziell sind kurz- wie langfristig im Fall einer günstigen Währungsentwicklung hohe Renditen möglich. Dies macht Fremdwährungen vor allem für Spekulationen interessant. Für die Investition in Fremdwährungen kann es aber auch andere Gründe geben:
- Schnelle Rendite: Viele Traderinnen und Trader erhoffen sich durch den Forex-Handel schnelle und hohe Gewinne. Währungskurse schwanken ständig, und durch gehebelte Anlageprodukte ist eine erhebliche Rendite möglich – allerdings ebenfalls ein beträchtlicher Verlust.
- Diversifikation: Fremdwährungen können dazu beitragen, das Investmentportfolio hinsichtlich seiner Anlageklassen zu diversifizieren. Sie können zudem Risiken Ihrer Heimatwährung abfedern, wobei der Schweizer Franken jedoch als besonders wertstabil gilt.
- Höhere Zinsen: Die Leitzinsen unterscheiden sich je nach Währung – und somit auch die Verzinsung von Konten und Obligationen. Eine hohe Zinsdifferenz kann eine Investition in eine Fremdwährung attraktiv machen.
Fremdwährungskonten und -töpfe
Sie senden regelmässig Geld an Personen im Ausland? Sie reisen häufig in ein bestimmtes Land und tätigen Transaktionen in einer bestimmten Fremdwährung? In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, Bestände der entsprechenden Währung zu halten. Dies ist sowohl über Bargeld als auch über Fremdwährungskonten möglich. Hinzu kommen verschiedene Smartphone-Banken wie Yuh, Revolut und Wise, die auf Töpfe für unterschiedliche Währungen setzen.
Was beeinflusst die Wechselkurse von Währungen?
Wechselkurse von Währungen ergeben sich grundsätzlich aus dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Diesem simplen Prinzip liegen aber verschiedene Einflussfaktoren zugrunde. Diese Faktoren sind wiederum selbst miteinander verknüpft:
- Zinssätze: Durch Änderungen von Leitzinsen oder andere regulatorische Eingriffe können Zentralbanken – zum Beispiel die Schweizerische Nationalbank (SNB) – Einfluss auf den Devisenmarkt ausüben. Eine höhere Verzinsung von Guthaben macht eine Währung tendenziell attraktiver.
- Inflationsraten: Eine hohe Inflationsrate wirkt sich negativ auf die Kaufkraft einer Währung aus und sorgt tendenziell für eine Abwertung auf dem Devisenmarkt. Eine niedrige Teuerungsrate kann den Währungskurs hingegen stützen.
- Geopolitische Ereignisse: Eine instabile weltpolitische Lage hat in der Regel eine Aufwertung von «Krisenwährungen» zur Folge, denen eine besonders hohe Stabilität attestiert wird. Dazu gehört häufig auch der Schweizer Franken.
- Politische Situation: Stabile politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen schaffen Vertrauen in die Sicherheit einer Währung und ziehen Kapital aus dem Ausland an.
- Erwartungen von Anlegerinnen und Anlegern: In Währungskursen ist eingepreist, wie Anlegerinnen und Anleger die zukünftige wirtschaftliche und politische Zukunft eines Landes oder Währungsraums einschätzen.
Wie kann ich in Fremdwährungen investieren?
Um Geld in Fremdwährungen anzulegen, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen. Welche Variante am besten geeignet ist, hängt von Ihrer Risikobereitschaft und Erfahrung, vor allem aber auch von Ihren Anlagezielen ab. Es bestehen folgende Möglichkeiten:
- Bargeld: Sie können bei zahlreichen Schweizer Banken Fremdwährungen in Form von Bargeld beziehen.
- Fremdwährungstöpfe: Viele Smartphone-Banken bieten Ihnen die Möglichkeit, verschiedene Währungen in separaten Währungstöpfen zu halten. Beispiele dafür sind die Schweizer Neobank Yuh sowie die ausländischen Anbieter Revolut und Wise.
- Fremdwährungskonto: Viele Schweizer Banken ermöglichen Ihnen die Eröffnung eines Fremdwährungskontos, vor allem in Euro und US-Dollar.
- Forex-Trading: Beim Forex-Trading setzen Sie auf kurzfristige Kursveränderungen von Währungspaaren. Gehebelte Produkte sorgen für ein erhöhtes Gewinn- und Verlustpotenzial.
- Wertschriften in Fremdwährungen: Sie können mittels Geldmarktfonds und -ETF sowie Obligationen in Fremdwährungen investieren. Ebenso stehen Ihnen ausländische Aktien-ETF und Einzelaktien offen. Aber Achtung: Die Kursentwicklung hängt hierbei nicht nur von der Währung selbst, sondern in erster Linie von verschiedenen anderen Faktoren ab.
Fremdwährungen in Welt-ETF
ETF auf global diversifizierte Welt-Indizes enthalten Aktien in verschiedenen Währungen. Der Anteil von Schweizer Aktien am MSCI World beträgt lediglich etwas mehr als 2 Prozent – dies bedeutet, die anderen knapp 98 Prozent notieren in Fremdwährungen. Titel in US-Dollar machen fast 70 Prozent des Index aus (Stand: November 2025). Trotz dieses Fremdwährungsrisikos gelten Welt-Indizes in vielen Augen als Basis für ein breit gestreutes Portfolio. Es kann jedoch sinnvoll sein, zusätzlich gezielt in Schweizer Aktien zu investieren.
Wie funktioniert Forex-Trading?
Der Forex-Markt ist von Sonntagabend bis Freitagabend durchgehend geöffnet. Er findet überwiegend unabhängig von Börsen statt, läuft also «over the counter» (OTC). Mit einem täglichen Handelsvolumen von rund 7.5 Billionen US-Dollar ist der Devisenmarkt der grösste Finanzmarkt der Welt (Stand: 2022). Die drei meistgehandelten Währungen sind der US-Dollar, Euro und der japanische Yen (Stand: Dezember 2025).
Beim Forex-Trading handeln Sie stets mit Währungspaaren, zum Beispiel Schweizer Franken und Euro. Dabei wird die erste Währung des Paares als Basiswährung und die andere als Kurswährung (auch Notierungswährung) bezeichnet. Sie setzen immer auf Kursentwicklungen der Basiswährung im Verhältnis zur Kurswährung. Das meistgehandelte Währungspaar besteht aus dem Euro und dem US-Dollar.
Wenn Sie darauf spekulieren, dass die Basiswährung – in diesem Fall der Franken – steigt, gehen Sie «long». In diesem Fall kaufen Sie die Basiswährung und verkaufen die Kurswährung. Prognostizieren Sie hingegen Kursverluste der Basiswährung, gehen Sie «short»: Sie verkaufen die Basiswährung und kaufen die Kurswährung.
Forex-Trading ist vor allem für kurzfristige Spekulationen beliebt, etwa im Intraday-Handel. Da die täglichen Schwankungen zwischen Währungskursen in der Regel gering ausfallen, setzen viele Anleger und Anlegerinnen Hebel ein: Diese verstärken Kursveränderungen um einen bestimmten Faktor. Sowohl das Rendite- als auch das Verlustpotenzial sind entsprechend erhöht. Beispiele für Hebelprodukte sind sogenannte Differenzkontrakte (CFD).
Finden Sie den günstigsten Anbieter
Für Forex-Trading benötigen Sie einen Broker. Dieser verrechnet verschiedene Gebühren, namentlich vor allem sogenannte Spreads, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis einer Währung. Auch Courtagen sowie Zinskosten für Positionen, die Sie länger als einen Tag halten – sogenannte Rollover oder Swaps –, können ins Geld gehen.
Wenn Sie mit Fremdwährungen traden möchten, sollten Sie hohe Gebühren nicht um ihre Rendite bringen lassen. Deshalb ist es ratsam, die verschiedenen Anbieter vorab miteinander zu vergleichen. Im Trading-Vergleich von moneyland.ch erhalten Sie eine Übersicht über alle Broker, die Forex-Trading anbieten. Wählen Sie dazu unter «Spezialisierte Tradingklassen» die Option «Forex» an.
Auch wenn Sie über eine Smartphone-Bank oder ein Fremdwährungskonto in Fremdwährungen anlegen, sollten Sie sich einen Überblick über die Kosten der Anbieter verschaffen. Relevant sind neben allfälligen Kontoführungsgebühren vor allem die Kosten für den Währungsumtausch.
Welche Nachteile und Risiken sollte ich beachten?
Währungskurse werden von verschiedensten Faktoren beeinflusst und unterliegen unablässigen Schwankungen. Es ergibt sich deshalb ein ständiges Verlustrisiko, das bei Investitionen mit Hebel entsprechend stärker ausfällt. Unerfahrenen Anlegerinnen und Anlegern ist von Forex-Trading grundsätzlich eher abzuraten. Dies gilt vor allem für stark gehebelte Produkte wie CFD.
Für wen sind Investitionen in Fremdwährungen geeignet?
Die Kurse von Fremdwährungen hängen von verschiedenen Faktoren ab und sind kaum sicher zu prognostizieren. Auch erfahrene Anlegerinnen, Anleger und Finanzprofis können die Kursentwicklungen nicht mit Sicherheit voraussagen. Wer in Fremdwährungen investieren möchte, sollte sich dieser Ungewissheit immer bewusst sein. Sicher ist nur, dass hohe Verluste zu jedem Zeitpunkt möglich sind.
Der Forex-Markt schwankt jederzeit, Kurse können auch sprunghaft ansteigen und fallen. Umso grösser ist das Risiko bei gehebelten Produkten. Diese sind nur erfahrenen Anlegerinnen und Anlegern zu empfehlen, die das erhöhte Verlustrisiko bewusst in Kauf nehmen und auf das eingesetzte Geld problemlos verzichten können.
Es kann aber unter Umständen sinnvoll sein, Bestände in Fremdwährungen zu halten – wenn Sie etwa häufig Reisen in ein bestimmtes Land unternehmen und sich so Gebühren für den Geldwechsel sparen können. In diesem Fall handelt es sich streng genommen allerdings nicht mehr um ein Investment im eigentlichen Sinne. Und: Mit den Debitkarten vieler Neobanken fallen beim Bezahlen im Ausland ebenfalls kaum noch Gebühren an.
Hinweis: Der Artikel ist keine Anlageberatung und dient lediglich der Information. Angaben ohne Gewähr.
Weitere Informationen:
Trading-Vergleich Schweiz
Forex-Trading: Achtung vor Kostenfallen