Viele ETF werden auch in einer Version mit Währungsabsicherung angeboten – meist erkennbar am Stichwort «Hedged» im Namen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, ob und wann währungsgesicherte ETF sinnvoll sein können.
Was ist mit Hedging gemeint?
«Hedging» bezeichnet die Absicherung einer Wertschrift gegen die Abwertung der Währung, in der sie notiert. Halten Anlegerinnen und Anleger eine Wertschrift in einer Fremdwährung, wirken sich Aufwertungen des Schweizer Frankens – also Abwertungen dieser Fremdwährung gegenüber dem Schweizer Franken – negativ auf die Rendite in Schweizer Franken aus. ETF mit Währungs-Hedging haben das Ziel, Anlegerinnen und Anleger gegen diese Einbussen abzusichern.
Währungsrisiko: Beispiel
Das Währungsrisiko eines ETF lässt sich am besten an einem fiktiven Beispiel verdeutlichen. Dabei wird davon ausgegangen, dass ein Schweizer Anleger oder eine Schweizer Anlegerin einen ETF auf US-Aktien im Wert von 1000 US-Dollar kauft, zu einem Kurs von 0.85 Franken. Dies bedeutet, der Anleger oder die Anlegerin bezahlt für die ETF-Anteile insgesamt 850 Franken.
Nach einem Jahr ist der Wert der ETF-Anteile in US-Dollar um 10 Prozent gestiegen, er liegt also nun bei 1100 US-Dollar. Gleichzeitig ist der Wert eines US-Dollars gegenüber dem Franken auf 0.75 Franken zurückgegangen. Bei einem Verkauf erhält die Anlegerin oder der Anleger also nur noch 825 Franken. Obschon die ETF-Anteile in US-Dollar an Wert gewonnen haben, resultiert aus Sicht der Anlegerin oder des Anlegers aus der Schweiz ein Verlust.
Wie funktioniert Hedging?
Die Anbieter von Fonds – zum Beispiel ETF – verwenden zur Währungsabsicherung in der Regel regelmässigen Devisenterminkontrakte, sogenannte Futures. Dabei wird ein Währungsumtausch zu einem festgelegten Kurs an einem festgelegten Datum in der Zukunft vereinbart. Der ETF-Anbieter verkauft so in regelmässigen Abständen die Fremdwährung und kauft dafür die abzusichernde Währung. Dies geschieht in den meisten Fällen monatlich. Da der Wechselkurs im Voraus festgelegt wird, haben zwischenzeitliche Abwertungen keine Auswirkungen.
ETF mit Währungsabsicherung bilden in aller Regel Indizes ab, in denen das Währungs-Hedging einberechnet wird. Ein Beispiel ist der S&P 500 (CHF Hedged) Index, ein Subindex des bekannten US-Aktienbarometers S&P 500. Die Performance des Index wird basierend auf einer Schätzung ermittelt – die tatsächliche Wertentwicklung der ETF kann davon abweichen.
Was sind die Nachteile?
Der zentrale Nachteil liegt vor allem in den erhöhten Gebühren, denn die Währungsabsicherung ist mit Kosten verbunden. Dies schlägt sich zum einen in einer höheren Total Expense Ratio (TER) nieder – im Vergleich zu herkömmlichen ETF auf den gleichen Index liegt die TER häufig um 0.2 bis 0.25 Prozentpunkte höher. Sie sollten ausserdem beachten, dass die TER lediglich die erhöhten Verwaltungskosten des Hedgings abdeckt. Weitere variable Kosten kommen noch hinzu:
- Zinsdifferenz: Dies ist der wichtigste Kostenfaktor bei währungsgesicherten ETF. Je höher das Zinsgefälle zwischen der ETF-Währung zur abgesicherten Währung (in der Regel Schweizer Franken), desto höher fallen die Kosten aus. Beträgt der Zins der Fremdwährung 3 Prozent und beim Schweizer Franken 0 Prozent, müsste sich die Fremdwährung also um mindestens 3 Prozent abwerten, sodass sich das Hedging finanziell lohnt. Wichtig: Die Zinsdifferenz kann im gegenteiligen Fall auch zusätzliche Gewinne bescheren.
- Transaktionskosten: Der regelmässige Kauf und Verkauf der Terminkontrakte generiert Transaktionskosten. Hier gilt: Je liquider das Währungspaar, desto geringer sind die Kosten. Bei exotischen Devisen können höhere Kosten entstehen.
Vergleichen Sie die Anbieter
Ob mit oder ohne Hedging: Wenn Sie in ETF investieren, sollten Sie auf die Gebühren achten. Denn hohe Transaktions- und Depotgebühren wirken sich negativ auf Ihre Rendite aus. Auf moneyland.ch können Sie die verschiedenen Broker interaktiv vergleichen.
Tipp: Nebst traditionellen Banken und Online-Brokern können Sie auch über verschiedene Smartphone-Banken (Neobanken) in Wertschriften investieren. Diese locken vor allem bei niedrigen Anlagebeträge mit attraktiven Konditionen, warten dafür aber nur mit einem eingeschränkten Wertschriftenangebot auf – auch im Bereich währungsgesicherter ETF. Der Ratgeber zum Thema Anlegen mit Smartphone-Banken gibt Ihnen ausführlichere Informationen.
Lohnt sich Hedging?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten – und hängt massgeblich mit dem spezifischen ETF, seiner Wertentwicklung und der Kursentwicklung der beteiligten Währungen zusammen. Grob gesagt: Währungs-Hedging lohnt sich, wenn die zu kompensierende Abwertung der Fremdwährung höher ist als die Kosten.
In der folgenden Grafik sehen Sie die Wertentwicklung von ETF mit und ohne Hedging für verschiedene Zeiträume. Je nach Index und Zeitraum hat mal der ETF ohne Absicherung, mal jener mit Währungs-Hedging die Nase vorn. Besonders frappant ist der Fall des MSCI Japan: Da sich der japanische Yen in den vergangenen Jahren besonders deutlich gegenüber dem Schweizer Franken abgewertet hat, waren ETF mit Währungsabsicherung hier besonders lohnenswert.
Der Zeitraum 2024 wurde gewählt, da sich der Schweizer Franken in diesem Jahr im Gegensatz zu vielen anderen Jahren im Vergleich zum US-Dollar, Britischen Pfund und Euro abwertete. Mit Ausnahme des MSCI Japan war der ETF mit Währungsabsicherung für alle betrachteten Indizes in diesem Jahr keine gute Wahl.
Beachten Sie allerdings, dass sich sowohl die Kurse von Wertschriften als auch jene von Währungen nicht voraussagen lassen. Ob sich Hedging bei ETF lohnt, ist daher nie mit Gewissheit zu prophezeien.
Für wen eignen sich ETF mit Währungsabsicherung?
ETF mit Währungs-Hedging können sich für Sie lohnen, falls Sie in Fremdwährungen anlegen und das Währungsrisiko nicht selbst tragen möchten. Der Schweizer Franken hat sich in den vergangenen Jahren fast ausnahmslos aufgewertet, was die Rendite von Anlagen in Fremdwährungen negativ beeinflusst hat. Je stärker die entsprechende Devise gegenüber dem Franken an Wert einbüsst, desto eher sind währungsgesicherte ETF eine gute Wahl.
Sie sollten sich aber der hohen Kosten bewusst sein, die in vielen Fällen höher sind als der zu kompensierende Wertverlust der Währung.
Hinweis: Der Artikel ist keine Anlageberatung und dient lediglich der Information. Angaben ohne Gewähr.
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