HMO-Modelle im Schweizer Vergleich

Erfahren Sie jetzt die wichtigsten Informationen rund um Schweizer HMO-Modelle der Krankenkassen-Grundversicherung.

Die Abkürzung «HMO» steht für Health Maintenance Organization. Das Modell stammt aus den USA, wo es bereits seit mehr als 100 Jahren existiert. In der Schweiz handelt es sich bei HMO-Zentren um Gruppenpraxen. Dank den HMO-Netzwerken sollen kostensenkende Synergien entstehen.

Das HMO-Modell wird noch weniger genutzt als die anderen drei Modelle (Standardmodell, Hausarzt-Modell und Telmed-Modell). Die HMO-Praxen verzeichnen jedoch eine leicht steigende Anzahl Kunden. Junge und urbane Leute machen überdurchschnittlich oft Gebrauch vom HMO-Modell.

Wie das Hausarzt-Modell funktioniert auch das Schweizer HMO-Modell nach dem so genannten Gatekeeping-Prinzip: Im Krankheitsfall suchen Sie als Patient zuerst den Gatekeeper (in diesem Fall einen HMO-Arzt) auf. Dieser kennt Ihre Gesundheitsgeschichte und koordiniert alle Behandlungen.

Die Erstbehandlung wird also durch einen Arzt oder eine Ärztin aus dem HMO-Zentrum durchgeführt. Im Gegenzug gewähren Ihnen die Krankenkassen einen Prämienrabatt. Die HMO-Prämie kann über 20 Prozent – maximal bis zu rund 27 Prozent – günstiger sein als die Prämie des Standard-Modells.

Die Ärzte aus einer HMO-Praxis können Sie an Spezialisten, Therapeuten oder Spitäler überweisen. Wenn sie sich direkt in Behandlung eines Spezialisten ausserhalb Ihrer HMO-Praxis begeben, kommt die Krankenkasse in der Regel nicht für die Kosten auf. Ausgenommen sind Notfallbehandlungen und je nach Versicherer weitere Leistungen.

Mit Leistungseinbussen gegenüber anderen Modellen ist nicht zu rechnen, denn die gesetzlich verankerten Grundleistungen sind bei allen Modellen dieselben.

Unterschiede zum Hausarzt-Modell

Das HMO-Modell wird von weitaus weniger Krankenkassen angeboten als das Hausarzt-Modell. Wenn Sie zum HMO-Modell wechseln möchten kann es also sein, dass Sie auch Ihre Krankenkasse wechseln müssen.

Die meisten HMO-Praxen sind in städtischen Gebieten gelegen. In ländlichen Regionen kann es sein, dass Sie einen längeren Weg zur HMO-Praxis auf sich nehmen müssen. Es ist oftmals einfacher, eine Hausarztpraxis in Ihrer nahen Umgebung zu finden.

Auch in einer HMO-Praxis kann Ihnen ein koordinierender Arzt zugeteilt werden. Oftmals ist es aber möglich, dass Sie auch die Dienste anderer Ärzte der jeweiligen HMO-Praxis in Anspruch nehmen können.

Zu guter Letzt unterscheiden sich die Prämien für HMO- und Hausarztversicherungen je nach Krankenkasse. Mit dem HMO-Modell fahren Sie im Durchschnitt etwas günstiger.

HMO-Modell nicht bei allen Krankenkassen erhältlich

Die Mehrheit der Krankenkassen hat kein HMO-Modell im Angebot. Nur bei 18 der insgesamt 52 Schweizer Krankenversicherer kann man sich 2018 für eine HMO-Versicherung entscheiden. Zum Vergleich: Das Hausarzt-Modell wird von 44 und das Telmed-Modell von 31 Schweizer Krankenkassen angeboten.

Ob Ihr Versicherer das HMO-Modell anbietet, hängt stark von Ihrem Wohnort ab. Im Kanton Glarus beispielsweise wird das HMO-Modell nur von der Krankenkasse KPT angeboten. Generell ist das HMO-Modell in der Romandie weniger stark verbreitet als in der Deutschschweiz.

HMO-Modelle: Mischformen

Bei einigen Versicherern gibt es verschiedene Varianten des HMO-Modells. Beim Krankenversicherer Atupri können Sie neben dem «normalen» HMO-Modell auch das FlexCare-Modell auswählen. Dieses kombiniert HMO- mit Telmed-Elementen.

Soweit notwendig bespricht das Ärztezentrum nach einem telefonischen Erstkontakt mit dem Patienten das weitere verbindliche Vorgehen. Dafür profitiert der Versicherte von einem zusätzlichen Prämienrabatt.

HMO-Modell: Vorteile

  • Sie profitieren je nach Krankenkasse und Variante von deutlichen Prämien-Rabatten. Durchschnittlich sind Ihre Prämien um 16 Prozent günstiger als die Standardprämien.
     
  • Die Verpflichtung, im Krankheitsfall immer zuerst einen Arzt oder eine Ärztin der HMO-Praxis aufzusuchen, kann auch vorteilhaft für Sie sein: Ihr zuständiger Arzt kennt ihre Gesundheitsgeschichte und Bedürfnisse oft besser als ein spezialisierter Arzt.
     
  • Die meisten HMO-Praxen bieten ein breites Angebot an medizinischem Leistungserbringern und Infrastruktur an. Leistungen wie beispielsweise Röntgen oder Laboranalysen können oft intern durchgeführt werden. Auch die Überweisung an externe Spezialisten erübrigt sich durch das vielfältige interne Ärzteangebot nicht selten.

HMO-Modell: Nachteile

  • Die freie Arztwahl ist eingeschränkt: Im Krankheitsfall müssen Sie sich an die Ärzte Ihrer HMO-Praxis wenden, wenn die Krankenkasse für die Kosten aufkommen soll.
     
  • Nicht immer finden Sie eine HMO-Praxis in Ihrer näheren Umgebung. Speziell in ländlichen Gebieten ist das Angebot oft spärlich.
     
  • Für Ihre gesundheitlichen Probleme sind grundsätzlich Ihre HMO-Ärzte zuständig. Für die Kosten von Zweitmeinungen durch Ärzte ausserhalb Ihrer HMO-Praxis muss die Krankenkasse nicht aufkommen.

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