Kreditkarten-Teilzahlungen sind ein beliebtes Mittel, um teure Anschaffungen über einen Zeitraum von mehreren Monaten abzubezahlen. Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen zu diesem zur Teilzahlungsoption in der Schweiz und vergleicht die Zinssätze der hiesigen Kreditkartenherausgeber.
Was sind Teilzahlungen mit Kreditkarten?
Alle Anbieter ermöglichen die Teilzahlungsoption. Bei vielen Anbietern können Sie die Teilzahlungsoption direkt mit dem Kreditkartenantrag beantragen, bei anderen können sie diese später beantragen. Bei einer Teilzahlungsoption müssen Sie nur einen Teil Ihres offenen Kreditkartensaldos zurückzahlen. Der Restbetrag wird dann als Kreditkartenkredit weitergeführt.
Wann fallen Kreditkartenzinsen an?
Wenn Sie Ihre monatliche Kreditkartenabrechnung erhalten, können Sie, sofern Sie eine Kreditkarte mit Teilzahlungsoption besitzen, entweder den gesamten Rechnungsbetrag oder nur einen Teil davon begleichen. In jedem Fall müssen Sie mindestens den in der folgenden Tabelle angegebenen Mindestbetrag bezahlen.
Wenn Sie Ihre Kreditkartenrechnung immer vollständig innerhalb der Zahlungsfrist begleichen, werden Ihnen keine Zinsen berechnet.
Wenn Sie sich hingegen für eine Teilzahlung entscheiden, berechnet Ihnen Ihr Kartenaussteller Zinsen auf den ausstehenden Betrag. Die Höhe der Zinsen, die Sie zahlen müssen, hängt vom jährlichen Zinssatz Ihres Kreditkartenherausgebers ab. Eine Übersicht finden Sie in der folgenden Tabelle.
Wie hoch dürfen Kreditkarten-Zinssätze maximal sein?
Das Schweizer Konsumkreditgesetz begrenzt die Zinssätze von Kreditkarten für Privatpersonen auf einen vom Bundesrat festgelegten maximalen effektiven Jahreszinssatz. Je nachdem, wie lange Sie Ihre Kreditkarte schon besitzen, kann Ihr Zinssatz höher oder niedriger als der aktuelle gesetzliche Höchstzinssatz sein.
Privatkredite sind günstiger
Der maximale Zinssatz für Privatkredite ist niedriger als der für Kreditkartenkredite. Wenn Sie hohe Kreditkartenschulden haben, können Sie durch eine Umschuldung mit einem Privatkredit Geld sparen. Auch die Kreditlaufzeit spielt eine Rolle.
Beispiel: Wenn Sie eine Kreditkarte mit einem Jahreszinssatz von 12 Prozent für Einkäufe im Wert von 20’000 Franken nutzen und den Kredit über 60 Monate abbezahlen, zahlen Sie insgesamt 6322 Franken Zinsen.
Würden Sie stattdessen einen Privatkredit mit einem Jahreszinssatz von 10 Prozent nutzen, würden sich die Gesamtzinskosten auf 5242 Franken belaufen. Sie würden 1080 Franken im Vergleich zur Nutzung eines Kreditkartenkredits sparen.
Je nach Bonität ist es möglich, einen Privatkredit zu einem Zinssatz zu erhalten, der deutlich unter dem Höchstsatz liegt. Hier können Sie verschiedene Angebote für Privatkredite vergleichen.
Wie wird ein Kreditkarten-Zinssatz berechnet?
Es handelt sich um einen sogenannten effektiven Jahreszinssatz, wie er auch bei Schweizer Privatkrediten zum Einsatz kommt. Der effektive Zinssatz berücksichtigt die Gesamtkosten des Kredits.
Für welchen Zeitraum wird der Zins berechnet?
Schweizer Kreditkarten-Herausgeber berechnen die Zinsen in der Regel separat für jeden einzelnen Kauf ab dem Datum der Transaktion.
Wenn Sie Ihre Kreditkartenrechnung nicht vollständig bis zum Fälligkeitsdatum begleichen, werden Ihnen Zinsen ab dem Zeitpunkt des Kaufs berechnet.
Wie viel Geld kann ich leihen?
Ihr Kreditkartenlimit, das von Ihrem Kreditkartenaussteller auf Grundlage Ihrer Kreditfähigkeitsprüfung bei Beantragung der Karte festgelegt wird, bestimmt, wie hoch Ihr Kreditkartenkredit maximal sein kann.
Ihr Kreditkartenkredit darf niemals höher sein als Ihr Kartenlimit minus der in der Tabelle angegebenen Mindestzahlung.
Beispiel: Wenn die Ausgabenlimite 15’000 Franken beträgt und die monatliche Mindestzahlung 5 Prozent beträgt, können Sie bis zu 14’250 Franken als Kredit auf den nächsten Monat übertragen (15’000 Franken Ausgabenlimite minus 750 Franken Mindestzahlung = 14’250 Franken).
Die maximale Ausgabenlimite finden Sie auf den Info-Seiten der jeweiligen Kreditkarte im interaktiven Kreditkarten-Vergleich. Bitte beachten Sie, dass das tatsächlich gewährte Limit von Ihrer Bonität abhängt und unter dem maximalen Ausgabenlimit liegen kann.
Fallen neben Kreditzinsen weitere Kosten an?
Wenn Sie nicht zumindest den Mindestbetrag rechtzeitig bezahlen, fallen Mahngebühren und Verzugszinsen an. Diese können je nach Kartenherausgeber unterschiedlich hoch sein. Die Verzugszinsen für nicht fristgerecht bezahlte Rechnungen sind in der Regel gleich hoch wie die Sollzinsen für Teilzahlungen.
Einen Überblick über die bei einer verspäteten Zahlung entstehenden Kosten finden Sie im Ratgeber zu Kreditkarten-Mahngebühren und Verzugszinsen.
Ratenzahlungen als Alternative
Einige Schweizer Kreditkarten-Herausgeber bieten Ratenzahlungen an. Bei Einkäufen über einem bestimmten Betrag haben Sie die Möglichkeit, in Raten zu zahlen. Die Raten werden direkt Ihrer Kreditkarte belastet.
Der Vorteil dieser Ratenzahlungen – sofern diese Option verfügbar ist – besteht darin, dass der Zinssatz etwas niedriger sein kann als der Kreditkartenzinssatz.
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