Ab dem 1. August 2026 bezahlen zahlreiche Kundinnen und Kunden von Sunrise, Lebara und Yallo bis zu 2 Franken mehr für ihre Handy-Abos und Internet-Abos. Von der Preiserhöhung betroffen sind sowohl neue als auch bestehende Kundinnen und Kunden.
Die Preiserhöhung bei Sunrise im Überblick
Sunrise erhöht die Preise bei der Hauptmarke Sunrise um 1.50 Franken pro Monat. Neben Handy-Abos werden auch Internet-Abos teurer. Bei Kombi-Angeboten kann die Preiserhöhung in bestimmten Fällen 75 Rappen pro zusätzliches Abo und Monat betragen.
Das entspricht je nach Abo einer Erhöhung zwischen 1.5 und 4.9 Prozent. Besonders stark betroffen sind günstigere Abos wie das Swiss Plus, während die Erhöhung bei teureren Angeboten wie dem Swiss Connect Global deutlich geringer ausfällt.
Abos zum Aktionspreis durchaus 6 Prozent teurer
Bei Preiserhöhungen sind viele Kundinnen und Kunden überrascht, dass sie trotz eines Abos mit «lebenslangem Rabatt» auch von der Preiserhöhung betroffen sind. Die Telekom-Anbieter gewähren bei Aktionen einen Rabatt auf den Normalpreis. Steigt der Normalpreis, erhöht sich automatisch auch der effektiv zu bezahlende Preis.
Die Anbieter Sunrise, Lebara und Yallo gehören zu denjenigen, die am stärksten auf Aktionspreisen setzen. Rabatte werden teils mit 65 Prozent Rabatt beworben. Solche Handy-Abos können durchaus um rund 6 Prozent teurer werden, wie Berechnungen von moneyland.ch zeigen.
Höhere Anforderungen an die Infrastruktur
Sunrise begründet die Preiserhöhung mit höheren Anforderungen an die Infrastruktur. Laut dem Unternehmen wird ein Teil der Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung über höhere monatliche Grundgebühren an die Kundinnen und Kunden weitergegeben.
Kürzlich haben auch die beiden anderen Schweizer Mobilfunk-Netzbetreiber Swisscom und Salt Preiserhöhungen kommuniziert. Swisscom begründete dies mit rückläufigen Einnahmen pro Kunde und betont, dass es heute mehr Leistungen gebe als früher. Salt verwies auf hohe Investitionen in den Netzausbau. Zudem sei die Datennutzung pro Kunde deutlich gestiegen.
Keine Preiserhöhung bei CH Mobile, Swype und QoQa
Nicht alle Angebote von Sunrise werden teurer.
Die Grundgebühren für Abos der Zweitmarken CH Mobile und Swype bleiben gleich. Bei den QoQa-Abos werden die Preise ebenfalls nicht erhöht.
Die Konditionen von Prepaid-Angeboten, Optionen und Ratenzahlungen von Geräten bleiben unverändert.
Gebührenfreies Sonderkündigungsrecht
Wie Sunrise, Lebara und Yallo auf ihren Websites informieren, haben von der Preiserhöhung betroffene Kundinnen und Kunden ein Sonderkündigungsrecht per 31. Juli 2026. Das heisst: eine gebührenfreie Kündigung ist möglich, auch wenn der Vertrag eigentlich noch länger laufen würde.
Kündigungen sind telefonisch oder per Chat möglich. Wer seine Nummer behalten möchte, kann die Kündigung auch im Rahmen des Nummernportierungsprozesses über den neuen Anbieter einreichen.
Nach Auffassung von Sunrise sind Kündigungen per Brief oder E-Mail nicht gültig.
Vergleichen und Wechseln
Eine Preiserhöhung ist eine gute Gelegenheit, das eigene Handy-Abo zu überprüfen. Viele Kundinnen und Kunden zahlen mehr, als nötig wäre. Überlegen Sie sich, welche Leistungen Sie tatsächlich benötigen. Oft gibt es deutlich günstigere Angebote.
Oft kennen Schweizerinnen und Schweizer das Preisniveau von Handy-Abos nicht. Eine Flatrate mit unlimitiertem Internet und unlimitierten Anrufen innerhalb der Schweiz ist bereits ab 13 Franken pro Monat erhältlich. Insbesondere Anbieter wie Digital Republic, Galaxus Mobile und Spusu mischen den Schweizer Markt mit günstigen Angeboten auf.
Einschätzung von Telekom-Experte Ralf Beyeler
Mit Sunrise erhöht nun auch der dritte Schweizer Mobilfunkbetreiber seine Preise. Anders als bei Salt und Swisscom sind diesmal auch Abos von Zweitmarken betroffen.
Auffällig ist, dass vor allem die grossen Netzbetreiber ihre Preise erhöhen, während kleinere unabhängige Anbieter ihre Preise stabil halten können.
Ein Grund dafür ist, dass Anbieter ihre Einnahmen vergleichsweise einfach durch Preiserhöhungen bei bestehenden Kundinnen und Kunden steigern können. Zwar gelten die neuen Preise auch für Neukunden, doch bei Anbietern wie Salt, Sunrise, Lebara und Yallo spielen die offiziellen Listenpreise eine untergeordnete Rolle. Neue Kundinnen und Kunden werden in erster Linie über günstige Aktionspreise gewonnen.
Letztlich haben es die Kundinnen und Kunden selbst in der Hand, ob sie zu viel bezahlen. Auf dem Markt gibt es zahlreiche preisgünstige Alternativen.
Weitere Informationen:
Handy-Abo-Vergleich
Ab März 2025: Salt erhöht Abo-Preise
Ab März 2025: Sunrise erhöht erneut seine Preise
Ab April 2025: Yallo und Lebara verteuern Handy-Abos
Ab Juli 2025: Handy-Abos werden auch bei Wingo teurer
Ab April 2026: Swisscom verlangt für Abos bis zu 6.4 Prozent mehr
Ab Juni 2026: Salt erhöht Preise für Handy-Abos