Investieren in Aktien liegt im Trend – immer mehr Privatpersonen legen ihr Geld auf dem Aktienmarkt an. Aber Achtung: Auch Aktien sind nicht für alle geeignet. Dieser Ratgeber listet Ihnen typische Situationen auf, in denen Sie besser nicht in Aktien investieren sollten.
1. Sie haben keinen Notgroschen
Ein Notgroschen schafft Ihnen im finanziellen Ernstfall schnell Abhilfe. Wer kein Geld auf der hohen Kante hat, ist mit Investitionen in Aktien schlecht beraten. Denn ohne liquides Polster können Sie zu Verkäufen von Aktien zu einem ungünstigen Zeitpunkt gezwungen sein. Schlimmstenfalls müssen Sie Ihre Titel mit einem hohen Verlust verkaufen, um Ihren Liquiditätsengpässen beizukommen. Dies läuft auch der Grundidee einer langfristigen Anlage zuwider.
Die Faustregel: Halten Sie drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Konto, auf das Sie jederzeit zugreifen können – zum Beispiel einem Sparkonto. So sind Sie für eine teure Reparatur am Auto oder eine hohe Zahnarztrechnung stets gewappnet.
2. Sie haben weder Ziel noch Strategie
Wenn Sie Ihr Geld in Aktien investieren, richten Sie Ihre Anlageentscheidungen im besten Fall nach einer Anlagestrategie aus. Diese wiederum sollte im Einklang mit Ihren Zielen stehen. Haben Sie weder ein Ziel noch eine Strategie, riskieren Sie, inkohärent und geradezu willkürlich zu investieren. Zwar ist eine hohe Rendite theoretisch auch ohne Strategie möglich. Planlose Investments gehen aber mit hohen Risiken einher – und stellen ohnehin die Frage nach dem Sinn Ihrer Anlage.
3. Sie lassen sich von Emotionen leiten
Emotionen sind bei der Geldanlage ein schlechter Ratgeber. Wählen Sie Titel nur nach Bauchgefühl oder Laune aus oder reagieren impulsiv auf kleinste Kursbewegungen, ist Ihnen von einer Anlage in Aktien eher abzuraten. Denn Sie sollten Investment-Entscheidungen mit einem kühlen Kopf treffen, auf Basis von Fakten.
Wenn Sie aus Interesse oder Vorliebe gerne in bestimmte Unternehmen oder Branchen investieren möchten, lassen Sie das Gesamtportfolio nicht ausser Acht: «Liebhaber-Aktien» sollten nur einen kleinen Teil Ihrer Anlage ausmachen.
Diversifiziert über ETF statt in Einzelaktien
Breit gestreute Investments in Aktien, die sich über verschiedene Länder und Branchen erstreckt, gilt gemeinhin als Grundpfeiler einer erfolgreichen Geldanlage. Um Ihrem Portfolio eine solche Streuung zu verleihen, könnten Sie zwar viele verschiedene Einzelaktien kaufen – sinnvoller und einfacher ist es aber in der Regel, auf Exchange Traded Funds (ETF) oder Indexfonds zu setzen. Viele dieser ETF bilden ganze Aktienindizes ab, zum Beispiel Welt-Indizes. Sie können also in einen umfangreichen Warenkorb voller Aktien investieren, ohne zahllose Einzeltitel erwerben zu müssen. Beachten Sie: Auch mit ETF sind Verluste nie ausgeschlossen.
Worauf Sie bei der Wahl des richtigen ETF achten sollten, verrät Ihnen die ETF-Checkliste von moneyland.ch. Ein weiterer Ratgeber klärt Sie über typische Fehler bei der Anlage in ETF auf.
4. Sie haben einen kurzen Anlagehorizont
Die Kurse von Aktien schwanken permanent. Vor allem kurzfristig ist das Verlustrisiko hoch – auch in diversifizierten Portfolios. Sie sollten deshalb nur in Aktien investieren, wenn Sie das Geld mittel- bis langfristig nicht benötigen, im besten Fall mindestens für fünf bis zehn Jahre. Erst dann entfalten Aktien Ihr langfristiges Renditepotenzial. Wer sein Geld nur kurzfristig anlegen möchte – etwa für den baldigen Kauf eines Autos oder einer Immobilie –, ist mit Sparkonten oder Kassenobligationen in der Regel besser beraten.
Eine Ausnahme ist, wenn Sie gerne kurzfristig traden: In diesem Fall sollten Sie sich den Verlustrisiken bewusst sein und Ihre eingesetzten Mittel als «Spielgeld» betrachten, auf das Sie problemlos verzichten können.
5. Sie können nicht mit Verlusten umgehen
Wer eine Rendite erzielen will, kommt grundsätzlich nicht ganz ohne Risiken aus. Auf dem Aktienmarkt sind potenziell immer Verluste möglich, vor allem kurzfristig sind die Verlustrisiken hoch. Bereiten Ihnen rote Zahlen im Depot schlaflose Nächte, sind Aktien nicht das Richtige für Sie. Ziehen Sie unter diesen Umständen eher risikoarme Anlageformen vor, zum Beispiel Sparkonten, Termingeldkonten oder Kassenobligationen.
Tipp: Sie können auch automatisiert in Aktien und ETF anlegen, zum Beispiel über einen Sparplan. Einmal eingerichtet, können Sie sich den ständigen Blick in Ihr Portfolio sparen – über zeitweilige Kursschwankungen brauchen Sie sich nicht den Kopf zu zerbrechen.
6. Sie informieren sich nicht
Hat Ihnen ein Kollege im Sportverein eine Aktie empfohlen und Sie sind Feuer und Flamme, ohne je vom Unternehmen gehört zu haben? Hier ist Vorsicht angesagt. Denn wer Entscheidungen ohne grundlegende Informationsbasis trifft, setzt sich gewissermassen einem Glücksspiel aus – das schnell in die Hose gehen kann. Wenn Sie in Aktien investieren, sollten Sie sich vorab gründlich mit den jeweiligen Firmen beschäftigen.
7. Sie hängen unrealistischen Zielen nach
Bevor Sie mit dem Investieren beginnen, sollten Sie sich über die realistische Wertentwicklung Ihrer Anlagen im Klaren sein. Streben Sie vollkommen übersetzte Renditen an, sind meist unvernünftige, ja allzu riskante Entscheidungen die Folge. Denn Rendite und Risiko hängen in der Regel eng miteinander zusammen. Gier ist beim Anlegen in jedem Fall ein denkbar schlechter Ratgeber.
Hinweis: Der Artikel ist keine Anlageberatung und dient lediglich der Information. Angaben ohne Gewähr.
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