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Kredite & Hypotheken

Libor-Hypotheken in der Schweiz

Was Sie alles rund um Libor-Hypotheken wissen müssen, erfahren Sie im folgenden Ratgeber-Artikel der Moneyland-Redaktion.

Vor der Ablösung durch den Saron fungierte der Libor als wichtigster Schweizer Referenzzinssatz für variabel verzinsliche Hypotheken. Die Libor-Hypothek ist mittlerweile durch die Saron-Hypothek abgelöst worden. 

Der Zinssatz einer Libor-Hypothek (auch Geldmarkt- oder Rollover-Hypothek genannt) richtete sich nach dem Interbanken-Zinssatz.

Je nach Bank waren unterschiedliche Libor-Zinssätze für Hypotheken erhältlich. Häufig waren in der Schweiz Hypotheken, die sich am 3- und 6-Monate-Libor orientierten. Seltener waren Hypothekarmodelle auf der Basis des 1- und 12-Monate-Libor.

Für welche Immobilien waren Libor-Hypotheken im Angebot?

Eine Reihe von Schweizer Banken offerierten Libor-Hypotheken. Hingegen hatten nur wenige Versicherungen wie die Swiss Life Geldmarkt-Hypotheken im Angebot.

Banken boten häufig nicht nur für selbstbewohnte Eigenheime, sondern auch für Zweitwohnsitze, Ferienobjekte, Renditeobjekte und Gewerbeobjekte Libor-Hypotheken an. 

Wie teuer war eine Libor-Hypothek?

Eine Libor-Hypothek setzte sich zusammen aus dem gewählten Libor-Zinssatz zuzüglich einer Marge für den Anbieter der Hypothek. Zinssätze für zweitrangige Hypotheken waren meistens höher (zum Beispiel um 0.5 Prozentpunkte gegenüber erstrangigen Angeboten).

Wenn der Libor einen negativen Wert annahm, wurde von Schweizer Banken anstelle des Libors für die Berechnung des Hypothekarzinssatzes ein Zinssatz von 0% pro Jahr angenommen.

Folglich entsprachen die Zinssätze von Libor-Hypotheken im Negativzins-Umfeld der Marge der Bank. Die Margen bewegten sich meistens innerhalb einer Bandbreite von 0.5% bis maximal 1.5% pro Jahr.

Was waren Margen?

Bei manchen Banken wurde die Marge je nach Kundenprofil individuell festgesetzt. Verhandeln konnte sich also auch bei Libor-Hypotheken lohnen. Vergünstigungen konnte es je nach Bank auch für ökologische Minergie-Bauten und Familien geben.

Bei Libor-Hypotheken waren die Kostenunterschiede zwischen den Anbietern nicht ganz so ausgeprägt wie bei Festhypotheken. Trotzdem konnte das Sparpotenzial Tausende von Franken pro Jahr betragen. 

Welche Laufzeiten gab es?

Libor-Hypotheken wurden im Allgemeinen für Laufzeiten zwischen 1 und 6 Jahren angeboten. Am verbreitetsten waren Verträge mit einer Laufzeit von 3 Jahren, seltener solche für Laufzeiten bis zu 10 Jahren. Banken wie UBS oder PostFinance offerierten nur dreijährige Verträge.

Ab welchem Betrag war eine Libor-Hypothek erhältlich?

In der Regel vergaben die Anbieter nur Libor-Hypotheken oberhalb eines definierten Mindestbetrags. Dieser variierte von Anbieter zu Anbieter, lag aber häufig bei 100'000 bis 200'000 Franken.

Einen Maximalbetrag kannten hingegen nur wenige Anbieter von Online-Hypotheken. Bezüglich Belehnung und Tragbarkeit galten in der Regel dieselben Vorschriften wie für Festhypotheken.

Wann lohnte sich eine Libor-Hypothek?

Eine Libor-Hypothek lohnte sich prinzipiell immer dann, wenn die Zinsen am Geldmarkt sanken. In diesem Fall konnten die Kunden laufend von den sinkenden Zinssätzen profitieren. Im Fall von längerfristig steigenden Zinsen allerdings war in der Regel eine Festhypothek das günstigere Hypothekarmodell.

Es war also vom zukünftigen Zinsumfeld abhängig, ob eine Libor-Hypothek die richtige Wahl war. Das Problem: Niemand wusste mit Sicherheit, wie sich die Zinsmärkte zukünftig entwickelten. Immerhin publizierten verschiedene Schweizer Institute regelmässige Zinsprognosen, die einen Anhaltspunkt liefern konnten.

Steigende Zinsen: wie absichern?

Je länger die Laufzeit einer Libor-Hypothek war, desto grösser war das Risiko von ungünstigen Zinserhöhungen. Schweizer Banken boten Optionen für Libor-Hypotheken an, mit denen die Kunden sich vor steigenden Zinsen schützen konnten. So konnten die Kunden eine Libor-Hypothek mit einer definierten Zinsobergrenze (ein so genanntes Capping) abschliessen. Diese Option war allerdings mit einem Aufpreis verbunden – die Libor-Hypothek wurde damit also teurer.

Ausserdem beinhalteten viele Rahmenverträge die Möglichkeit, bei steigenden Zinsen zu einer Festhypothek (wenn auch nur beim gleichen Anbieter) wechseln zu können. Kunden mussten darauf achtgeben, dass eine solche Switch-Option vertraglich festgehalten wurde.

Welches waren die Vorteile von Libor-Hypotheken?

  • In Zeiten mit sinkendem Zinsniveau profitierten Kunden zeitnah vom fallenden Libor aufgrund der regelmässigen Zinsanpassungen. Bei den meisten Libor-Hypotheken wurde der Zinssatz halb- oder vierteljährlich angepasst. Damit war die Libor-Hypothek flexibler als eine Festhypothek.
  • Auch bei einem konstanten Zinsniveau konnte eine Libor-Hypothek eine kostengünstige Alternative zu Festhypotheken sein.
  • In den letzten 20 Jahren waren Libor-Hypotheken durchschnittlich günstiger als Festhypotheken. 

Welches waren die Nachteile von Libor-Hypotheken?

  • Zinsänderungsrisiko: Wenn die Zinsen stark anstiegen, konnten Libor-Hypotheken teuer werden. Bei steigendem Zinsniveau waren Festhypotheken also die günstigere Option. Um dieses Risiko abzumildern, kombinierten viele Hypothekarnehmer Libor- mit Festhypotheken.
  • Im Gegensatz zu variablen Hypotheken war eine Kündigung während der vereinbarten Vertragslaufzeit nicht ohne Strafgebühren möglich (analog zu Festhypotheken). 
  • Relativ kurze Laufzeiten und flexible Zinssätze verunmöglichten eine exakte Budgetierung der Hypothekarzinsbelastung. Mit Festhypotheken konnten die Hypothekarnehmer besser planen.

Weitere Informationen:
Saron-Hypotheken: Fragen und Antworten
Zum Hypothekenvergleich der Schweiz
Was ist eine Libor-Hypothek?
Was ist ein Libor?

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Experte Benjamin Manz
Benjamin Manz ist Geschäftsführer von moneyland.ch und unabhängiger Experte für Banken- und Finanzthemen.
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