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News: Telekom

Wingo erhöht Preise

22. Juli 2026 - Ralf Beyeler

Ab September 2026 bezahlen bestehende Kundinnen und Kunden je einen Franken mehr pro Monat für ihr Handy-Abo und ihr Internet-Abo. Telekom-Experte Ralf Beyeler von moneyland.ch analysiert die Preiserhöhung. Ausserdem erfahren Sie, was Sie gegen die Preiserhöhung tun können.

Kundinnen und Kunden der Swisscom-Billigmarke Wingo müssen ab September 2026 mehr für ihr Handy-Abo und ihr Internet-Abo bezahlen. Die monatliche Grundgebühr erhöht sich jeweils um einen Franken pro Abo. Das entspricht einer Erhöhung von bis zu 7.2 Prozent.

Wingo nimmt die Preiserhöhung im September gestaffelt vor. Die ersten Umstellungen erfolgen am 1. September. Die letzten erfolgen am 18. September.

Der Anbieter informiert betroffene Kundinnen und Kunden bis Ende Juli per E-Mail, SMS oder Brief.

Die Preiserhöhung bei Handy-Abos im Überblick

Viele Kundinnen und Kunden werden im September auf ein anderes Abo umgestellt. Zahlreiche bisherige Handy-Abos gibt es künftig nicht mehr. Auch viele bestehende Kundinnen und Kunden können ihr bisheriges Abo nicht mehr nutzen.

Die monatliche Grundgebühr für alle Handy-Abos erhöhen sich um 1 Franken pro Monat.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Umstellungen.

Gemäss Wingo erhalten die Kundinnen und Kunden auch nach der Umstellung weiterhin mindestens die gleichen Inklusivleistungen wie bisher. Damit bleiben Leistungen erhalten, auch wenn das neue Abo diese eigentlich nicht enthalten würde.

Die Preiserhöhung bei Internet-Abos im Überblick

Wingo führt ab sofort neue Internet-Abos ein. Ausser dem Namen ändert sich bei den Internet-Abos kaum etwas. Neu kosten die Abos jeweils 1 Franken pro Monat mehr und enthalten zusätzlich den sogenannten «Identity Monitor»: Eine einzige E-Mail-Adresse kann auf bekannte Datenlecks überwacht werden.

Die Internet-Abos der bestehenden Kundinnen und Kunden werden im September ebenfalls umgestellt. Die bisherigen Internet-Abos gibt es nicht mehr.

 

Grund für die Preiserhöhung sind neue Angebote

Die Swisscom-Billigmarke Wingo begründet die Preiserhöhung mit einem überarbeiteten Angebot. Die neuen Abos seien einfacher, leistungsfähiger, moderner und besser auf die aktuellen Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden abgestimmt.

Zudem verweist Wingo auf zusätzliche Leistungen. Dazu gehören unter anderem mehr Datenroaming sowie neue Funktionen im Bereich Sicherheit und Datenschutz. Laut Wingo erwarten viele Kundinnen und Kunden heute mehr Leistungen.

Gebührenfreie Sonderkündigung möglich

Die von der Preiserhöhung betroffenen Kundinnen und Kunden haben ein Sonderkündigungsrecht. Darüber informiert Wingo ausdrücklich auf ihrer Website.

Im Klartext: Unabhängig von Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen ist eine gebührenfreie Kündigung möglich. Sie muss vor dem 31. August 2026 ausgesprochen werden. Die Kündigung muss im Chat oder telefonisch mit Hinweis auf die Preiserhöhung vorgenommen werden.

Wer die Nummer zu einem anderen Anbieter mitnehmen möchte, kann alternativ beim neuen Anbieter das Aktivierungsdatum genau auf den 31. August 2026 setzen. In diesem Fall nimmt Wingo die Zuordnung automatisch vor.

 

 

Vergleich mit anderen Anbietern

Der Vergleich der neuen Konditionen von Wingo mit denen der Konkurrenz zeigt: Die «Billigmarke» Wingo ist relativ teuer. So kostet das günstigste Handy-Abo von Wingo mit einer Flatrate für die Schweiz 66 Franken pro Monat. Bei Konkurrenten wie Digital Republic, Gomo, CH Mobile, Swype und Spusu sind entsprechende Abos für weniger als 20 Franken im Monat erhältlich. Das Sparpotenzial beträgt bis zu 80 Prozent.

Die Handy-Abos von Wingo werden oft zu einem Aktionspreis angeboten. Derzeit kostet bei Wingo das günstigste Handy-Abo mit einer Flatrate für die Schweiz 24.95 Franken. Mit der Preiserhöhung ab September kostet es 25.95 Franken. Selbst zu diesem Aktionspreis ist Wingo doppelt so teuer wie das Normalpreis-Angebot der Konkurrenz.

Auch bei Internet-Abos ist Wingo vergleichsweise teuer. So kostet das langsame Internet-Abo mit 100 Mbit/s 66 Franken pro Monat. Bei der Konkurrenz gibt es langsame Internet-Abos bereits ab rund 30 Franken. Das Internet-Abo mit 10 Gbit/s kostet bei Wingo 80 Franken. Bei günstigen Mitbewerbern ist ein vergleichbares Abo ab rund 40 Franken erhältlich.

Einschätzung von Telekom-Experte Ralf Beyeler

Swisscom hat die Preise bei ihrer Hauptmarke im April erhöht. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch Wingo die Preise erhöht.

Überraschend: Wingo erhöht die Preise, obwohl die «Billigmarke» bereits heute deutlich teurer ist als viele andere Anbieter. Gerade bei den Handy-Abos sind die Unterschiede gross. Ebenfalls überraschend: Neukundinnen und Neukunden zahlen heute für vergleichbare Handy-Abos bis zu 12 Franken mehr als noch vor einem halben Jahr.

Wenig kundenfreundlich ist, dass alle Kundinnen und Kunden für den «Identity Monitor» bezahlen müssen. Dies selbst dann, wenn sie die Funktion gar nicht nutzen. Meiner Einschätzung nach handelt es sich um eine Nischenfunktion. Niemand hat auf eine solche Lösung im Rahmen eines Internet-Abos gewartet.

Wer ein solches Angebot wirklich nutzen möchte, dürfte sich eher für eine der zahlreichen Lösungen mit einem umfassenderen Dienstleistungsumfang entscheiden. Dazu kommt: Die Wingo-Lösung überwacht nur eine einzige E-Mail-Adresse. Das ist alles andere als modern.

Experte Ralf Beyeler
Ralf Beyeler ist Telekom- und Geld-Experte bei moneyland.ch.