Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum eilt der Ruf voraus, besonders volatil und unberechenbar zu sein. Stablecoins (wörtlich «Stabilmünzen» auf Deutsch), eine spezielle Art von Kryptowährungen, sollen hingegen für Stabilität stehen. In diesem Ratgeber fasst Ihnen moneyland.ch alles Wichtige zu Stablecoins zusammen – und sagt Ihnen, ob sie sich als wertstabiles Investment für vorsichtige Anlegerinnen und Anleger eignen.
Was sind Stablecoins?
Stablecoins sind Kryptowährungen, die durch verschiedene Mechanismen auf eine hohe Wertstabilität abzielen. Üblicherweise bilden Stablecoins einen bestimmten Basiswert ab – zum Beispiel den Kurs einer Währung oder den Preis eines Edelmetalls wie Gold.
Stablecoins lassen sich, in Abhängigkeit zu ihrer Besicherung, grob in vier verschiedene Gruppen unterteilen:
- Fiat-besicherte Stablecoins: Diese Stablecoins bilden eine von einer Zentralbank herausgegebene Fiatwährung wie den US-Dollar oder den Euro ab. Sie sind durch entsprechende Währungsreserven besichert.
- Rohstoffbesicherte Stablecoins: Diese Stablecoins bilden den Preis von Rohstoffen wie Gold ab und sind durch entsprechende Bestände besichert.
- Krypto-besicherte Stablecoins: Diese Stablecoins werden ganz oder teilweise durch andere Kryptowährungen besichert. Stablecoins können die Kursentwicklung einer Fiatwährung auch ohne eine entsprechende Währungsdeckung abbilden – in diesem Fall werden stattdessen Kryptowährungen als Reserve hinterlegt.
- Algorithmische Stablecoins: Diese Stablecoins werden – im Gegensatz zu den anderen Varianten – nicht durch einen Vermögenswert besichert. Sie streben durch Steuerungsmechanismen auf Basis von Algorithmen Preisstabilität an: Algorithmen steuern Käufe und Verkäufe, sodass der Preis des Stablecoins möglichst stabil bleibt. Diese Art von Stablecoins ist aufgrund potenzieller Risiken aber etwas in Verruf geraten.
Welche Stablecoins gibt es?
Es gibt zahlreiche Stablecoins, von denen die Mehrzahl an den Kurs des US-Dollar gekoppelt sind. Dies betrifft auch die fünf Stablecoins mit der grössten Marktkapitalisierung (siehe Tabelle 1).
Beispiele für an den Schweizer Franken gekoppelte Stablecoins sind der von Bitcoin Suisse herausgegebene Crypto Franc sowie der Digital Swiss Franc der Sygnum Bank.
Wofür werden Stablecoins genutzt?
Stablecoins sind primär nicht als Anlagemöglichkeit gedacht. Sie spielen primär im Zahlungsverkehr eine Rolle und werden als Brücke zwischen der Blockchain-basierten Kryptowelt und der traditionellen Finanzwelt genutzt. Sie dienen als:
- Zahlungsmittel für schnelle, einfache und günstige Transaktionen weltweit
- Zahlungsmittel für den Handel mit Kryptowährungen auf Kryptobörsen
Stablecoins ermöglichen es, Zahlungen innerhalb des Kryptosystems zu tätigen, ohne Geld in Fiatwährungen umtauschen zu müssen. Denn ein an den US-Dollar gekoppelter Stablecoin hat – zumindest theoretisch – den gleichen Wert.
Welche Risiken muss ich beachten?
Risiken im Zusammenhang mit Stablecoins kommen in erster Linie auf die Seriosität des Emittenten und der gewählten Krypto-Börse an. Beachten Sie, dass Sie ein Emittentenrisiko eingehen. Folgende Probleme sind zu beachten:
- Schlechte Absicherung: Die Sicherheit von Stablecoins hängt in beträchtlichem Masse von der Art und Höhe der Absicherung ab. Vor allem bei algorithmisch besicherten Stablecoins besteht ein erhebliches Risiko – wie das Beispiel des Stablecoins Terra USD zeigte, dessen Kurs 2022 regelrecht einstürzte.
- Mangelnde Liquidität: Ein Emittent kann zeitweilig in Liquiditätsprobleme geraten, vor allem bei Marktturbulenzen. Im Ernstfall kann es vorkommen, dass Sie Ihr Geld erst verspätet oder gar nicht erhalten, wenn Sie Ihre Stablecoins verkaufen möchten.
- Fehlende Regulierung und Transparenz: Stablecoins unterliegen bis anhin einer sehr lückenhaften Regulierung. Vor allem international agiert die Branche eher intransparent, was die Sicherheit der investierten Gelder betrifft. Dies kann problematisch sein, da die Stabilität von Stablecoins besonders vom Vertrauen in die Sicherheit der Währung und des Emittenten zehrt.
- Wertschwankungen: Während der Nominalwert eines Stablecoins im Normalfall nicht schwankt, kann der Kurs des jeweiligen Basiswertes einer starken Volatilität unterliegen. Im Fall von Währungen sollten Sie das Fremdwährungsrisiko beachten: Verliert zum Beispiel der US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken an Wert, resultieren auch für an den Dollar gekoppelte Stablecoins Wertverluste in Franken.
Sind Stablecoins als Geldanlage geeignet?
Stablecoins wurden generell nicht als Geldanlage konzipiert, sondern sind eher für den Zahlungsverkehr gedacht. Allerdings werden Stablecoins teilweise dafür genutzt, um auf Basiswerte wie Devisen oder Rohstoffe zu spekulieren.
Zwar sind Stablecoins per se weit weniger volatil als «klassische» Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum, allerdings hält sich auch das Renditepotenzial in engen Grenzen – und ist direkt mit der Kursentwicklung des Basiswertes verbunden, den sie abbildet. Dies hat indes auch Vorteile: Da Stablecoins an einen «echten» Basiswert gekoppelt sind, verläuft der Kurs von Stablecoins weitaus berechenbarer und nachvollziehbarer.
Einen Stablecoin anstelle des abgebildeten Basiswertes zu kaufen, hat für Anlegerinnen und Anlegern allerdings keinen positiven Effekt. Es birgt vielmehr zusätzliche Risiken – beispielsweise im Konkursfall eines Emittenten (siehe oben). Wenn Sie dennoch an einer Investition in Stablecoins interessiert sind, sollten Sie unbedingt auf die Vertrauenswürdigkeit des Emittenten sowie der Kryptobörse achten.
Eine Möglichkeit für eine höhere Rendite stellt das sogenannte Lending dar. Dabei werden Stablecoins über Lending-Plattformen verliehen, um Zinseinnahmen zu erzielen. Wichtig: Lending geht mit hohen Risiken einher. Im Fall einer Zahlungsunfähigkeit der Lending-Plattformen droht Ihnen ein Totalverlust.
Hinweis: Der Artikel ist keine Anlageberatung und dient lediglich der Information. Angaben ohne Gewähr.
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