Generell gilt: Wer im Rahmen der Säule 3a in Vorsorgefonds anlegt, muss diese Gelder spätestens fünf Jahre nach Erreichen des Rentenalters beziehen. Doch ist es möglich, weiter in dem Vorsorgefonds investiert zu bleiben – einfach ausserhalb der Säule 3a? Diese und weitere Fragen beantwortet moneyland.ch in diesem Ratgeber.
Das Wichtigste zur Säule 3a
Die gebundene Selbstvorsorge, besser bekannt als Säule 3a, ist ein freiwilliger Teil des Schweizer Vorsorgesystems. Sie können Geld bis zu einem jährlichen Maximalbetrag in die Säule 3a einzahlen. Die Einzahlungen sind steuerlich abzugsfähig.
Sind Sie mindestens 65 Jahre alt und geben Ihre Erwerbstätigkeit auf, müssen Sie das Vorsorgeguthaben zwingend beziehen. Wenn Sie weiterhin arbeiten – auch in Teilzeit – müssen Sie sich die Säule 3a spätestens mit 70 Jahren auszahlen lassen.
Wer eine Säule 3a eröffnen möchte, kann sich zwischen einem klassischen 3a-Sparkonto und einer Wertschriftenlösung – also zum Beispiel Vorsorgefonds – entscheiden. Die Ratgeber von moneyland.ch geben Ihnen alle wichtigen Informationen und Tipps zur Säule 3a:
Welche Möglichkeiten gibt es, wenn ich den Vorsorgefonds behalten will?
Auch wenn Sie grundsätzlich zum Bezug Ihrer 3a-Vorsorgefonds verpflichtet sind, können Sie bei vielen Banken weiterhin investiert bleiben. Es gibt je nach Anbieter und Fonds vier verschiedene Szenarien.
Bei diesen beiden Varianten können Sie Ihre Vorsorgefonds behalten:
- Variante 1: Dieser Fonds ist auch für Anlagen ausserhalb der Säule 3a zugelassen. Daher wird der Vorsorgefonds direkt in Ihr privates Wertschriftendepot übertragen.
- Variante 2: Dieser Fonds wird neben einer Variante («Anteilsklasse») für die Säule 3a auch in einer Variante für das freie Vermögen angeboten. Die Vorsorgestiftung verkauft die Säule-3a-Variante, Sie erhalten dafür Fondsanteile der anderen Anteilsklasse auf Ihr Wertschriftendepot übertragen.
Bei diesen Varianten können Sie den Vorsorgefonds nicht behalten und müssen das Geld in ein anderes Produkt investieren:
- Variante 3: Der Vorsorgefonds wird bei der Pensionierung verkauft. Aber Sie haben die Möglichkeit, bei Ihrem bestehenden Anbieter in andere Produkte anzulegen.
- Variante 4: Der Vorsorgefonds wird bei Pensionierung verkauft und das Geld muss auf ein Privatkonto bei einer beliebigen Bank ausbezahlt werden. Der Anbieter hat keine entsprechende Lösung für das freie Vermögen im Angebot.
Grundsätzlich gilt: Anbieter nehmen – unabhängig von der Variante – Änderungen nur auf Antrag der Kundinnen und Kunden vor, nicht automatisch. Bei allen Anbietern ist es möglich, das Guthaben beim Bezug auf ein beliebiges Privatkonto auszahlen zu lassen.
Welche Gebühren können anfallen?
Bei vielen Banken fallen für den Verkauf der Vorsorgefonds und die erneute Anlage in andere Fonds keine Gebühren an. Dazu gehören die Bank Cler, die Basler Kantonalbank, die Migros Bank, Valiant und Viac.
Manche Anbieter verrechnen allerdings Courtagen für den Kauf der neuen Fondsanteile, so etwa Raiffeisen, Tellco und die Waadtländische Kantonalbank. Bleiben Sie beim gleichen Anbieter, gewähren Tellco und die Waadtländische Kantonalbank einen Gebührenrabatt. Bei Raiffeisen hängt ein möglicher Rabatt von der lokalen Raiffeisenbank ab.
Wie handhaben es die Anbieter?
Die nachfolgende Tabelle zeigt Ihnen, bei welchen Anbietern Sie Ihre Vorsorgefonds behalten können.
Was spricht dafür, Vorsorgefonds zu behalten?
Bevor Sie sich dafür entscheiden, Ihre Vorsorgefonds zu behalten, ist eine ganzheitliche Analyse Ihrer individuellen Situation ratsam. Diese umfasst Pensionskassengelder, Immobilien und das freie Vermögen.
Investitionen in Wertschriften sind vor allem langfristig sinnvoll. Wenn Sie zum Zeitpunkt der Pensionierung noch nicht auf Ihre 3a-Vorsorgegelder angewiesen sind, können Sie von weiteren Wertsteigerungen profitieren. Sie verlängern so Ihren Anlagehorizont. Investitionen in Wertschriften sind generell erst ab einer Anlagedauer von mindestens zehn Jahren zu empfehlen.
Aber Achtung: Dass sich Vorsorgefonds positiv entwickeln, ist sowohl vor als auch nach dem Erreichen des Rentenalters nicht garantiert. Angesichts ständiger Wertschwankungen kann es sein, dass Ihr Fonds später im Vergleich zum Zeitpunkt Ihrer Pensionierung an Wert verliert. Sie sollten sich dieses Risikos stets bewusst sein.
Günstige Vorsorge-Apps statt klassische Vorsorgefonds
Anstelle klassischer Vorsorgefonds von traditionellen Banken können Sie sich für Ihre Säule 3a auch für Vorsorge-Apps entscheiden. Diese rein digitalen Anbieter warten zumeist mit günstigeren Konditionen auf. Sie können Ihre Säule 3a in der Regel ganz einfach in der App eröffnen. Der Ratgeber von moneyland.ch zum Thema Vorsorge-Apps gibt Ihnen detaillierte Informationen.
Weitere Informationen:
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