geld anlegen niedrigzinsumfeld

Wie Geld anlegen im Niedrigzinsumfeld?

Wie das eigene Geld am besten anlegen bei den vorherrschenden niedrigen Zinsen? Die Tipps der Moneyland-Redaktion.

Es sind schwierige Zeiten für Schweizer Sparer.

Die Zinssätze auf Säule-3a-Sparkonten, Freizügigkeitskonten, Sparkonten und Privatkonten sind schon seit 2008 am Sinken. Das zunehmende Niedrigzinsumfeld hat den Zinssatz-Verfall noch beschleunigt. Die Ankündigung von Negativzinsen durch die SNB hat einen weiteren Zinsrutsch auf breiter Front bewirkt: Die Zinssätze tendieren gegen Null.

Wie ein Blick in die SNB-Statistiken zeigt, waren die Zinssätze für Schweizer Sparer noch nie so tief wie heute: das gilt sowohl für dieses als auch das gesamte letzte 20. Jahrhundert.

Zinssätze auf Sparkonten für Erwachsene liegen im Durchschnitt noch bei 0.08%, auf Säule-3a-Konten bei 0.3%, auf Freizügigkeitskonten bei 0.11% und auf Privatkonten nur noch bei 0% (Stand: Februar 2018).

Was also sollte der geneigte Anleger tun? Die Moneyland-Redaktion hat einige Tipps zusammengestellt, wie Sie Ihr Erspartes optimieren können.

Option 1: Sparkonto

  • Auf dem Sparkonto sind die Zinsen traditionell immer etwas höher als auf dem Privatkonto, das für den Zahlungsverkehr bestimmt ist. Tatsächlich ist die Verzinsung auf vielen Privatkonten bereits bei 0 Prozent angekommen. Also: Grössere Beträge wenn möglich auf dem Sparkonto, nicht auf dem Privatkonto deponieren.
     
  • Trotz tieferen Verzinsungen hat das Sparkonto gegenüber etwas zinsträchtigeren Formen wie Säule-3a-Sparkonten oder Kassenobligationen den Vorteil, dass die Gelder flexibler zur Verfügung stehen. Beachten Sie aber trotzdem die Rückzugsbedingungen und Kündigungsfristen. Es gilt bei Sparkonti die Faustregel: Je höher der Zinssatz, desto strenger die Rückzugsbedingungen. Diese werden im Moneyland-Vergleich transparent dargestellt.
     
  • Zinssätze sind auf Sparkonten bereits tief und dürften in Zukunft noch weiter fallen. Trotzdem lohnt sich ein individueller Sparkonto-Vergleich, da einzelne Anbieter einen markant höheren Zinssatz bieten.

Option 2: Säule 3a

  • Die freiwillige Vorsorge im Rahmen der Säule 3a bietet den Vorteil, dass sich die einbezahlten Beträge von den Steuern absetzen lassen.
     
  • Zusätzlicher Vorteil: Die Zinssätze sind im Durchschnitt höher als auf Sparkonten. Auch hier geht der Zinstrend allerdings abwärts. Beachten Sie, dass es zwischen den Anbietern grosse Zinsunterschiede gibt. Den ausführlichsten Schweizer 3a-Vergleich finden Sie auf moneyland.ch.
     
  • Nachteil von Säule-3a-Konten: Einzahlungen sind pro Jahr nur eingeschränkt möglich. Zudem sind die 3a-Guthaben bis zur Pensionierung in der Regel gesperrt. Weitere Informationen finden Sie hier.
     
  • Als Alternative zu den tiefen Sparkonto-Verzinsungen der dritten Säule empfiehlt sich ein Blick auf 3a-Vorsorgefonds. Weitere Informationen zu 3a-Fonds finden Sie hier.

Option 3: Kassenobligationen

  • Zinssätze sind zumindest bei den besten Kassenobligationen-Anbietern für längere Laufzeiten ein wenig höher als auf Sparkonten, allerdings momentan auf einem sehr tiefen Niveau.
     
  • Zwischen den Anbietern gibt es markante Unterschiede, ein Vergleich lohnt sich. Auf moneyland.ch findet sich der grösste Vergleich von Kassenobligationen der Schweiz.
     
  • Nachteil von Kassenobligationen: Die angelegten Gelder sind für den gezeichneten Zeitraum blockiert.

Option 4: Aktien (ETF)

  • Die Rendite-Möglichkeiten sind bei Aktien höher als bei Sparzinsen.
     
  • Allerdings sind auch die Risiken markant. Je nach Marktentwicklung können Sie Verluste erleiden. Aktien und verwandte Anlagen eignen sich also nur für risikoaffine Anleger.
     
  • Momentan werden die Aktienkurse von vielen Marktbeobachtern als hoch eingeschätzt. Der richtige Einstiegszeitpunkt erkennt man allerdings erst im Nachhinein.
     
  • Allgemein gilt der Grundsatz, dass Sie Aktien langfristig halten können sollten, das heisst im Idealfall mindestens 7 bis 10 Jahre, um allfällige Krisen aussitzen zu können. Kaufen Sie Aktien und andere Wertschriften bei einer kostengünstigen Online-Bank, um Gebühren zu sparen.
     
  • Achtung vor teuren, aktiv verwalteten Fonds. Hier lohnt es sich, kostengünstigere Alternativen wie ETF zu prüfen. Auch ETF-gestützte Online-Vermögensverwalter könnten eine Option sein.

Option 5: Steuern vorzeitig einzahlen

  • Je nach Kanton können Sie von einem Zinssatz von bis zu 1 Prozent profitieren, wenn Sie Ihre Steuern frühzeitig einzahlen.
     
  • Nachteil: Lukrative Vorauszahlungszinsen gibt es leider praktisch in keinen Kantonen mehr zu holen. Zudem sind die Einzahlungsmöglichkeiten in der Regel auf die voraussichtlichen Steuerbeträge beschränkt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Option 6: Wohneigentum

  • Die Festhypotheken sind zwar wieder etwas gestiegen, aber immer noch auf sehr tiefem Niveau.
     
  • Auch der Wert von Wohneigentum ist Schwankungen ausgesetzt - auch Investitionen in Immobilien sind also mit einem Risiko verbunden.
     
  • Wohneigentum kann aber im jetzigen Zinsumfeld eine prüfenswerte Option sein. Vorausgesetzt natürlich, dass die finanziellen Mittel vorhanden und die Tragbarkeitkriterien erfüllt sind. Infrage kommt neben Rendite-Objekten für wohlhabende Anleger auch das selbstbewohnte Eigenheim: da können Sie erst noch darin leben.

Faustregeln für den Anleger

Es gibt diverse weitere Anlagemöglichkeiten. Zwei Faustregeln gelten aber bei den meisten Anlagen:

  1. Bei Investitionen oder börsenbezogenen Anlagen gilt: Je höher die Rendite, desto grösser auch das Verlustrisiko.
     
  2. Bei Zins-Anlagen ohne direktes Verlustrisiko gilt: Je höher der Zinssatz, desto strenger sind die Rückzugsbedingungen.

 

Ihre Moneyland-Redaktion

Weitere Informationen:
Schweizer Sparkonten
Dritte Säule 3a: Sparkonten
3a-Fonds: Tipps
Kassenobligationen
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