Nicht alle Bankprodukte und Anlageklassen sind in einem Niedrigzinsumfeld gleich gut geeignet. In diesem Ratgeber listet Ihnen moneyland.ch die besten Optionen für Anlegerinnen und Anleger auf, wenn die Zinsen niedrig sind.
Option 1: Sparkonto
Auf dem Sparkonto sind die Zinsen traditionell immer etwas höher als auf dem Privatkonto, das für den Zahlungsverkehr bestimmt ist. Also: Grössere Beträge möglichst auf dem Sparkonto, nicht auf dem Privatkonto deponieren.
Trotz tieferen Verzinsungen hat das Sparkonto gegenüber etwas zinsträchtigeren Anlageformen wie Säule-3a-Sparkonten oder Kassenobligationen den Vorteil, dass das Geld flexibler zur Verfügung steht. Beachten Sie aber trotzdem die Rückzugsbedingungen und Kündigungsfristen. Bei Sparkonten gilt die Faustregel: Je höher der Zinssatz, desto strenger die Rückzugsbedingungen. Diese sehen Sie im interaktiven Vergleich von moneyland.ch.
Die Zinssätze auf Sparkonten variieren je nach Bank. Deshalb lohnt sich ein individueller Sparkonto-Vergleich.
Option 2: Säule 3a
Die freiwillige Vorsorge im Rahmen der Säule 3a bietet den Vorteil, dass sich die einbezahlten Beträge von den Steuern absetzen lassen.
Zusätzlicher Vorteil: Die Zinssätze sind im Durchschnitt höher als auf Sparkonten. Beachten Sie, dass es zwischen den Anbietern grosse Zinsunterschiede gibt. Den ausführlichsten Schweizer 3a-Vergleich finden Sie auf moneyland.ch.
Nachteil von Säule-3a-Konten: Einzahlungen sind pro Jahr nur eingeschränkt möglich. Zudem sind die 3a-Guthaben mit wenigen Ausnahmen bis zur Pensionierung in der Regel gesperrt.
Als Alternative zu den tiefen Sparkonto-Verzinsungen der dritten Säule empfiehlt sich ein Blick auf 3a-Vorsorgefonds. Weitere Informationen zu 3a-Fonds finden Sie hier.
Option 3: Kassenobligationen
Zinssätze sind zumindest bei den besten Kassenobligationen-Anbietern für längere Laufzeiten wesentlich höher als auf Sparkonten.
Zwischen den Anbietern gibt es markante Unterschiede, ein Vergleich lohnt sich. Auf moneyland.ch findet sich der grösste Vergleich von Kassenobligationen der Schweiz.
Nachteil von Kassenobligationen: Die angelegten Gelder sind für den gezeichneten Zeitraum blockiert. Zudem wird der Zins über die Laufzeit nicht angepasst, sodass Sie nach Abschluss nicht davon profitieren können, falls die Zinsen steigen.
Option 4: Aktien und ETF
Das Renditepotenzial ist bei Aktien höher als bei Zinsprodukten wie Sparkonten. Allerdings sind auch die Risiken markant. Je nach Marktentwicklung können Sie Verluste erleiden. Aktien und verwandte Anlagen eignen sich also nur für Anlegerinnen und Anleger mit einer hohen Risikotoleranz.
Allgemein gilt der Grundsatz, dass Sie Aktien langfristig halten können sollten, das heisst im Idealfall mindestens sieben bis zehn Jahre, um allfällige Krisen aussitzen zu können. Kaufen Sie Aktien und andere Wertschriften bei einem kostengünstigen Broker, um Gebühren zu sparen.
Achtung vor teuren, aktiv verwalteten Fonds. Es lohnt sich, stattdessen kostengünstigere Alternativen wie passive Exchange Traded Funds (ETF) zu prüfen. Auch ETF-gestützte Online-Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisors, könnten eine Option sein.
Option 5: Steuern vorzeitig einzahlen
Je nach Kanton können Sie von einem höheren Zinssatz profitieren, wenn Sie Ihre Steuern frühzeitig einzahlen. Allerdings sind die Einzahlungsmöglichkeiten in der Regel auf die voraussichtlichen Steuerbeträge beschränkt. Weitere Informationen finden Sie hier.
Option 6: Immobilien
Die Immobilienpreise sind in der Schweiz trotzdem weiterhin hoch, und viele Expertinnen und Experten rechnen mit weiteren Preisanstiegen. Auch der Wert von Wohneigentum ist jedoch Schwankungen ausgesetzt – auch Investitionen in Immobilien sind also mit einem Risiko verbunden.
Voraussetzung für den Kauf von Immobilien ist natürlich, dass die finanziellen Mittel vorhanden und die Tragbarkeitskriterien erfüllt sind. Infrage kommt neben Renditeobjekten für wohlhabende Anlegerinnen und Anleger auch das selbstbewohnte Eigenheim.
Option 7: Andere Sachwerte
Sachwerte werfen keinen Zins ab, daher können sie als Alternative in Betracht gezogen werden, wenn es nirgends attraktive Zinsen gibt. Neben den klassischen Sachwerten wie Aktien und Immobilien kommen dabei auch exotischere Dinge wie etwa Kunst, Uhren oder Wein infrage.
Bei exotischen Sachwerten ist es sehr schwierig, die Preise ganzer Märkte systematisch zu verfolgen und so eine Aussage über deren Rentabilität zu machen. Aber auch hier gilt: Sie müssen mit Wertschwankungen rechnen.
Wenn Sie in aussergewöhnliche Sachwerte investieren, ist es oft ein langwieriger Prozess, diese wieder zu verkaufen – denn der Markt ist in der Regel sehr klein. Dadurch ist Ihr Geld wesentlich weniger schnell verfügbar als beispielsweise bei Aktien.
Faustregeln für den Anleger
Es gibt diverse weitere Anlagemöglichkeiten. Zwei Faustregeln gelten aber bei den meisten Anlagen:
- Bei Investitionen gilt: Je höher die Rendite, desto grösser auch das Verlustrisiko.
- Bei Zinsanlagen ohne direktes Verlustrisiko gilt: Je höher der Zinssatz, desto strenger sind die Rückzugsbedingungen.
Hinweis: Der Artikel ist keine Anlageberatung und dient lediglich der Information. Angaben ohne Gewähr.
Weitere Informationen:
Schweizer Sparkonten
Dritte Säule 3a: Sparkonten
3a-Fonds: Tipps
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