Mit dem Start des neuen Studienjahrs lohnt sich auch ein Blick auf die Finanzen. Wie die Analyse vom Online-Vergleichsdienst moneyland.ch zeigt, gibt es gerade bei Bankkonten und Handy-Abos grosse Preisunterschiede. Die gute Nachricht: Wer die Produkte vergleicht, kann von günstigen Angeboten profitieren.
Schweizer Bankkonten für Studentinnen und Studenten
Fast alle etablierten Schweizer Banken bieten Personen im Studium oder in Ausbildung Studentenkonten und Ausbildungskonten an. Diese sind gegenüber den Konten für erwachsene Personen der gleichen Bank oft günstiger: Häufig entfallen die Grundgebühren, gewisse Dienstleistungen kosten weniger, und teilweise gibt es bis zu einem gewissen Betrag höhere Zinsen auf dem Sparkonto.
Zusätzlich profitieren Studentinnen und Studenten je nach Bank von Rabatten bei Partnern aus Gastronomie, Freizeit und Detailhandel, Gratis-Eintritten oder ermässigten Angeboten im öffentlichen Verkehr.
Aber aufgepasst: Gegenüber günstigen Angeboten der Konkurrenz können Studentenkonten und Ausbildungskonten jedoch auch teuer sein. Es empfiehlt sich daher ein Vergleich.
Denn Schweizer Banken bieten vermehrt allen Kundinnen und Kunden Gratis-Konten an – unabhängig vom Alter und davon, ob sie sich in Ausbildung befinden. Diese Konten können deshalb für Studentinnen und Studenten eine kostengünstige Möglichkeit sein. Bei einem Gratis-Konto gibt es keine Kontoführungsgebühren – und oft auch keine Grundgebühren für die dazugehörige Debitkarte. Insbesondere junge Menschen entscheiden sich häufig für eine Smartphone-Bank, weil diese gut zu ihrer digitalen Lebensweise passt.
Die Tabelle zeigt die Gesamtkosten für einen Studenten unter 30 Jahren, der auf seinem Bankkonto durchschnittlich 3000 Franken hat und das Bankkonto für den Zahlungsverkehr innerhalb der Schweiz nutzt und Einkäufe in der Schweiz sowie im Ausland (zehn Einkäufe, umgerechnet 500 Franken in Euro) mit der Debitkarte bezahlt. Am kostengünstigsten ist die Bank WIR mit Gesamtkosten von 45 Rappen, gefolgt von Neon Free mit 3.50 Franken und Yuh mit 5.30 Franken. Ohne Einkäufe im Ausland hätten die Gesamtkosten mit fast allen aufgeführten Bankkonten 0 Franken betragen. Einzig die Bank Cler verrechnet beim Privatkonto eine jährliche Gebühr von 12 Franken.
Kostenfallen sind neben Transaktionen im Ausland insbesondere Bargeldbezüge – sowohl in der Schweiz als auch im Ausland.
Bezahlkarten und Bezahl-Apps für Studentinnen und Studenten
Schweizer Studentinnen und Studenten nutzen zum Bezahlen besonders häufig die Bezahl-App Twint, daneben auch Debitkarten und Kreditkarten. Wer nicht mit einer Plastikkarte bezahlen möchte, kann diese auch in Mobile-Payment-Systemen wie Apple Pay oder Google Pay hinterlegen und so mit dem Smartphone bezahlen.
Attraktive Kreditkarten sind oft die lohnendste Bezahlmethode: Denn bei Kreditkarten mit einem Bonusprogramm gibt es Geld oder Prämien zurück. Da bei Gratis-Kreditkarten keine Jahresgebühr anfällt, profitieren Nutzerinnen und Nutzer von Anfang an. Wichtig zu wissen: Bargeldbezüge und Transaktionen mit Kreditkarte im Ausland verursachen zusätzliche Kosten – anders als Einkäufe in der Schweiz.
Ein wichtiger Punkt: Viele Studentinnen und Studenten erhalten infolge der Bonitätsprüfung durch die Banken keine Kreditkarte. In diesem Fall bieten Banken oft Prepaid-Kreditkarten an – diese sind jedoch meist zu teuer. Es besteht bei klassischen Kreditkarten die Gefahr, in die Schuldenfalle zu geraten: Gerade junge, in Geldfragen noch unerfahrene Menschen können eher der Versuchung erliegen, mehr Geld auszugeben, als sie haben.
Für das Schicken und Empfangen von Geld ist in der Schweiz vor allem die Bezahl-App Twint sehr verbreitet. Der Vorteil: Unabhängig von der Bankverbindung kann Geld an eine Telefonnummer gesendet werden.
Handy-Abos für Studentinnen und Studenten
Vielen Studentinnen und Studenten ist es wichtig, jederzeit unlimitiert in der Schweiz surfen zu können. Bereits ab 13 Franken pro Monat gibt es Handy-Abos mit einer Flatrate für mobiles Internet in der Schweiz. Diese günstigen Angebote sind für alle Erwachsenen erhältlich – unabhängig vom Alter und davon, ob sie sich in einer Ausbildung befinden.
Galaxus Mobile bietet einen speziellen Studentenrabatt an für Studentinnen und Studenten, die eine Switch Edu-ID haben. Ausserdem bietet einzig Sunrise derzeit Jugendabos an. Sie richten sich an Personen unter 27 Jahren – unabhängig von einer Ausbildung – und umfassen drei Abos mit Preisen ab 34.95 Franken pro Monat. Damit sind sie teurer als viele normale Handy-Abos. Als Bonus gibt es aber das Halbtax-Abo zum halben Preis.
Vorsorge für Studentinnen und Studenten
Auch wenn bis zur Pensionierung noch Jahrzehnte vergehen, lohnt es sich, bereits in jungen Jahren an die Vorsorge zu denken. Wichtig ist für Studentinnen und Studenten, darauf zu achten, genügend AHV-Beiträge einzuzahlen. Die Einzahlung des Mindestbetrags für die AHV ist grundsätzlich obligatorisch. Dennoch kann es vorkommen, dass Beitragszahlungen vergessen gehen. Um eine Rentenkürzung im Alter zu verhindern, empfiehlt es sich, bei der Ausgleichskasse nachzufragen. Zu wenig bezahlte AHV-Beiträge können nur für die letzten fünf Jahre nachgezahlt werden.
Studentinnen und Studenten sollten die Säule 3a im Blick behalten, müssen aber in jungen Jahren noch nicht einzahlen. Für alle Jahre ab 2025 ohne Einzahlung in die Säule 3a können die Beiträge aufgrund einer Gesetzesänderung neu während maximal zehn Jahren nachbezahlt werden. Studentinnen und Studenten, die knapp bei Kasse sind, sollten daher das Geld eher als Notgroschen auf die Seite legen. Wer später mehr verdient, kann die Säule 3a nachzahlen – und profitiert dann ausserdem von einer höheren Steuerersparnis.
Krankenkassen und Versicherungen für Studentinnen und Studenten
Bei den Krankenkassen sind grosse Einsparungen möglich. Zwar sind die Leistungen in der Grundversicherung bei allen gleich, doch es gibt Unterschiede bei den Modellen, der Selbstbeteiligung, Vorschriften zum Erstkontakt (zum Beispiel die Verpflichtung, vor dem Arztbesuch telefonisch eine Bewilligung einzuholen) und den Prämien. Die Prämien für 2026 werden Ende September veröffentlicht – dann lohnt sich ein Vergleich. Studentinnen und Studenten sollten überprüfen, ob sie Anspruch auf Prämienverbilligungen haben.
Weitere Versicherungen, die für Studentinnen und Studenten sinnvoll sein können, sind die Privathaftpflicht- und die Hausratversicherung. Die Privathaftpflicht deckt Schäden ab, die Dritten zugefügt werden. Die Hausratversicherung schützt das eigene Inventar beispielsweise bei Feuer, Wasser oder Diebstahl.