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Währungsabwertung – der kleine Teufel im Detail

15. März 2024 - Daniel Dreier

In diesem Blogbeitrag untersucht Redaktor Daniel Dreier von moneyland.ch die Auswirkungen der Währungsabwertung.

Für Schweizer Anlegerinnen und Anleger, die in ausländische Aktien, Obligationen, ETF und andere Anlagen investieren, ist der starke Schweizer Franken ein zweischneidiges Schwert. Ich verdiene mein Geld in Franken und gebe es auch in Franken aus. Wenn ich in Fremdwährungen investiere, wirken sich Abwertungen der jeweiligen Währungen gegenüber dem Franken negativ auf meine Rendite aus.

Um herauszufinden, wie sich der starke Franken auf die Performance auswirkt, habe ich mir die historischen Währungskurse der letzten 20 Jahre (28. Februar 2004 bis 28. Februar 2024) auf XE.com angesehen.

Aus reiner Neugier habe ich die Performance von Aktienindizes beigefügt, die auf Basis der jeweiligen Landeswährung berechnet werden. Dazu habe ich die historische Performance anhand der Daten von Investing.com und Yahoo Finance berechnet.

Neben Wechselkursverlusten hätte ich auch variable Kosten wie Währungsaufschläge, Brokergebühren, Depotgebühren und Fondskosten (TER) gehabt. Diese Kosten hängen davon ab, welchen Broker ich nutze und ob ich in Fonds (zum Beispiel ETF) investiere oder nicht. Diese variablen Anlagekosten habe ich in meinen Berechnungen nicht berücksichtigt.

1. Investition in Singapur-Dollar: 12.68 Prozent Währungsverlust

Der Singapur-Dollar war in der Vergangenheit eine der stärksten Währungen der Welt. Trotzdem hätte meine Anlage eine in Schweizer Franken umgerechnete Rendite von mindestens 12.68 Prozent über die Anlagedauer erzielen müssen, um den Schweizer Franken zu schlagen.

Der FTSE Straits Times Singapore (STI) Index stieg im gleichen Zeitraum um rund 66 Prozent.

2. Investition in chinesische Yuan: 20.65 Prozent Währungsverlust

Der Yuan hat sich etwas besser entwickelt als viele andere wichtige Währungen. Dennoch hätte es eine höhere Rendite als 20.65 Prozent über die Anlagedauer gebraucht, um ein Bündel Schweizer Franken im Tresor zu schlagen.

Der wichtigste chinesische Aktienindex, der Shanghai Composite Index, legte über 20 Jahre um rund 75 Prozent zu.

3. Investition in US-Dollar: 31 Prozent Währungsverlust

 

Ein Schweizer Franken kostete im Jahr 2004 0.79 US-Dollar und im Jahr 2024 1.14 US-Dollar. Hätte ich vor 20 Jahren in Dollar-Anlagen investiert, hätte ich rund 31 Prozent mehr Dollar bezahlen müssen, um heute den gleichen Betrag in Franken zu erhalten. Mit anderen Worten: Ich hätte eine in Schweizer Franken umgerechnete Mindestrendite von 31 Prozent erzielen müssen, um eine bessere Performance zu erzielen, als wenn ich Franken unter dem Kopfkissen gehalten hätte.

Zum Vergleich: Der Nasdaq-100 legte im gleichen Zeitraum um 1106.52 Prozent zu.

 4. Investition in kanadische Dollar: 31.87 Prozent Währungsverlust

Jeden kanadischen Dollar, den ich zum Kurs von 95 Rappen pro Dollar im Jahr 2004 gekauft hätte, würde ich im Jahr 2024 zu einem viel niedrigeren Kurs von 65 Rappen pro Dollar umtauschen. Wenn ich mit meinen Anlagen in kanadischen Dollar in diesen 20 Jahren nicht mehr als 31.87 Prozent Rendite erwirtschaftet hätte, wäre ich besser gefahren, wenn ich meine Franken unverzinst auf einem Schweizer Bankkonto liegen gelassen hätte.

Zum Vergleich: Der S&P TSX Index stieg in diesen 20 Jahren um 140.22 Prozent.

5. Investition in Euro: 39.76 Prozent Währungsverlust

Für jeden Euro, den ich 2004 für 1.58 Franken gekauft hätte, würde ich heute nur noch 95 Rappen erhalten. Damit meine Euro-Anlagen rentabler sind als Schweizer Franken in bar, hätten sie am Ende der Laufzeit eine in Schweizer Franken umgerechnete Rendite von mehr als 39.76 Prozent abwerfen müssen.

Der DAX – ein wichtiger Aktienindex in der Eurozone – stieg im gleichen Zeitraum um 333 Prozent.

6. Investition in australische Dollar: 41.86 Prozent Währungsverlust

Australien hat zwar attraktive Aktien im Rohstoffsektor, aber keine besonders starke Währung. Jeder «Aussie», den ich 2004 zu einem Kurs von 98 Rappen gekauft hätte, würde mir heute nur noch 57 Rappen einbringen. Meine australischen Investments hätten mindestens 41.86 Prozent abwerfen müssen, um kostendeckend zu sein.

Zum Vergleich: Der S&P ASX 200 Index stieg in den letzten 20 Jahren um bescheidene 126.55 Prozent.

7. Investition in japanische Yen: 50.09 Prozent Währungsverlust

2004 hätte man gemäss Währungskurs für einen Franken 85.59 Yen erhalten. Im Jahr 2024 bekäme man für diese 85.59 Yen nur noch rund 50 Rappen, also die Hälfte. Mit anderen Worten: Die Hälfte meiner Anlageerträge würde durch die Abwertung des Yen wieder verschwinden. Meine japanischen Anlagen würden sich nur lohnen, wenn ihre in Schweizer Franken umgerechnete Rendite über einen Zeitraum von 20 Jahren mehr als 50.09 Prozent betragen hätte.

Die Performance des Nikkei 225 betrug im gleichen Zeitraum 247.86 Prozent.

8. Investition in schwedische Kronen: 50.51 Prozent Währungsverlust

Die schwedische Krone hatte in den letzten zwei Jahrzehnten einen schweren Stand. 1000 Franken, die ich 2004 zum Kurs von 5.82 Kronen pro Franken in Schweden angelegt hätte, wären Anfang 2024 auf rund 495 Franken geschrumpft. Die in Schweizer Franken umgerechnete Mindestrendite, um die Gewinnschwelle zu erreichen, läge bei 50.51 Prozent.

Der OMX Stockholm 30 Index legte zwischen 2004 und 2024 um 247.38 Prozent zu.

9. Investition in britische Pfund: 52.73 Prozent Währungsverlust

Es gab eine Zeit, da konnte man mit dem britischen Pfund nichts falsch machen. Hätte ich 2004 in in Pfund notierende Aktien, Fonds oder Obligationen investiert, wäre bis 2024 mehr als die Hälfte meines Geldes vom starken Schweizer Franken aufgefressen worden. Meine Investition wäre nur sinnvoll gewesen, hätte ich eine in Schweizer Franken umgerechnete Rendite von mehr als 52.73 Prozent erzielt.

Die Performance des FTSE 100 lag in denselben 20 Jahren bei 68.95 Prozent.

10. Investition in norwegische Kronen: 54.10 Prozent Währungsverlust

Hätte ich Schweizer Franken in norwegischen Kronen getauscht und damit Aktien und Obligationen gekauft, hätte ich nur dann Geld verdient, wenn die in Schweizer Franken umgerechnete Rendite am Ende der Laufzeit über 54.10 Prozent gelegen hätte.

Doch während die Krone an Wert verlor, legte der Oslo OBX Index in den vergangenen 20 Jahren um 591.85 Prozent zu.

11. Investition in brasilianische Real: 59.10 Prozent Währungsverlust

Brasilien gehört zu den grössten Volkswirtschaften Südamerikas. Doch das hätte meine brasilianischen Anlagen nicht vor dem Zorn des Schweizer Frankens bewahrt. 2004 hätte ich 1 Franken für 2.31 Real bezahlt. Heute würde ich meine Reals zu einem Kurs von 5.64 Reals pro Franken in Franken zurücktauschen. Mit anderen Worten: Der Wert meiner Real-Investition hätte sich allein durch die Währungsabwertung etwas mehr als halbiert. Hätte ich nicht eine in Schweizer Franken umgerechnete Rendite von über 59.10 Prozent erzielt, wäre meine Investition sinnlos gewesen.

Der Ibovespa Brasil Sao Paulo Stock Exchange Index legte zwischen 2004 und 2024 um 478.49 Prozent zu. 

12. Investition in südafrikanische Rand: 76.20 Prozent Währungsverlust

Wenn ich über eine Schweizer Bank in afrikanische Unternehmen investieren möchte, beschränken sich meine Möglichkeiten in der Regel auf südafrikanische Aktien, die in Rand notieren. Als ich 2004 in Südafrika lebte, bekam ich für einen Schweizer Franken 5.22 Rand. Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute wären 1000 Franken, die ich 2004 in Rand umgetauscht hätte, nur noch 237.87 Franken wert. Hätten meine Anlagen in Rand in den letzten 20 Jahren weniger als 76.20 Prozent Rendite gebracht (umgerechnet in Schweizer Franken) , hätte ich meine Schweizer Franken besser unter dem Kopfkissen gelassen.

Der FTSE JSE All Share, der wichtigste Aktienindex Südafrikas, legte in den letzten 20 Jahren um 554.28 Prozent zu.

Währungsrisiko wirkt in beide Richtungen

Abwertungen von Fremdwährungen gegenüber dem Schweizer Franken hätten mir als Schweizer Anleger historisch gesehen zusätzliche Anlagekosten beschert. Genau umgekehrt verhält es sich aber für Personen, die ihren Lohn in einer Fremdwährung beziehen und ausgeben, aber in Schweizer Franken investieren.

Beispiel: Deutsche Anleger mit Anlagen in Schweizer Kassenobligationen hätten am Ende der 20-jährigen Laufzeit allein durch die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro eine zusätzliche Rendite von 39.76 Prozent in Euro erzielt.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist jedoch niemals eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Eine Abwertung des Schweizer Frankens in der Zukunft kann schliesslich nicht ausgeschlossen werden.

 

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Redaktor Daniel Dreier
Daniel Dreier ist Redaktor und Experte für Geldthemen bei moneyland.ch.
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