Egal, ob Sie ein passionierter Autofahrer sind oder einfach nur ein Fortbewegungsmittel benötigen: Der Kauf des passenden Autos kann eine Herausforderung sein. In diesem Ratgeber gibt Ihnen moneyland.ch die besten Tipps, wenn Sie über den Kauf eines Autos in der Schweiz nachdenken.
1. Gebrauchtwagen sind oft günstiger
Der Wert eines Autos sinkt in den ersten zwei Jahren nach der Zulassung drastisch, auch bei geringer Nutzung und Verschleiss. Ein drei Jahre altes Auto kostet oft nur noch die Hälfte seines Neupreises.
2. Qualität vor Preis
Die Kosten für Wartung und Reparaturen in Schweizer Garagen sind im Vergleich zu vielen anderen Ländern hoch. In einigen Fällen kann eine grössere Reparatur teurer sein als das Auto selbst – insbesondere bei älteren Gebrauchtwagen. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich auf Marken und Modelle zu konzentrieren, die für ihre Zuverlässigkeit bekannt sind.
3. Vergleichen Sie die Preise
Die Preise für Gebrauchtwagen derselben Marke, des gleichen Modells und mit dem gleichen Kilometerstand können leicht um 20 Prozent oder sogar mehr variieren. Um nicht zu viel für Ihr Wunschauto zu zahlen, lohnt es sich, die Angebote vorab zu vergleichen. Online-Plattformen wie Autoscout24 und Autolino machen es einfach, Angebote für Gebrauchtwagen zu finden und zu vergleichen, die genau Ihren Vorstellungen entsprechen.
4. Lassen Sie das Auto vor dem Kauf überprüfen
Seriöse Händler und Privatverkäufer kommen in der Regel dem Wunsch nach, das Auto vor dem Kauf von einem Mechaniker überprüfen zu lassen. Die Überprüfung kann in einer Garage Ihrer Wahl durchgeführt werden. Wenn Sie Mitglied des Touring Club Schweiz (TCS) sind, können Sie das Auto in einem Technischen Zentrum des TCS überprüfen lassen.
5. Suchen Sie nach Autos mit Garantien
Die meisten Schweizer Händler bieten Ihnen beim Kauf eines Neuwagens Wartungspläne und Garantien an. Einige Händler bieten auch Garantien für Gebrauchtwagen an. In beiden Fällen gelten die Garantien für einen bestimmten Zeitraum oder eine bestimmte Kilometerleistung ab Kaufdatum. Mit einem Auto mit Garantie verringert sich das Risiko, für unerwartete Reparaturen aufkommen zu müssen, erheblich. Sie sollten die Garantiebedingungen jedoch sorgfältig prüfen, damit Sie genau wissen, welche Reparaturen die Garantie genau abdeckt.
Eine Garantie ist besonders wichtig, wenn Sie das Fahrzeug vor dem Kauf nicht begutachten können. In diesem Fall ist es ratsam, das Auto so schnell wie möglich nach dem Kauf überprüfen zu lassen. So können Sie bei Mängeln die Garantie vor deren Ablauf in Anspruch nehmen.
6. Kaufen Sie bei seriösen Händlern
Gemäss dem Schweizer Zivilgesetzbuch (ZGB) haben Sie das Recht, eine Entschädigung zu verlangen oder das Auto gar an den Verkäufer zurückzugeben, wenn Sie vor dem Kauf Probleme mit dem Motor oder dem Antrieb feststellen, die vom Verkäufer nicht angegeben wurden. Dies gilt sowohl für gewerbliche Händler als auch für private Verkäufer und auch dann, wenn der Verkäufer von dem Mangel keine Kenntnis hatte. Es gilt auch dann, wenn Sie einen Kaufvertrag ohne Garantie unterzeichnet haben, es sei denn, der Kaufvertrag weist ausdrücklich auf die Mängel hin.
In der Praxis ist die Durchsetzung dieses Rechts jedoch alles andere als einfach und erfordert in der Regel rechtlichen Beistand. Insbesondere bei günstigeren Fahrzeugen können die Kosten für das Gerichtsverfahren schnell die Kosten für das Fahrzeug selbst übersteigen. Aus diesem Grund ist es ratsam, Fahrzeuge nur von seriösen Autohändlern mit einem guten Ruf zu kaufen. Der Kauf von Fahrzeugen von Privatpersonen – mit der möglichen Ausnahme von Personen, die Sie kennen und denen Sie vertrauen – ist grundsätzlich riskant.
Es kann von Vorteil sein, eine Rechtsschutzversicherung, die das Vertragsrecht abdeckt, abzuschliessen. Dies gilt insbesondere beim Kauf eines teuren Fahrzeugs. Die Kosten für diese Versicherung können Sie mit dem interaktiven Rechtsschutzvergleich auf moneyland.ch vergleichen.
7. Bestehen Sie auf einen Kaufvertrag
Ein Vertrag, in dem die Verkaufsbedingungen klar festgelegt sind, ist sehr wichtig. Schweizer Autohändler verwenden in der Regel ihre eigenen Kaufverträge. Es ist sehr wichtig, dass Sie diesen Vertrag vor der Unterzeichnung sorgfältig lesen. Achten Sie auf mögliche Hinweise auf bestehende Mängel und lesen Sie auch die Haftungsausschlüsse sorgfältig durch.
Wenn Sie einen Gebrauchtwagen von einer Privatperson oder einem Händler kaufen, der keinen vorgefertigten Kaufvertrag hat, sollten Sie in Betracht ziehen, selbst einen Vertrag aufzusetzen. Sie können dafür eine Vorlage verwenden, zum Beispiel jene vom TCS. Damit der Vertrag gültig ist, muss er sowohl von Ihnen als auch vom Verkäufer unterzeichnet werden.
8. Sparen ist günstiger als ein Kredit
Für den Kauf eines Autos zu sparen ist immer günstiger als ein Privatkredit. Sie vermeiden nicht nur Zinskosten, sondern erhalten bis zum Kauf auch Zinsen auf Ihr Erspartes. Je nach Preis des Autos können Sie tausende von Franken sparen, wenn Sie Geld für das Auto sparen, anstatt auf einen Kredit zurückzugreifen.
Wenn Sie einen Privatkredit aufnehmen müssen, achten Sie darauf, den günstigsten verfügbaren Kredit zu wählen. Mit dem interaktiven Privatkreditvergleich auf moneyland.ch können Sie Angebote auf Basis der Mindest- und Höchstzinssätze der Schweizer Kreditgeber einfach vergleichen.
Ein Leasing ist fast immer teurer als der Kauf eines Autos mit Ihren Ersparnissen oder einem Privatkredit. Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber zu den Kosten des Autoleasings.
9. Prüfen Sie einen Kauf im Ausland
Der Kauf eines Autos in einem Nachbarland kann eine Überlegung wert sein, insbesondere wenn Sie in der Nähe der Grenze wohnen und ein neues oder relativ neues Auto kaufen möchten. Der Grund dafür ist, dass die Preise für bestimmte Fahrzeuge in Nachbarländern in einigen Fällen deutlich niedriger sein können.
Wenn Sie einen Privatwagen in die Schweiz importieren, zahlen Sie sowohl die Schweizer Mehrwertsteuer als auch einen Zoll für Fahrzeuge in Höhe von 4 Prozent. Zusammen belaufen sich diese Steuern auf etwas mehr als 12 Prozent des Fahrzeugwertes. Im Gegenzug können Sie die ausländische Mehrwertsteuer bei der Einfuhr des Fahrzeugs in die Schweiz zurückfordern.
Es gibt Schweizer Autohändler, die sich auf den Kauf und Import von Fahrzeugen aus Nachbarländern spezialisiert haben. Diese Händler vereinfachen Ihnen in der Regel den Autokauf im Ausland, verrechnen für den Service allerdings Gebühren.
10. Exotische Modelle vermeiden
Sofern Sie kein Automobilfan, Motorsportbegeisterter oder Oldtimer-Sammler sind, empfiehlt es sich, Ihre Auswahl auf beliebte Standardmarken und -modelle zu beschränken.
Wenn Sie ein in der Schweiz weit verbreitetes Fahrzeug fahren, haben Sie eine grössere Auswahl an Garagen, und Ersatzteile sind leichter erhältlich. Durch diesen erhöhten Preiswettbewerb zahlen Sie in der Regel weniger. Exotischere Autos erfordern oft kostspielige, spezialisierte Wartungs- und Reparaturarbeiten, und Ersatzteile müssen möglicherweise importiert werden.
11. Berechnen Sie die Gesamtkosten für den Unterhalt eines Autos
Der Kaufpreis eines Autos ist nur ein Teil der Gesamtkosten für den Unterhalt und die Nutzung. Die wichtigsten Kosten, die Sie berücksichtigen müssen, sind:
- Kaufpreis: Wenn Sie bereits wissen, wie lange Sie Ihr Auto behalten möchten und wie viele Kilometer Sie damit fahren werden, können Sie den Preis, den Sie beim Wiederverkauf voraussichtlich erzielen werden, abziehen. Tools wie die von Autoscout24 und TCS Eurotax können als Anhaltspunkt für den zukünftigen Wert des Autos dienen.
- Autoversicherung: Die Kosten können Sie mit dem Autoversicherungs-Vergleich ermitteln. Bei neueren Autos ist es ratsam, zusätzlich zur obligatorischen Haftpflichtversicherung eine Vollkasko- oder Teilkaskoversicherung abzuschliessen. Dies hat höhere Versicherungsprämien zur Folge. Nützliche Spartipps für die Autoversicherung finden Sie hier. Neben den Kosten für die Prämien sollten Sie auch den Selbstbehalt berücksichtigen, die Sie im Schadensfall selbst tragen müssen.
- Fahrzeugsteuer: In einigen Kantonen können Sie online berechnen, wie hoch die Fahrzeugsteuer für Ihr Fahrzeugmodell ist. Hinzu kommen die Kosten für die jährliche Autobahnvignette.
- Parkieren: Wenn Sie einen Parkplatz mieten müssen, sind diese Kosten ebenfalls zu berücksichtigen. Wenn Sie häufig ausserhalb Ihres Wohnortes kostenpflichtige Parkplätze benötigen, sollten Sie zudem Ihre jährlichen Ausgaben für Parkuhren schätzen.
- Wartung: Der einfachste Weg, um herauszufinden, wie viel Sie voraussichtlich für jede Autowartung bezahlen müssen, ist, sich an Garagen in Ihrer Nähe zu wenden und einen Kostenvoranschlag für das jeweilige Fahrzeug anzufordern. Beachten Sie, dass Autohändler möglicherweise ein kostenloses Servicepaket anbieten, das für eine bestimmte Kilometerleistung oder einen bestimmten Zeitraum gültig ist. Servicepakete werden häufig bei Neuwagen angeboten.
- Reparaturen: Sie können nicht im Voraus wissen, ob ein Auto eine grössere Panne haben wird. Es ist aber wichtig, diese Möglichkeit im Budget zu berücksichtigen. Neuwagen werden oft mit einer Garantie geliefert, die bestimmte Pannen abdeckt, und einige Händler bieten diese auch für Gebrauchtwagen an.
- Tanken oder Aufladen: Sie können die Kosten basierend auf den aktuellen Tank- oder Ladepreisen in Ihrer Region und Ihrer voraussichtlichen Kilometerleistung kalkulieren.
- Finanzierung: Wenn Sie für den Kauf Ihres Autos einen Privatkredit aufnehmen, addieren Sie die jährlichen Zinskosten zu Ihren Gesamtkosten hinzu. Mit dem interaktiven Kreditvergleich auf moneyland.ch können Sie herausfinden, wie hoch die gesamten Zinskosten je nach Höhe des Kredits und der Laufzeit voraussichtlich sein werden.
- Reinigung: Zwar ist die Reinigung in der Regel kein wesentlicher Kostenfaktor – dennoch können regelmässige Autowäschen Kosten von bis zu mehreren hundert Franken pro Jahr verursachen.
- Bussen: Selbst sehr vorsichtige Autofahrer sind nicht vor Strafzetteln wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen und Falschparken gefeit. Die Bussen können leicht mehrere hundert Franken pro Jahr ausmachen.
- Pannenhilfe: Es ist in der Regel ratsam, eine Pannenhilfe-Versicherung abzuschliessen. Dies geht entweder bei einem Versicherer oder über eine Mitgliedschaft in einem Automobilclub. Sie sollten die Versicherungsprämien oder Mitgliedsbeiträge in den Gesamtkosten für den Unterhalt eines Autos berücksichtigen.
- Rechtsschutzversicherung für Autofahrer: Eine Rechtsschutzversicherung für Autofahrer ist zwar nicht obligatorisch, kann aber in manchen Fällen von Vorteil sein. Wenn Sie diese Versicherung benötigen, sollten Sie die Versicherungsprämien zusammen mit den anderen Kosten für den Unterhalt eines Autos berücksichtigen. Die Kosten können Sie mit dem Rechtsschutzversicherungs-Vergleich auf moneyland.ch ermitteln.
Es ist hilfreich, die jährlichen Gesamtkosten unter Berücksichtigung aller verschiedenen Kostenpunkte zu ermitteln. Diese können Sie durch zwölf teilen, um die monatlichen Kosten zu ermitteln. Um die Gesamtkosten zu ermitteln, können Sie die jährlichen Kosten mit der Anzahl der Jahre, in denen Sie das Auto behalten möchten, multiplizieren.
Übersteigen die Gesamtkosten für Ihr gewünschtes Fahrzeug Ihr Budget, sollten Sie ein günstigeres Auto oder ein alternatives Verkehrsmittel in Betracht ziehen.
12. Ziehen Sie Alternativen in Betracht
Bevor Sie überhaupt Geld für ein Auto ausgeben, sollten Sie zuerst Ihre Bedürfnisse analysieren und Alternativen in Betracht ziehen:
- Öffentliche Verkehrsmittel: Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kann unter Umständen günstiger sein als ein eigenes Auto. Dies gilt insbesondere, wenn Sie in der Regel kurze Strecken zurücklegen, meist alleine oder nur mit Kindern unterwegs sind – oder aber in der Regel teure Autos kaufen. Der grösste Nachteil ist, dass Sie mit dem ÖV weniger flexibel sind, vor allem auf dem Land. Und selbst in grossen Schweizer Städten sind öffentliche Verkehrsmittel nachts möglicherweise nicht verfügbar.
- Mietwagen: Wenn Sie in der Nähe von Autovermietungen wohnen oder bereit sind, über Sharing-Economy-Plattformen Autos von Privatpersonen zu mieten, kann das Mieten in manchen Fällen eine günstigere Alternative sein. Das gilt insbesondere, wenn Sie ein Auto nur wenige Male im Monat wirklich benötigen.
- Carsharing: Wie Mietwagen sind auch Carsharing-Dienste wie Mobility eine Überlegung wert, wenn Sie ein Auto nur gelegentlich nutzen würden.
- Auto-Abos und Langzeitmieten: Ein Auto-Abo ist langfristig fast immer teurer als ein eigenes Auto. Der Vorteil von Auto-Abos besteht jedoch darin, dass Ihnen fast alle Kosten im Voraus bekannt sind, was die Budgetplanung erleichtert.
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