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Anlegen & Vorsorge

Investieren in den SMI: Das müssen Sie wissen

7. August 2023 - Felix Oeschger

Beim Swiss Market Index (SMI) handelt es sich um den bekanntesten Schweizer Aktienindex. Wie Sie in den SMI investieren können und was die Vor- und Nachteile des SMI sind, beantwortet Ihnen moneyland.ch in diesem Ratgeber.

In Medien im In- und Ausland wird der Swiss Market Index (SMI) meistens zuerst genannt, wenn es um den Schweizer Aktienmarkt geht. Hier beantwortet Ihnen moneyland.ch die wichtigsten Fragen rund ums Investieren in den SMI.

Was ist der SMI?

Lanciert wurde der Aktienindex am 30. Juni 1988 durch die Schweizer Börse SIX. Der SMI bildet den Kursverlauf der aktuell 20 grössten und liquidesten Schweizer Privatunternehmen ab, die an der SIX primärkotiert sind. Er wird häufig als Indikator für den Schweizer Aktienmarkt herangezogen.

Wie wird der SMI berechnet?

Der Kursverlauf des SMI entspricht dem durchschnittlichen Kursverlauf der 20 Einzeltitel. Jedoch ist nicht jeder Einzeltitel gleich gewichtet: Je grösser der Börsenwert der frei handelbaren Aktien eines Unternehmens ist, desto grösser ist der Einfluss des Aktienkurses auf den SMI. Allerdings wird das Gewicht einer Einzelaktie für den SMI bei maximal 18 Prozent begrenzt.

Wenn vom SMI die Rede ist, bezieht man sich in aller Regel auf den Preisindex. Dividenden finden keine Berücksichtigung. Es gibt jedoch auch eine Version des SMI, bei der eine Reinvestition der Dividenden in den Index miteinberechnet wird, den sogenannten SMIC.

Wie gut bildet der SMI den Schweizer Aktienmarkt ab?

Die im SMI enthaltenen Unternehmen stehen für rund 75 Prozent des gesamten Schweizer Aktienmarktes (gemessen an der sogenannten Freefloat-Marktkapitalisierung). Dieser Anteil erscheint zwar hoch. Beachten Sie aber, dass der SMI nur die Aktienkurse der 20 grössten Schweizer Unternehmen berücksichtigt und damit nur wenig Diversifikation bietet. Ausserdem handelt es sich bei den meisten Einzeltiteln um internationale Grosskonzerne, die einen Grossteil ihres Geschäfts im Ausland abwickeln.

Wie kann ich in den SMI investieren?

Es gibt viele Möglichkeiten, direkt oder indirekt in den SMI zu investieren. Dazu gehören 

  • Einen SMI-ETF (Exchange Traded Funds) kaufen.
  • Einen SMI-Indexfonds kaufen.
  • Einzelne Aktien aus dem SMI kaufen.
  • Tracker-Zertifikate auf den SMI kaufen.
  • Einen Fondssparplan auf SMI-Fonds, SMI-ETF oder SMI-Indexfonds aufsetzen.
  • Digitale Vermögensverwaltung (Robo Advisor) abschliessen, die in den SMI investiert.
  • Aktiv verwaltete Fonds mit SMI-Aktien kaufen.
  • Aktives Vermögensverwaltungsmandat mit SMI-Aktien abschliessen.

Ausserdem sind die meisten Schweizerinnen und Schweizer schon via Pensionskasse in SMI-Aktien investiert.

Gut zu wissen: Aktiv verwaltete Anlagefonds und Vermögensverwaltungsmandate sind meistens deutlich teurer als passive ETF und Indexfonds und deshalb häufig nicht empfehlenswert. In der Folge beantworten wir die wichtigsten Fragen zu SMI-ETF, SMI-Indexfonds und thematisieren das Investieren in den SMI mittels Einzelaktien oder Tracker-Zertifikaten. Weitere Informationen zur digitalen Vermögensverwaltung finden Sie hier und zu Fondssparplänen hier.

Welche ETF auf den SMI gibt es?

Für Schweizer Privatanleger kommen nur die folgenden beiden ETF infrage, wenn Sie den SMI genau abbilden möchten.

Fonds ISIN Produktkosten (TER)
UBS ETF (CH) – SMI (CHF) A-dis CH0017142719 0.2% pro Jahr
iShares SMI ETF (CH) CH0008899764 0.35% pro Jahr

 

Wichtig: Es gibt weitere ETF, die in andere Schweizer Indizes wie beispielsweise den SPI investieren und günstiger sind oder andere Vorteile gegenüber den SMI-ETF besitzen. Beispielsweise bildet der breiter diversifizierte «iShares Core SPI ETF (CH)» den SPI mit seinen über 200 Komponenten ab, darunter auch alle 20 SMI-Aktien.

Sofern Sie in Schweizer Aktien investieren, sollten Sie immer ETF mit Fondsdomizil Schweiz verwenden, was bei beiden erwähnten ETF der Fall ist. Dies hat steuerrechtliche Gründe.

Welche Kosten fallen bei diesen ETF an?

Der ETF der UBS hat Produktkosten (sogenannte TER-Kosten) von 0.2 Prozent pro Jahr, während der ETF von iShares mit 0.35 Prozent pro Jahr etwas höhere Produktkosten verursacht.

Achtung: Je nachdem, bei welcher Bank oder Broker Sie Ihr Depot haben, kommen weitere Kosten hinzu. Dazu gehören einmalige Transaktionskosten beim Kauf oder Verkauf der ETF-Anteile wie beispielsweise Courtagen, Steuern und Börsengebühren sowie regelmässig anfallende Kosten wie beispielsweise Depotgebühren. Je nach Anbieter können diese Kosten ein Vielfaches der Produktkosten betragen. Es lohnt sich also, mit dem Online-Trading-Vergleich von moneyland.ch einen günstigen Online-Broker zu suchen.

Sind die SMI-ETF ausschüttend?

Ja. Bei beiden erwähnten SMI-ETF werden Dividenden an Sie ausgeschüttet und nicht automatisch in den ETF reinvestiert. Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger ist das ein Nachteil, zumindest wenn man von einem steigenden SMI ausgeht. Als langfristig orientierte Anlegerin oder Anleger sollten Sie auch weitere ETF mit automatischer Reinvestition prüfen (thesaurierende ETF).

Welches Fondsdomizil haben die SMI-ETF?

Beide ETF sind in der Schweiz domiziliert. Das Fondsdomizil finden Sie im Factsheet oder anderen offiziellen Dokumenten des Fondsanbieters. In der Regel können Sie das Fondsdomizil auch dem zweistelligen Ländercode am Anfang der ISIN entnehmen (CH steht für Schweiz, LU für Luxemburg, IE für Irland). Das Fondsdomizil Schweiz ist für Schweizer Anlegerinnen und Anleger optimal, sofern sie in Schweizer Aktien beziehungsweise in den SMI investieren.

Begründung: Bei ETF mit Fondsdomizil Schweiz kann die Verrechnungssteuer auf Dividenden von Schweizeraktien vollständig zurückgefordert werden. Konkret: Zunächst wird die Schweizer Verrechnungssteuer von 35 Prozent von den Dividenden abgezogen. Sofern Sie den ETF in der Steuererklärung aber korrekt deklarieren, also die Bruttoausschüttungen angeben (Ausschüttungen vor Abzug der Verrechnungssteuer), wird Ihnen dieser Betrag jedoch zurückerstattet. Dies gilt sowohl für ausschüttende als auch thesaurierende ETF.

Es gibt zwar auch ausländische ETF, die einem dem SMI ähnlichen Index folgen, wie beispielsweise der «Xtrackers Switzerland UCITS ETF 1D». Da dieser aber in Luxemburg domiziliert ist, können nicht die gesamten Dividenden zurückgefordert werden, was langfristig zu einer schlechteren Performance führt.

Diese Regel gilt nur für ETF mit Schweizer Aktien. Bei ETF mit ausländischen Aktien fahren Anlegerinnen und Anleger aus der Schweiz bezüglich Quellensteuer am besten mit den Domizilen Irland oder Luxemburg.

Handelt es sich um physische oder synthetische ETF?

Beide erwähnten SMI-ETF sind physisch replizierend, was bedeutet, dass der Fonds direkt in die 20 SMI-Aktien investiert.

Bei synthetischen ETF hingegen würde nur mit einem Teil Ihres Investments SMI-Aktien gekauft. Dass der ETF trotzdem den Index repliziert, wird dann mit Swaps sichergestellt.

Physische ETF gelten als etwas sicherer als synthetische, da selbst bei einer Pleite der Fondsgesellschaft das Fondsvermögen weitgehend gesichert ist.

Welche Indexfonds auf den SMI gibt es?

Für Schweizer Privatanleger gibt es wie bei ETF nur zwei Indexfonds, welche den SMI genau abbilden.

Fonds ISIN Produktkosten (TER)
CSIF (CH) Equity Switzerland Large Cap Blue FB CH0214404714 0.1615% pro Jahr
iShares SMI Equity Index Fund (CH) Class D CHF CH0342181796 0.13% pro Jahr

 

Gut zu wissen: Auch bei Indexfonds finden Sie eine grössere Auswahl und unter Umständen passendere Angebote, wenn Sie sich für einen breiteren Schweizer Index wie den SPI entscheiden.

Was ist der Unterschied zwischen den SMI-Indexfonds und den SMI-ETF?

Bezüglich laufender Kosten sind die beiden Indexfonds mit Produktkosten von 0.1615 Prozent pro Jahr (CSIF (CH) Equity Switzerland Large Cap Blue FB) beziehungsweise 0.13 Prozent pro Jahr (iShares SMI Equity Index Fund (CH) Class D CHF) günstiger als die beiden ETF.

Im Gegensatz zu den beiden ETF handelt es sich bei den beiden Indexfonds um thesaurierende Fonds. Dividenden der einzelnen Aktien werden folglich direkt innerhalb des Fonds reinvestiert und Sie erhalten keine Ausschüttungen. Für langfristig orientierte Anleger ist das ein Vorteil, zumindest wenn der SMI steigt.

Zudem gibt es einige prinzipielle Unterschiede zwischen Indexfonds und ETF. Ein wichtiger Unterschied ist, dass Indexfonds nur einmal täglich gezeichnet werden können. ETF im Gegensatz dazu können während der Handelszeit, ähnlich wie Aktien, kontinuierlich an der Börse gekauft und verkauft werden. Weitere Unterschiede zwischen Indexfonds und ETF finden Sie hier.

Kann ich via Einzelaktien in den SMI investieren?

Ja, der Kauf von einzelnen Aktien aus dem SMI ist einfach via einen Online-Broker möglich. Wenn Sie allerdings den SMI mit dem Kauf einzelner SMI-Aktien möglichst gut abbilden möchten, lohnt sich das kaum. Dann empfiehlt sich der Kauf eines SMI-Indexfonds oder SMI-ETF. 

Ergibt eine Investition in Tracker-Zertifikate auf den SMI Sinn?

Anbieter wie BNP Paribas, die UBS oder ZKB bieten auch Tracker-Zertifikate an, die den SMI genau abbilden. Für Anlegerinnen und Anleger, die langfristig in den SMI investieren möchten, sind Tracker-Zertifikate jedoch problematisch.

Während ETF und Indexfonds direkt in die Basiswerte – in diesem Fall die 20 SMI-Aktien – investieren, ist das bei Tracker-Zertifikaten nicht der Fall. 

Tracker-Zertifikate bilden den Index mittels Einsatz von Derivaten nach und unterstehen nicht dem Kollektivanlagengesetz, welches Anleger schützen soll. Auch ist Ihr Vermögen im Falle eines Konkurses des Emittenten nicht geschützt, wie dies bei ETF oder Indexfonds weitgehend der Fall ist (zumindest bei physisch replizierenden).

Überdies sind Tracker-Zertifikate nicht durch die Finma reguliert und oftmals weniger transparent. Umso wichtiger ist es, die teils komplexen Bedingungen genau zu verstehen. Beispielsweise werden je nach Zertifikat keine Dividenden ausgeschüttet beziehungsweise reinvestiert.

Weitere Unterschiede zwischen Tracker-Zertifikaten und ETF finden Sie hier.

Welche Vorteile hat eine Investition in den SMI?

Via ETF oder Indexfonds können Sie ziemlich kostengünstig in die 20 grössten Schweizer Aktien investieren, die immerhin 75 Prozent des Schweizer Aktienmarktes repräsentieren. Sie können sich also auf günstige und unkomplizierte Weise an Schweizer Blue-Chips beteiligen, von denen drei zu den grössten zehn börsenkotierten Unternehmen in Europa gehören.

Bei neun der 20 SMI-Aktien handelt es sich zudem um sogenannte «Dividenden-Aristokraten», also Unternehmen, die ihre Dividende seit über zehn Jahren erhöhen (was aber natürlich nicht immer so bleiben muss). Kurz gesagt: Der SMI umfasst einige Schweizer Unternehmen mit einem stabilen Geschäftsmodell, denen es unabhängig von der Konjunktur gelingt, steigende Dividenden auszuschütten. 

Welche Nachteile hat eine Investition in den SMI?

Die 20 grössten Unternehmen repräsentieren zwar 75 Prozent des Schweizer Aktienmarkts, aber nur einen kleinen Teil der über 200 börsenkotierten Schweizer Unternehmen. Folglich sind Sie mit einem Investment in den SMI eher schlecht diversifiziert. An Unternehmen aus dem Small- und Mid-Cap-Bereich, die oft ein grösseres Wachstumspotenzial haben, sind Sie gar nicht beteiligt.

Ein zusätzliches Klumpenrisiko bilden die beiden Pharmatitel Novartis und Roche sowie der Konsumgütergigant Nestlé: Zusammen machen sie mehr als 50 Prozent des SMI aus.

Auch bezüglich Branchen ist der SMI einseitig diversifiziert. Mit einem Gewicht von 41 Prozent ist die Gesundheitsbranche dominant, gefolgt von Konsumgütern (25 Prozent) und Finanzwesen (16 Prozent). Zusammen machen diese drei Branchen folglich 82 Prozent des SMI aus.

Auch die Auswahl an ETF und Indexfonds für Schweizer Privatanlegerinnen und Privatanleger ist, verglichen beispielsweise mit dem SPI, klein.

Fazit

Wenn Sie langfristig in die grössten Schweizer Aktien investieren möchten, bieten die genannten ETF und Indexfonds auf den SMI eine gute und günstige Möglichkeit. Die Indexfonds haben im Vergleich zu den ETF den Vorteil, dass sie etwas günstiger sind und Dividenden reinvestiert werden, was sich langfristig positiv auf die Performance auswirken dürfte.

Investorinnen und Investoren, die Wert auf Diversifizierung legen und sich mit nur einem Produkt passiv am Schweizer Aktienmarkt beteiligen wollen, sollten jedoch auf einen breiteren Index setzen. Eine Alternative ist der SPI, der mit seinen über 200 Unternehmen deutlich besser diversifiziert ist als der SMI mit nur 20 Unternehmen.

Sowohl im SMI als auch im SPI gibt es jedoch ein Klumpenrisiko: Die Indizes werden zu mehr als 50 Prozent von den drei Grosskonzernen Nestlé, Novartis und Roche bestimmt.

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Felix Oeschger ist Analyst und Experte bei moneyland.ch.
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