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Vor- und Nachteile von Schweizer Zahlungsmitteln

30. Oktober 2025 - Ralf Beyeler

Welches sind die Vor- und Nachteile von Kreditkarten, Debitkarten, Bargeld und Mobile-Payment-Apps? Erfahren Sie jetzt alles Wissenswerte rund um Zahlungsmittel in und ausserhalb der Schweiz.

Die Auswahl an Bezahlmitteln wird dank neuen Online- und Mobile-Anbietern immer grösser. Für Konsumentinnen und Konsumenten wird es andererseits immer schwieriger, den Überblick beim Zahlen zu behalten. In diesem Ratgeber erklärt moneyland.ch die Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile der relevantesten Zahlungsmittel.

Bei jedem Zahlungsmittel gibt es kleinere Unterschiede bei der Akzeptanz. Selbst wenn die Akzeptanz sehr hoch ist, kann es im Einzelfall möglich sein, dass Sie mit einem Zahlungsmittel an einem bestimmten Ort nicht zahlen können. Einzelne Geschäfte und Restaurants akzeptieren keine Kreditkarten. So ist es oft nicht möglich, mit einer Debitkarte oder Prepaid-Kreditkarte ein Auto zu mieten. Während die Reservation eines Hotelzimmers im Internet in der Regel möglich ist, gibt es mit einer Debitkarte oder Prepaid-Kreditkarte beim Check-in im Hotel oft Schwierigkeiten. Es gibt auch einzelne Händler, die Debitkarten, aber keine Kreditkarten akzeptieren. Bei vielen Hofläden, Marktständen und Berghütten können Sie einzig mit Twint bargeldlos bezahlen.

 

Vor- und Nachteile von Bargeld

«Cash is king»: Bargeld ist in der Schweiz immer noch eines der beliebtesten Zahlungsmittel. Gemäss der Zahlungsmittel-Umfrage von moneyland.ch halten 67 Prozent Bargeld für eher bis völlig unverzichtbar, 96 Prozent bezahlen mit Bargeld.

Die wichtigsten Vorteile:

  • Anonymität: Wenn Sie mit Bargeld zahlen, wird Ihr Einkauf im Gegensatz zu Zahlungen mit einer Karte oder App nirgends so gespeichert, dass Rückschlüsse auf Ihre Person möglich wären.
  • Ausgabenkontrolle: Da Sie Bargeld vorher beziehen müssen, können Sie nicht mehr ausgeben, als Sie dabei haben. Dadurch ist es einfacher, Impulskäufe und dergleichen zu vermeiden.

Die wichtigsten Nachteile:

  • Hygiene: Aus hygienischer Perspektive ist Bargeld in Form von Münzen und Banknoten nicht optimal.
  • Verlust: Bargeld kann verhältnismässig einfach gestohlen werden oder verloren gehen.
  • Online: Mit Bargeld kann in der Regel nicht bei Online-Händlern eingekauft werden.

Weitere Vor- und Nachteile von Bargeld erfahren Sie auf moneyland.ch.

 

Vor- und Nachteile von Debitkarten

Einkäufe mit einer Debitkarte werden direkt dem Konto belastet. Debitkarten sind bei Schweizerinnen und Schweizern ein sehr beliebtes Zahlungsmittel. Eine Umfrage von moneyland.ch zeigt, dass 71 Prozent der Befragten eine Debitkarte für eher bis völlig unverzichtbar halten – also noch weniger verzichtbar als Bargeld. 91 Prozent der Befragten bezahlen mit einer Debitkarte im Laden und 50 Prozent zahlen mit einer Debitkarte bei Online-Einkäufen.

Die wichtigsten Vorteile:

  • Direktbelastung: Das Konto wird direkt beim Einkauf belastet. Somit entstehen keine Schulden.
  • Kontaktloses Zahlen: Bis zu einem Betrag von 80 Franken – mit der Postfinance Card bei den meisten Schweizer Händlern 100 Franken – ist in der Schweiz mit einer Debitkarte kontaktloses Zahlen ohne PIN-Code möglich.
  • Günstiger Bargeldbezug: Die Debitkarte ist in der Regel eine günstige Möglichkeit, Bargeld zu beziehen. Meistens ist der Bargeldbezug in Schweizer Franken bei der Hausbank sogar ohne weitere Gebühren möglich.
  • Online-Nutzung: Mit den Karten Debit Mastercard, Visa Debit und Postfinance Card mit Mastercard-Logo ist die Nutzung in Online-Shops praktisch weltweit möglich. Mit den älteren Maestro-, V-Pay- und Postfinance-Karten ohne Mastercard-Logo sind Online-Einkäufe nicht oder nur stark eingeschränkt möglich.

Die wichtigsten Nachteile:

  • Missbrauch: Wird die Karte gestohlen, können Dritte kontaktlos mit der Karte einkaufen. Auch das Kopieren des Magnetstreifens ist möglich (Skimming).
  • Kosten: Eine allfällige Jahresgebühr, aber auch Gebühren für den Bargeldbezug an Bancomaten in der Schweiz und im Ausland sowie für die Nutzung im Ausland müssen beachtet werden.
  • Weniger Zusatzleistungen: Im Unterschied zu Kreditkarten haben Debitkarten in der Regel keine speziellen Leistungen wie Cashback, Bonuspunkte oder Versicherungen im Angebot.

 

Vor- und Nachteile von Kreditkarten

Einkäufe mit der Kreditkarte werden fortlaufend gesammelt und in der Regel einmal pro Monat dem Kunden in Rechnung gestellt. Eine repräsentative Umfrage von moneyland.ch zeigt, dass 71 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer eine Kreditkarte für eher bis völlig unverzichtbar halten. 84 Prozent bezahlen damit in Geschäften und 80 Prozent bezahlen online mit einer Kreditkarte.

Die wichtigsten Vorteile:

  • Viele Zusatzleistungen: Viele Kreditkarten beinhalten eine Vielzahl an Leistungen, Bonuspunkten, Meilen, Cashback und Versicherungen.
  • Kontaktloses Bezahlen: Mit fast allen Kreditkarten ist das kontaktlose Bezahlen möglich – in der Schweiz bis zu einem Betrag von 80 Franken ohne PIN-Code.
  • Online-Nutzung: Sie können in fast allen Online-Shops mit Kreditkarten zahlen.
  • Einkäufe im Inland: Aufgrund der Bonus- und Cashback-Programme sind Kreditkarten für den Konsumenten im Inland häufig das günstigste Zahlungsmittel – noch attraktiver als Debitkarten.

Die wichtigsten Nachteile:

  • Teurer Bargeldbezug: Der Bargeldbezug mit einer Kreditkarte ist sehr teuer und daher nicht zu empfehlen.
  • Kosten: Bei Kreditkarten gibt es häufig Jahresgebühren, Gebühren für die Nutzung im Ausland beziehungsweise in Fremdwährung, für den Bargeldbezug an Bancomaten sowie für die Nutzung der Teilzahlungsoption. Für den Händler entstehen bei der Nutzung von Kreditkarten höhere Gebühren als bei anderen Zahlungsmitteln.
  • Missbrauch: Kreditkarten und Kreditkarten-Nummern können gestohlen werden. Es besteht die Gefahr von Skimming und Phishing, mit denen andere die Kreditkarte missbräuchlich verwenden können. Ebenso ist es möglich, dass Diebe kontaktlos mit Ihrer Kreditkarte einkaufen.

 

Vor- und Nachteile von Prepaid-Kreditkarten

Schweizer Prepaid-Kreditkarten teilen viele der Eigenschaften von Kreditkarten und werden häufig von denselben Kartenanbietern herausgegeben. Im Unterschied zu normalen Kreditkarten können Kundinnen und Kunden ihre Karte nur nutzen, wenn genügend Guthaben auf dem Kreditkarten-Konto ist. Eine repräsentative Umfrage von moneyland.ch zeigt, dass 24 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer eine Prepaid-Kreditkarte für eher bis völlig unverzichtbar halten. 27 Prozent bezahlen damit in Geschäften, 31 Prozent online.

Die wichtigsten Vorteile:

  • Ausgabenkontrolle: Der grösste Vorteil von Prepaid-Kreditkarten ist, dass sie eine verbesserte Ausgabenkontrolle ermöglichen. Insbesondere für Jugendliche ist das ein Vorteil. Ebenso ist es nicht möglich, sich mit einer Prepaid-Kreditkarte zu verschulden.
  • Kontaktloses Bezahlen: Bis zu einem Betrag von 80 Franken können Kunden mit einer Prepaid-Kreditkarte in der Schweiz kontaktlos ohne PIN-Code einkaufen.
  • Online-Nutzung: In vielen Online-Shops kann mit einer Prepaid-Kreditkarte bezahlt werden.

Die wichtigsten Nachteile:

  • Kosten: Schweizer Prepaid-Kreditkarten sind in der Regel teurer als Kreditkarten. Grund ist oft, dass für das Aufladen von Guthaben eine Gebühr verrechnet wird. Weitere Gebühren, die anfallen können: Jahresgebühren, Gebühren für die Nutzung im Ausland beziehungsweise in Fremdwährung und für den Bargeldbezug an Bancomaten. Gleich wie mit den regulären Kreditkarten entstehen für den Händler bei der Nutzung von Prepaid-Kreditkarten höhere Gebühren als bei anderen Zahlungsmitteln.
  • Missbrauch: Prepaid-Kreditkarten und -Nummern können gestohlen werden. Es besteht die Gefahr von Skimming und Phishing, mit denen Dritte die Prepaid-Kreditkarte missbräuchlich verwenden können. Ebenso ist es möglich, dass Diebe kontaktlos mit Ihrer Prepaid-Kreditkarte einkaufen.
  • Weniger Zusatzleistungen: In der Regel beinhalten Prepaid-Kreditkarten im Gegensatz zu herkömmlichen Kreditkarten weniger oder keine Zusatzleistungen wie Cashback, Bonusprogramme und Versicherungen.

 

Vor- und Nachteile von Twint

Die Schweizer Bezahl-App Twint ermöglicht im Gegensatz zu den anderen Zahlungsmitteln zusätzlich das Schicken und Empfangen von Geld an Freunde, das Bezahlen von Parkplätzen und das Einkaufen in Hofläden. Eine repräsentative Umfrage von moneyland.ch zeigt, dass 56 Prozent der Befragten Twint für eher bis völlig unverzichtbar halten. 64 Prozent geben an, dass sie mit Twint im Laden bezahlen. 56 Prozent bezahlen mit Twint auch in Online-Shops.

Die wichtigsten Vorteile:

  • Direktbelastung: Bei der Nutzung einer Bank-App von Twint wird das Konto direkt beim Einkauf belastet. Bei der neutralen Twint-App muss der Kunde vor der Nutzung ein Guthaben aufladen. So können keine Kreditschulden entstehen.
  • Online-Nutzung: Einkäufe in einigen Schweizer Online-Shops sind mit Twint sehr praktisch, da Sie lediglich den auf dem Bildschirm angezeigten QR-Code scannen müssen – im Gegensatz zu Debit- und Kreditkartenzahlungen müssen Sie keine Nummern auf der Website eingeben.
  • Geldversand: Im Gegensatz zu anderen Zahlungsmitteln ist es mit Twint einfach möglich, Geld an Freunde zu verschicken und von Freunden zu erhalten.

Die wichtigsten Nachteile:

  • Ausland-Nutzung: Der grösste Nachteil von Twint ist, dass Twint im Ausland noch kaum nutzbar ist. Das gilt auch für die meisten ausländischen Onlinehändler. Prominente Ausnahmen sind Airbnb, Booking.com und Zalando.
  • Unterschiedliche Apps: Der Kunde muss sich für eine der zahlreichen Twint-Apps entscheiden. In der Regel haben Sie die Auswahl zwischen der neutralen Twint-App, der Twint-App der UBS (funktioniert auch für Kundinnen und Kunden von allen anderen Banken) und der Twint-App Ihrer Hausbank.

 

Vor- und Nachteile von Mobile-Payment-Systemen

Mobile-Payment-Systeme (Apple Pay, Fitbit Pay, Garmin Pay, Google Pay, Samsung Pay und Swatch Pay) sind seit einigen Jahren im Trend, haben sich in der Schweiz aber noch nicht richtig durchgesetzt. Es gelten die Konditionen der in der Mobile-Payment-App hinterlegten Karte. Die meisten Kreditkarten, aber auch viele Debitkarten und Prepaid-Kreditkarten können hinterlegt werden.

Die wichtigsten Vorteile:

  • Benutzerfreundlichkeit: Mobile-Payment-Apps laufen über eine App im Smartphone beziehungsweise über eine Smartwatch oder eine Uhr. Sie können das entsprechende Gerät dann an das Terminal halten und so bezahlen. Es ist nicht notwendig, das Portemonnaie aus der Tasche zu nehmen, um zu bezahlen.
  • Sicherheit: Beim Bezahlen mit Mobile-Payment-Apps müssen Sie das Smartphone entsperren. Ohne das Entsperren ist das Bezahlen nicht möglich. Auch beim Bezahlen mit einer Smartwatch und einer Uhr müssen Sie in der Regel entsperren oder den PIN-Code eingeben.

Die wichtigsten Nachteile:

  • Debitkarten: Viele Schweizer Debitkarten können noch nicht hinterlegt werden. Allerdings haben mehrere Banken angekündigt, dass sie in Zukunft Mobile Payment unterstützen wollen.
  • Kosten: Für die Nutzung des Mobile-Payment-Systems selbst entstehen keine zusätzlichen Kosten. Grundsätzlich verrechnen die Kartenherausgeber aber die Gebühren der hinterlegten Karte. Insbesondere für die Nutzung im Ausland können deshalb hohe Gebühren anfallen.

 

Akzeptanz von Zahlungsmitteln im Vergleich

Die Tabelle zeigt Ihnen die Akzeptanz verschiedener Zahlungsmittel in Geschäften und im Internet.

Zahlungsmittel Akzeptanz in Geschäften Akzeptanz in Online-Shops
Bargeld hoch nicht möglich
Debitkarte (Debit Mastercard,
Visa Debit, Postfinance Card)
hoch hoch
Debitkarte (Maestro, V-Pay) hoch nicht möglich
Kreditkarte hoch hoch
Prepaid-Kreditkarte hoch hoch
Twint in der Schweiz hoch,
in kleinen Läden
manchmal besser als Karten
in der Schweiz hoch,
im Ausland kaum möglich
Mobile Payment Je nach hinterlegter Karte Je nach hinterlegter Karte

 

Weitere Informationen:
Kreditkarten im Vergleich
Zahlungsmethoden für Onlineshopping in der Schweiz
Nutzung von Zahlungsmitteln und Karten im Vergleich
Bargeld: Vorteile und Nachteile
Apple Pay in der Schweiz
Garmin Pay in der Schweiz
Google Pay in der Schweiz
Samsung Pay in der Schweiz
Swatch Pay in der Schweiz
Twint

Experte Ralf Beyeler
Ralf Beyeler ist Telekom- und Geld-Experte bei moneyland.ch.
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