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Zahlungsmittel im Schweizer Vergleich

Welches sind die Vor- und Nachteile von Kreditkarten, Debitkarten, Bargeld und Mobile-Payment-Apps? Erfahren Sie jetzt alles Wissenswerte rund um Zahlungsmittel in und ausserhalb der Schweiz.

Die Auswahl an Bezahlmitteln wird dank neuen Online- und Mobile-Anbietern immer grösser. Für Konsumenten wird es andererseits immer schwieriger, den Überblick beim Zahlen zu behalten. In diesem Ratgeber erklärt moneyland.ch die Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile der relevantesten Zahlungsmittel. Eine Übersichtstabelle können Sie sich per E-Mail als PDF-Dokument am Ende des Artikels zustellen lassen.

Akzeptanz von Zahlungsmitteln im Vergleich

Mit Bargeld kann praktisch überall bezahlt werden, wobei aber natürlich je nach Land nur bestimmte Währungen (Landeswährung und häufig noch US-Dollar oder Euro) angenommen werden. Kreditkarten können in zahlreichen Ländern breit eingesetzt werden, wobei es je nach Netzwerk Unterschiede gibt: Für Visa und Mastercard gibt es deutlich mehr Akzeptanzstellen als für American Express und Diners.

Unterschiede gibt es auch bei Debitkarten: Mit V Pay von Visa können Sie nur in Europa zahlen, während Maestro von Mastercard («EC-Karte») grundsätzlich weltweit akzeptiert wird. Mit der Debitkarte von Postfinance können Sie ausserhalb der Schweiz an Bankomaten mit einem EUFISERV- oder PLUS-Logo Geld abheben, allerdings nicht in Geschäften einkaufen.

Apple Pay und Samsung Pay funktionieren im In- und Ausland an allen Zahlungsterminals, welche kontaktloses Zahlen erlauben. Samsung Pay hat eine noch grössere Akzeptanz als Apple Pay. Grund ist die MST-Technologie: Das Gerät simuliert dabei den Magnetstreifen einer Kreditkarte und kann daher auch an Terminals eingesetzt werden, bei denen man nicht kontaktlos zahlen kann.

Im Internet zahlen

Während Kreditkarten im Internet eine hohe Akzeptanz geniessen, können Online-Zahlungen mit Prepaid-Kreditkarten je nach Online-Shop eingeschränkt sein. Internet-Zahlungen mit Debitkarten von Maestro und V Pay sind meistens nicht möglich – mit Ausnahme von wenigen Online-Shops in bestimmten Ländern. Mit der Debitkarte der Postfinance können Sie zwar auf vielen Schweizer Webseiten, allerdings in der Regel nicht bei Online-Anbietern im Ausland einkaufen. Auch mit Apple Pay und Twint sind Internet-Zahlungen (beschränkt) möglich.

Jahresgebühren im Vergleich

Die Jahresgebühren von Schweizer Kreditkarten variieren zwischen 0 Franken und 850 Franken für die teuersten Platinum-Karten. Bei Debitkarten reicht die Bandbreite von 0 Franken bis zu 50 Franken, bei Prepaidkarten von 0 bis zu 60 Franken. Apple Pay, Samsung Pay und Fitbit Pay verlangen zwar keine Jahresgebühren. Allerdings kostet in der Regel die Kredit- oder Prepaidkarte, die für die Zahlungs-Apps hinterlegt wird. Twint verlangt keine Jahresgebühren.

Inlandgebühren im Vergleich

Zahlungen in Schweizer Geschäften in Schweizer Franken sind mit allen Zahlungsmittel in aller Regel kostenlos. Das gilt auch für Kredit-, Prepaid- und Debitkarten. Allerdings kann es noch Geschäfte und vereinzelte Online-Shops geben, die für Kreditkarten-Zahlungen einen Aufpreis verlangen.

Aufpassen müssen Sie bei Bargeldbezügen: Sie sollten nie mit Kredit- und Prepaidkarten Bargeld beziehen, da mit Kreditkarten hohe Gebühren von bis zu 4% (mindestens 5 bis 10 Franken pro Bezug) anfallen. Mit Debitkarten kosten Bargeldbezüge in Schweizer Franken an Bankomaten von Drittbanken häufig zwei Franken pro Bezug. Bargeldbezüge an Bankomaten der eigenen Bank sind kostenlos.

Auslandgebühren im Vergleich

Für Transaktionen in Fremdwährungen und im Ausland sind die Gebühren ein entscheidender Faktor. Zum einen werden je nach Zahlungsmittel und Anbieter unterschiedliche Fremdwährungskurse verrechnet. Zum anderen fallen je nach Zahlungsmittel und Anbieter Gebühren in unterschiedlicher Höhe an.

Für Käufe im Ausland werden von Schweizer Kreditkarten Bearbeitungsgebühren in der Höhe von 1.2% bis 2.5% erhoben. Bei Debitkarten wie Maestro und V-Pay sind es häufig 1.50 Franken (manchmal bis 2.50 Franken) – zusätzlich kann je nach Bank ein weiterer Prozentbetrag (zum Beispiel 0.5%) erhoben werden. Bei Apple Pay und Samsung Pay gelten die Gebühren der hinterlegten Kredit- oder Prepaidkarten.

Bargeldbezüge sollten Sie auch im Ausland nie mit Kreditkarten durchführen: Hier fallen nicht nur Bearbeitungsgebühren, sondern zusätzlich auch noch hohe Bargeldbezugsgebühren (häufig mindestens 10 Franken pro Bezug) an.

Wie werden kontaktlose Zahlungen verifiziert?

Für kontaktlose Zahlungen mit Kredit- und Debitkarten für Beträge von mehr als 40 Franken wird ein PIN-Code verlangt. Zahlungen mit Apple Pay werden unabhängig vom Betrag je nach Gerät und Einstellung via Touch ID, PIN oder Face ID verifiziert. Samsung Pay verlangt einen Fingerabdruck oder PIN – Fitbit Pay ebenfalls einen PIN. Zahlungen mit Twint funktionieren via Bluetooth (Twint Beacon) oder QR-Code, die Zahlung muss mit einem PIN bestätigt werden.

Vor- und Nachteile von Bargeld

«Cash is king»: Bargeld ist in der Schweiz immer noch das beliebteste Zahlungsmittel. Ein gewichtiger Vorteil von Bargeld ist seine Anonymität: Wenn Sie mit Bargeld zahlen, wird das im Gegensatz zu Zahlungen mit einer Karte oder App nicht registriert.

Aus hygienischer Perspektive ist Bargeld in Form von Münzen und Banknoten allerdings nicht optimal. Ein weiterer Nachteil betrifft den Umstand, dass Bargeld verhältnismässig einfach gestohlen oder verloren werden kann.

Vor- und Nachteile von Debitkarten

Gegenüber Kreditkarten haben Debitkarten («EC-Karten» von Maestro, V Pay, Postfinance) den Vorteil, dass die Bargeldbezugsgebühren deutlich niedriger sind. Auch Käufe im Ausland sind für grössere Beträge mit Debitkarten häufig günstiger als mit Kreditkarten. Im Unterschied zu Kreditkarten haben Debitkarten allerdings in der Regel keine speziellen Leistungen wie Cashback, Bonuspunkte oder Versicherungen im Angebot. Ausserdem ist die Akzeptanz von Kreditkarten im Allgemeinen grösser. Im Internet können Sie mit Debitkarten in der Regel nicht zahlen – Ausnahme ist die Postfinance Card, mit der Sie in vielen Schweizer Online-Shops (insbesondere bei Schweizer Anbietern) zahlen können.

Vor- und Nachteile von Kreditkarten

Kreditkarten geniessen weltweit eine hohe Akzeptanz – das gilt insbesondere für Visa- und Mastercard-Kreditkarten. Je nach Karte sind ausserdem eine Vielzahl an Leistungen, Bonuspunkten, Versicherungen und Cashback-Möglichkeiten beinhaltet. Kreditkarten mit Cashback- und Bonusdienstleistungen sind für Inland-Zahlungen gegenüber Debitkarten im Vorteil. Ein gewichtiger Nachteil von Kreditkarten sind die gegenüber Debitkarten höheren Bargeldbezugsgebühren. Für Zahlungen im Ausland sind Kreditkarten im Fall von grösseren Beträgen in der Regel teurer als Debitkarten.

Vor- und Nachteile von Prepaidkarten

Schweizer Prepaidkarten teilen viele der Eigenschaften von Kreditkarten und werden häufig von denselben Kartenanbietern herausgegeben. Gegenüber Kreditkarten haben Prepaidkarten den Vorteil, dass Sie eine verbesserte Ausgaben-Kontrolle ermöglichen – was zum Beispiel für Jugendliche ein Vorteil sein kann. Allerdings sind Prepaidkarten häufig teurer als Kreditkarten. In der Regel beinhalten Prepaidkarten ausserdem weniger Leistungen als Kreditkarten und verfügen über eine etwas geringere Akzeptanz.

Vor- und Nachteile von Mobile-Payment-Apps

Mobile-Payment-Apps sind seit einigen Jahren im Trend, haben sich in der Schweiz aber noch nicht richtig durchgesetzt. Um Apple Pay, Samsung Pay oder Fitbit Pay nutzen zu können, müssen Sie eine Kredit- oder Prepaidkarte angeben. Allerdings sind in der Schweiz noch längst nicht alle Karten kompatibel.

Ein weiterer Nachteil (zum Beispiel im Fall einer Auslandnutzung) sind die teilweise hohe Gebühren der hinterlegten Karten. Im Fall der Schweizer Bankenlösung Twint kommt als weiterer negativer Punkt hinzu, dass Twint in einigen wichtigen Schweizer Geschäften noch nicht akzeptiert wird. Im Ausland ist Twint überhaupt nicht nutzbar.

Wenn Sie eine tabellarische Übersicht (als PDF) über die Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile von Zahlungsmitteln wünschen, können Sie sich diese hier kostenlos zuschicken lassen.

Weiterführende Informationen:
Kreditkarten im Vergleich
Nutzung von Zahlungsmitteln und Karten im Vergleich
Apple Pay in der Schweiz
Samsung Pay in der Schweiz
Mit Kreditkarten im Internet zahlen
Kredit- oder Debitkarte?

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