Rezession, Inflation, Deflation: Volkswirtschaften durchleben bisweilen stürmische Zeiten. Dies hat auch Konsequenzen für Anlegerinnen und Anleger. Wer um die Sicherheit seiner Investments fürchtet, sucht nach sicheren Alternativen – ohne aber Renditechancen völlig ausser Acht zu lassen.
Verschiedene Anlageportfolios sollen Rendite und Risiko optimal in Einklang bringen. In diesem Ratgeber listet Ihnen moneyland.ch unterschiedliche Strategien auf.
Wichtig vorab: Bevor Sie mit dem Investieren beginnen, sollten Sie einen Notgroschen aufbauen – unabhängig davon, für welches Portfolio Sie sich entscheiden. Dieser garantiert Ihnen in jeder Marktlage Liquidität, sodass Sie stets für finanzielle Ernstfälle gewappnet sind. Der Notgroschen-Ratgeber von moneyland.ch stellt Ihnen die wichtigsten Informationen zum Thema zusammen.
1. 70-30-Portfolio
Das 70-30-Portfolio galt lange Zeit als Nonplusultra eines Aktienportfolios, das Ungleichgewichte ideal ausgleicht. In jüngerer Vergangenheit hat es etwas an Bedeutung eingebüsst. Es besteht zu 70 Prozent aus Aktien aus Industrieländern und zu 30 Prozent aus Aktien aus Schwellenländern (Emerging Markets). Optimalerweise investieren Sie breit diversifiziert über kostengünstige Exchange Traded Funds (ETF) auf Welt-Indizes. Der Ratgeber zum Thema 70-30-Portfolio liefert Ihnen ausführliche Informationen.
Vorteile: Der relativ hohe Anteil an Emerging Markets kann dazu beitragen, Klumpenrisiken von in Welt-Indizes dominanten Industrieländern zu kompensieren – allen voran den hohen Anteil der USA.
Nachteile: Zwar mag das Aktienportfolio recht breit gestreut sein, allerdings umfasst die Diversifikation keine anderen Anlageklassen wie Obligationen oder Bargeld (zum Beispiel über Geldmarktfonds). Es ist daher ratsam, das 70-30-Portfolio nur als einen Teil Ihres Gesamtportfolios zu betrachten.
2. 60-40-Portfolio
Das 60-40-Portfolio, bestehend aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Obligationen (Anleihen), soll ein hohes Renditepotenzial mit einem vergleichsweise geringen Risiko verbinden. Die Grundidee: Fallen die Aktienkurse, gewinnen Obligationen zugleich an Wert. Für beide Bestandteile werden gemeinhin diversifizierte ETF empfohlen. Es gibt zudem spezialisierte ETF-Dachfonds, welche die 60-40-Strategie nachbilden. Weitere Informationen zum 60-40-Portfolio finden Sie im einschlägigen Ratgeber auf moneyland.ch.
Vorteile: Der relativ hohe Anleihen-Anteil kann helfen, Risiken in Verbindung mit Aktien auszubalancieren. Obligationen sind eher eine defensive Anlageklasse.
Nachteile: Mit Obligationen waren in den vergangenen Jahren nur selten positive Renditen zu erzielen. Auch dass sich die Kurse von Aktien und Anleihen gegenläufig entwickeln – und das Portfolio somit optimal absichern –, ist nicht zwangsläufig gegeben. Im Jahr 2022 verzeichneten beispielsweise beide Anlageklassen eine klar negative Wertentwicklung, von einzelnen Ausnahmen abgesehen.
Langfristiger Anlagehorizont ist entscheidend
Die hier aufgeführten Portfolios sind auf Sicherheit ausgelegt. Aber auch hierbei sind kurzfristig erhebliche Wertschwankungen möglich. Wenn Sie Ihre Verlustrisiken minimieren möchten, ist neben einer erhöhten Diversifikation deshalb auch ein langfristiger Anlagehorizont entscheidend – am besten von mindestens zehn Jahren. Dies gilt vor allem bei einem hohen Aktienanteil.
Wichtig: Stellen Sie rote Zahlen im Depot fest, sollten Sie Ihre Wertschriften nicht vorschnell veräussern. Besser ist es in der Regel, einen kühlen Kopf zu bewahren – und die Krise einfach auszusitzen.
3. Kakerlaken-Portfolio
Ein Viertel Aktien, ein Viertel Gold, ein Viertel Staatsobligationen und ein Viertel bar auf dem Konto (oder auch über Geldmarktfonds): So lautet die Zauberformel des sogenannten «Kakerlaken-Portfolios» (englisch: «cockroach portfolio»). Das Portfolio ist auf eine besonders hohe Widerstandsfähigkeit ausgelegt – ähnlich wie eine Kakerlake, die auch unter widrigen Bedingungen überlebensfähig ist. Geprägt wurde das Konzept vom Finanzexperten Dylan Grice.
Die Aktien, am besten weltweit gestreut, bieten hohe Renditechancen, während Staatsobligationen und Gold der Absicherung dienen. Der Cash-Anteil garantiert Ihnen Liquidität, wenngleich er nicht den Notgroschen ersetzt. Ausführliche Informationen finden Sie Ratgeber zum Kakerlaken-Portfolio.
Vorteile: Das Portfolio ist mit vier verschiedenen Anlageklassen breit abgestützt, auf verschiedene Krisen vorbereitet und tendenziell weniger volatil.
Nachteile: Aktien haben sich in der Vergangenheit meist als renditebringendes Zugpferd von Anlageportfolios erwiesen, machen hier nur einen recht geringen Anteil aus. Die erhöhte Sicherheit geht also zulasten der Renditechancen. Hinzu kommt, dass die Aufteilung auf vier verschiedene Anlageklassen ein häufiges Rebalancing erfordert.
4. Allwetter-Portfolio
Das vom bekannten Investor Ray Dalio geprägte «Allwetter-Portfolio» (englisch: «all weather portfolio») soll Anlegerinnen und Anleger für alle Bedingungen und Marktphasen rüsten. Die Strategie setzt zu 55 Prozent auf mittel- und langfristige US-Staatsobligationen, zu 30 Prozent Aktien (überwiegend aus den USA) und zu je 7.5 Prozent auf Rohstoffe und Gold.
Die Strategie richtet sich primär an ein US-amerikanisches Publikum und hat einen entsprechenden Anlageschwerpunkt, lässt sich prinzipiell aber auch international anwenden.
Vorteile: Die verschiedenen Anlageklassen sorgen für eine hohe Diversifikation, die Ihnen potenziell eine höhere Sicherheit und eine geringere Volatilität beschert.
Nachteile: Das Portfolio legt einen starken Fokus auf die USA, was Klumpenrisiken nach sich zieht. Hinzu kommt, dass Obligationen ein enorm hoher Anteil zukommt – obgleich diese in jüngerer Vergangenheit stets unterdurchschnittlich performt haben. Ein weiterer Nachteil liegt im relativ aufwendigen und häufigen Rebalancing.
Wählen Sie einen günstigen Anbieter
Hohe Gebühren schmälern die Rendite – umso wichtiger ist es, beim Anlegen nicht auf zu teure Anbieter zu setzen. Die Transaktions- und Depotgebühren variieren je nach Dienstleister erheblich. Sie können Online-Broker und traditionelle Banken im Trading-Vergleich auf moneyland.ch interaktiv vergleichen.
Eine weitere Option stellen Smartphone-Banken dar, die mit vergleichsweisen geringen Kosten locken, vor allem für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger. Beachten sollten Sie freilich, dass auch das Wertschriftenangebot eher überschaubar ist.
Hinweis: Der Artikel ist keine Anlageberatung und dient lediglich der Information. Angaben ohne Gewähr.
Weitere Informationen:
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