Jeden Herbst erleben wir wieder das gleiche Theater: Die Krankenversicherungen kommunizieren den Prämienanstieg für das nächste Jahr und werben um neue Kunden.
Viele schalten beim Thema Krankenkassen spontan auf taub. Trotzdem lohnt es sich, für einmal kurz weiterzulesen. Schliesslich geht es um viel Geld, das Sie verlieren können.
1. Sie wechseln den Versicherer nicht
Je nach Krankenkasse variieren die Prämien für ein- und dasselbe Modell massiv. Mit der Wahl der falschen Krankenkasse zahlen Sie im schlimmsten Fall mehr als 200 Franken pro Monat zu viel. Die teuerste Versicherung kann fast doppelt so teuer sein wie die günstigste.
Tipp: Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um die Angebote der Grundversicherung zu vergleichen. Wenn Sie jedes Jahr zum jeweils günstigsten Angebot wechseln, können Sie mehrere hundert Franken pro Jahr sparen.
Beachten Sie, dass Sie Ihre Grundversicherung nicht bei demselben Versicherer abschliessen müssen wie Ihre Zusatzversicherungen. Sie können Ihre Grundversicherung kündigen und die Zusatzversicherungen behalten.
2. Sie haben die falsche Franchise
Viele Versicherte haben sich für die falsche Franchise entschieden und zahlen deshalb jeden Monat bis mehr als 100 Franken zu viel an Prämien.
Wichtig: Optimal für erwachsene Versicherte ist entweder die tiefste oder höchste Franchise. Die mittleren Franchisen lohnen sich aus mathematischen Gründen nicht.
Tipp: Im Schweizer Durchschnitt lohnt sich die 300er-Franchise erst ab Gesundheitskosten von ungefähr 1900 Franken, darunter ist die 2500er-Franchise optimal. Je nach Versicherungsvariante kann der Grenzbetrag aber auch zwischen 1400 und 2000 Franken zu liegen kommen. Weitere Informationen zur richtigen Franchise finden Sie hier.
3. Sie haben das falsche Modell
Viele Versicherte sind im teuren Standard-Modell versichert und verlieren damit jedes Jahr Hunderte von Franken.
Tipp: Mit einem günstigeren Sparmodell müssen Sie zwar im Normalfall zuerst den definierten Gatekeeper (zum Beispiel den Hausarzt, die Apotheke oder das HMO-Netzwerk) aufsuchen oder im telemedizinischen Callcenter anrufen. Dafür können Sie mit dem richtigen Hausarzt-, HMO-, Telmed- oder Apotheken-Modell viel Geld sparen.
4. Sie haben einen überflüssigen Unfallschutz
Viele Versicherte zahlen für den Unfallschutz bei der Krankenkasse jedes Jahr Hunderte von Franken, obwohl sie bereits über den Arbeitgeber unfallversichert sind.
Tipp: Wenn Sie mindestens acht Stunden pro Woche bei einem Arbeitgeber angestellt sind, sollten Sie bereits via UVG unfallversichert sein. In diesem Fall können Sie beim Abschluss der obligatorischen Krankenversicherung die Unfalldeckung ausschliessen, um die Versicherungsprämie zu senken.
5. Sie vergessen Prämienverbilligungen
Immer wieder vergessen Versicherte, Prämienverbilligungen zu beantragen. Ein Versehen, das ins Auge gehen kann. Schliesslich können Prämienverbilligungen je nach Kanton, Prämienregion und Einkommen mehrere tausend Franken pro Jahr ausmachen.
Tipp: Informieren Sie sich bei der zuständigen kantonalen Stelle nach der genauen Höhe und den Kriterien für eine Prämienverbilligung.
6. Sie reichen Ihre Rechnungen nicht ein
Viele Menschen vergessen, ihre Arztrechnungen bei ihrer Krankenkasse einzureichen. Das kann leicht passieren, wenn Sie die Kosten vorab selbst tragen, wie es häufig in Apotheken, bei Optikern oder bei Reisen im Ausland der Fall ist. Dies betrifft oft auch Kosten, die nur von der Zusatzversicherung übernommen werden, wie beispielsweise Fitness-Abos, Schwimmbad-Abos und alternative Therapien.
Tipp: Reichen Sie eine Rechnung immer sofort nach Erhalt ein. Rechnungen, die Sie vergessen haben einzureichen, können noch bis zu fünf Jahre nach dem Behandlungsdatum bei Ihrer Krankenkasse eingereicht werden.
7. Sie verschenken Prämienrabatte
Manche Krankenkassen offerieren Rabatte, wenn Sie die Prämienrechnung nicht monatlich, sondern bereits im Voraus halbjährlich oder jährlich begleichen (so genanntes Skonto).
Wenn eine Vorauszahlung für Sie finanziell tragbar ist, können Sie damit bis zu 2 Prozent an Prämienvergünstigungen herausholen.
Tipp: Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob es einen Skonto-Rabatt gibt, oder schauen Sie in der moneyland.ch Übersicht der Skonto Rabatte von Schweizer Krankenkassen nach.
Weitere Informationen:
Krankenkassenvergleich
Ambulante Zusatzversicherungen im Vergleich
Spital-Zusatzversicherungen im Vergleich
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