Beim Anlegen in Wertschriften können Ihnen nicht nur mögliche Kursverluste teuer zu stehen kommen – sondern auch die Gebühren. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, wie Sie die Kosten bei der Anlage in Aktien, Exchange Traded Funds (ETF) und Co. niedrig halten können.
1. Gebühren kennen
Wer in Wertschriften wie Aktien, ETF und Obligationen investiert, muss einige Gebühren im Auge behalten. Bevor Sie mit dem Anlegen beginnen, ist es ratsam, sich über die verschiedenen Kosten zu informieren.
Zu den wichtigsten Gebühren gehören:
- Transaktionsgebühren (Courtagen): Diese Gebühr fällt bei jedem Kauf und Verkauf von Wertschriften an, meist als Prozentsatz vom Transaktionsbetrag. Dabei sind in der Regel Minimalbeträge zu beachten. Manche Broker verrechnen stattdessen Pauschalbetrag pro Transaktion oder aber eine Kostenpauschale, in der alle Transaktionen inklusive sind.
- Depotgebühren: Depotgebühren werden in der Regel in regelmässigen Abständen als Prozentsatz Ihres Depotwerts erhoben, wobei Sie Mindestgebühren beachten sollten. Einige Anbieter berechnen pauschale Gebühren.
- Produktkosten: Bei Kollektivanlagen, zum Beispiel Fonds wie ETF, fallen Produktkosten an, die als Total Expense Ratio (TER) ausgewiesen werden. Die Gebühren werden dem Fondsvermögen belastet. Ein Beispiel: Beträgt die TER 0.5 Prozent, werden dem Fondsvermögen jährlich 0.5 Prozent als Gebühr entnommen.
- Börsengebühren: Zusätzlich zu den Courtagen fallen bei jeder Transaktion Gebühren für die Börse an, an der Sie eine Wertschrift kaufen oder verkaufen. Bei einigen Brokern sind Börsengebühren bereits in den Transaktionsgebühren enthalten.
- Fremdwährungsgebühren: Wenn Sie Wertschriften in einer Fremdwährung kaufen, sind je nach Broker Gebühren für die Währungsumrechnung zu beachten.
Zudem müssen Sie bei jedem Trade die eidgenössische Umsatzabgabe entrichten, wobei diese unabhängig vom Anbieter in gleicher Höhe anfällt. Wichtig: Dies betrifft nur Schweizer Broker, aber keine ausländischen Trading-Anbieter.
Broker oder Vermögensverwaltung?
Dieser Ratgeber behandelt Kosten, die anfallen, wenn Sie auf eigene Faust über einen Broker anlegen. Wer sich nicht selbst um die Geldanlage kümmern möchte, kann alternativ auch eine Vermögensverwaltung in Anspruch nehmen. Dabei sind Courtagen und Depotgebühren zumeist in den Pauschalgebühren enthalten. Die laufenden Gebühren der Anlageinstrumente fallen zusätzlich an. Günstiger als klassische Vermögensverwalter sind in der Regel digitale Anbieter, sogenannte Robo-Advisors.
2. Broker vergleichen
Wie hoch die oben genannten Kosten ausfallen, hängt in erheblichem Masse von ihrem gewählten Broker ab. Denn die Gebühren unterscheiden sich je nach Anbieter deutlich. Wer auf einen zu teuren Anbieter setzt, erweist seiner Rendite einen Bärendienst. Besser ist es, die Broker vorab interaktiv auf moneyland.ch zu vergleichen. Sie können den Vergleich ganz auf Ihre Bedürfnisse und Ihre Anlagestrategie zuschneiden. Wählen Sie dazu entweder eines der vorgefertigten Anlegerprofile oder stellen Sie Ihr Profil individuell zusammen.
Neobanken statt «klassischer» Broker?
Sie können nicht nur über traditionelle Banken und spezialisierte Online-Broker in Wertschriften investieren – auch die Smartphone-Banken Neon und Yuh bieten diesen Service an. Die beiden Neobanken können vor allem für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger eine Option sein, da sie mit geringen Transaktionsgebühren bei kleinen Anlagebeträgen aufwarten und auf Depotgebühren verzichten.
Anzumerken ist allerdings, dass das Angebot an Aktien und ETF im Vergleich zu herkömmlichen Brokern deutlich eingeschränkt ist. Wenn Ihnen ein umfangreiches Wertschriftenangebot wichtig ist, sind Neobanken für Ihre Investitionen eher nicht geeignet.
3. Anzahl der Trades minimieren
Courtagen fallen bei jeder Transaktion an. Viele Broker verrechnen diese Gebühr als Prozentsatz des Transaktionsbetrages, andere wenden wiederum Pauschaltarife an. Ein Beispiel: Beträgt die Courtage 1 Prozent, fallen bei einer Transaktion in Höhe von 1000 Franken Kosten von 10 Franken an. Häufig sind auch Mindestgebühren zu beachten.
Generell gilt: Wer ständig Wertschriften kauft und verkauft, häuft hohe Transaktionskosten an. Und Kosten wirken sich negativ auf Ihren Anlageerfolg aus.
Für ein diversifiziertes Portfolio ist es nicht nötig, viele verschiedene Einzelaktien zu kaufen. Wenn Sie einen langjährigen Anlagehorizont haben und etwa wiederkehrend in wenige ETF investieren, sind ständige Käufe und Verkäufe grundsätzlich nicht nötig. Sie sollten tagesaktuellen Kursveränderungen keine Beachtung schenken, wichtig ist einzig die langfristige Rendite.
Wer regelmässig investieren möchte, findet mit Sparplänen eine simple und oft auch kostengünstige Möglichkeit. Dabei legen Sie in einem ausgewählten Rhythmus automatisch Geld in Wertschriften an, zum Beispiel in ETF. Aus Kostensicht sind Sparpläne in vielen Fällen die bessere Wahl, denn im Gegensatz zu «normalen» Trades werden oft keine Mindestgebühren erhoben. Der Ratgeber zu Fonds- und ETF-Sparplänen gibt Ihnen die wichtigsten Informationen zum Thema – und verschafft Ihnen einen Überblick über die Gebühren verschiedener Anbieter.
4. Passive statt aktive Fonds nutzen
Mithilfe eines aktiven Fondsmanagement die Performance des Gesamtmarktes übertreffen – die Prämisse von aktiven Fonds mag einleuchten. Höher sind bei aktiv verwalteten Fonds in der Realität aber meist nicht die Erträge, sondern nur die laufenden Gebühren. Diese als TER angegebenen Kosten werden dem Fondsvermögen entnommen – und können auf Dauer gehörig zu Buche schlagen.
Aus Kostensicht ist es empfehlenswert, auf passive Fonds wie Indexfonds und die meisten ETF zu setzen. Die TER vieler passiver ETF und Indexfonds liegt unter 0.3 Prozent pro Jahr, während aktive Fonds häufig mit laufenden Kosten von mehr als 1 Prozent aufwarten.
5. TER vergleichen
Für viele Themen und Aktienindizes stehen gleich mehrere ETF zur Auswahl – die also in ähnliche oder die gleichen Titel investieren. In diesem Fall lohnt es sich, die TER der verschiedenen ETF zu vergleichen, um sich dann für den günstigsten zu entscheiden. Selbst ein auf den ersten Blick geringer Kostenunterschied kann auf lange Sicht stark ins Gewicht fallen (siehe Beispiel).
6. Günstige Börse wählen
Bei vielen Brokern können Sie verschiedene Wertschriften bei unterschiedlichen Börsen kaufen. Die Transaktionsgebühren können je nach Börse variieren. Bei anderen Brokern sind Börsengebühren gar nicht in der Courtage enthalten und werden noch zusätzlich zur Transaktionsgebühr erhoben. Es lohnt sich, sich vorab über die Kosten verschiedener Börsenplätze zu informieren – und sich dann für die günstigste Börse zu entscheiden. Börsengebühren fallen generell aber nicht sonderlich stark ins Gewicht.
7. Unnötige ETF vermeiden
ETF sind für breit gestreute Portfolios in vielen Fällen die günstigste Wahl. Dies gilt jedoch nicht unbedingt, wenn Sie in wenig diversifizierte Positionen investieren. Ein Beispiel sind ETF auf Edelmetalle oder die Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum – in solchen Fällen ist es langfristig häufig günstiger, die Werte direkt zu kaufen und auf ETF zu verzichten. Denn die laufenden Gebühren von ETF sind langfristig nicht zu unterschätzen.
Beachten Sie aber, dass die Alternative – also zum Beispiel der physische Kauf von Edelmetallen wie Gold und Silber – in der Regel auch mit Zusatzkosten verbunden ist. Welche Variante kostengünstiger ist, hängt von ihrer persönlichen Situation ab.
Hinweis: Der Artikel ist keine Anlageberatung und dient lediglich der Information. Angaben ohne Gewähr.
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