Edelmetalle wie Gold sind schon lange als Anlageklasse und Wertaufbewahrungsmittel bekannt. In diesem Ratgeber fasst moneyland.ch die wichtigsten Vor- und Nachteile zusammen, die Anlegerinnen und Anleger vor einer Investition in Edelmetalle beachten sollten.
Vorteile von Edelmetallen
Im Gegensatz zu Fiat- oder Kryptowährungen verfügen Edelmetalle über einen inneren Wert, der vor allem auf ihrer Knappheit und Nutzbarkeit fusst. Die Bestände von Gold, Silber, Platin und Palladium sind per se begrenzt, und die Produktion beschränkt sich im Wesentlichen auf wenige Länder. Edelmetalle – vor allem Silber, Platin und Palladium – erfreuen sich zudem einer hohen industriellen Nachfrage, die sich tendenziell positiv auf die Preisentwicklung auswirkt.
Ein Sparkonto haben die meisten Anlegerinnen und Anleger, auch Aktien und Exchange Traded Funds (ETF) sind inzwischen vergleichsweise verbreitet. Edelmetalle, vor allem jene abseits von Gold, haben aber nicht alle im Anlageportfolio. Sie können folglich für eine erhöhte Diversifikation sorgen – was gemäss der Faustformel «Diversifikation ist Trumpf» generell empfehlenswert ist. Ein breit gestreutes Portfolio, das verschiedene Anlageklassen umfasst, trägt dazu bei, Klumpenrisiken zu reduzieren.
Edelmetalle, allen voran Gold, geniessen seit jeher den Ruf als Krisen- und Inflationsschutz. Vor allem in unsicheren Zeiten entscheiden sich verängstigte Anlegerinnen und Anleger für Gold. Dies hängt beispielsweise damit zusammen, dass Edelmetalle mobil und im Gegensatz zu anderen Sachwerten, zum Beispiel Wein, nicht verderblich sind. Obwohl Gold nicht per se als «sicherer Hafen» taugt, hat es sich in jüngerer Vergangenheit tatsächlich als krisenresistent und gar als renditestark erwiesen.
Wichtig: Es gibt keine Garantie dafür, dass sich Goldpreise weiterhin positiv entwickeln. Die Kurse von den wirtschaftlich genutzten Edelmetallen Silber, Platin und Palladium hängen zudem mit ihrer Industrienachfrage zusammen – diese ist bei einer konjunkturellen Schwächephase in der Regel rückläufig.
Wer physisch in Edelmetalle investiert, ist von Finanzdienstleistern und sonstigen Gegenparteien unabhängig. Sie unterliegen keinem Emittentenrisiko. Das Edelmetall ist vollständig Ihr Eigentum. Wichtig: Dies gilt einzig für den physischen Kauf von Edelmetallen, nicht aber für verschiedene andere Anlageformen, etwa über Edelmetallkonten oder Edelmetall-ETF.
Nachteile von Edelmetallen
- Keine Dividenden und Erträge
Gold wirft weder Zinserträge noch Dividenden ab. Dies stellt einen Nachteil gegenüber Zinsprodukten wie Sparkonten und Kassenobligationen sowie Wertschriften wie Aktien dar. Um eine Rendite zu erzielen, sind Sie deshalb vollends auf Kurssteigerungen angewiesen.
Bei der Investition in Edelmetalle kommen Sie um laufende Kosten in der Regel kaum herum. Legen Sie mittels ETF oder Exchange Traded Commodities (ETC) an, fallen Produktgebühren (ausgewiesen als TER) an. Bei Edelmetallkonten sind Kontoführungsgebühren zu beachten.
Beim physischen Kauf können Sie theoretisch ohne laufende Kosten auskommen. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie bereits über einen adäquaten Lagerraum verfügen, der Ihnen keine zusätzlichen Kosten verursacht. Ansonsten fallen hierfür Kosten an – entweder für ein Bankschliessfach, ein bankenunabhängiges Schliessfach, ein Zollfreilager oder aber einen Tresor für zu Hause. Vor allem bei Silber und Palladium gestaltet sich die Lagerung schwierig, da Sie schon bei vergleichsweise niedrigen Anlagebeträgen grosse Mengen halten müssen.
Edelmetalle sind weniger wertstabil, als ihr Ruf suggeriert. Sowohl kurz- als auch langfristig müssen Sie sich auf eine hohe Volatilität einstellen. Vor allem die industriell genutzten Metalle Silber, Platin und Palladium können mit erheblichen Preisschwankungen aufwarten. Hinzu kommt: Dass sich langfristig eine Rendite einstellt, ist nicht garantiert. Der Blick in die Vergangenheit legt nahe, dass erhebliche Verluste potenziell immer möglich sind – auch über lange Zeiträume. Gold verlor etwa zwischen den Jahren 1980 und 2000 mehr als die Hälfte seines Wertes (in US-Dollar).
Wer physisch in Edelmetalle investieren möchte, sollte sich nicht blindlings für den erstbesten Händler entscheiden. Beachten Sie, dass Anbieter Aufschläge zum Kassapreis verrechnen, die sich negativ auf Ihre Rendite auswirken – diese Kosten können je nach Händler happig ausfallen. Um keine überhöhten Preise zu zahlen, sollten Sie die Händler vorab vergleichen.
In den meisten Fällen sind die Kursaufschläge bei Barren günstiger als bei Münzen. Sofern Sie kein Liebhaber von Sammlermünzen sind, ist es in der Regel also ratsam, sich für einen Barren zu entscheiden. Zudem sind grössere Einheiten tendenziell günstiger als kleine.
Physisches Edelmetall, Edelmetallkonto oder ETF?
Ob sich für Sie ein physischer Kauf von Edelmetallen oder aber eher Edelmetallkonten oder Edelmetall-ETF lohnt, hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen und ihrem Anlagehorizont ab. Edelmetallkonten und ETF weisen in der Regel geringe Kursaufschläge auf und sind kurzfristig meist die bessere Wahl. Langfristig können die laufenden Gebühren allerdings stark ins Gewicht fallen, was auf lange Sicht tendenziell für den Kauf in Barren oder Münzen spricht – was Ihnen auch ein Emittentenrisiko erspart.
Bei Käufen von physischem Silber, Platin und Palladium fällt in der Schweiz die Mehrwertsteuer an – im Gegensatz zu Gold. Diese Kosten schmälern Ihre Rendite erheblich. Wer die Mehrwertsteuer umgehen möchte, kann sein Edelmetall alternativ auch im Zollfreilager deponieren. Dabei fallen anstelle der Mehrwertsteuer allerdings Gebühren für die Lagerung an.
Hinweis: Der Artikel ist keine Anlageberatung und dient lediglich der Information. Angaben ohne Gewähr.
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