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Versicherungen: praktisch, nötig oder überflüssig?

Welche Versicherungen braucht man in der Schweiz? Welche sind eher überflüssig? Die Moneyland-Redaktion hilft Ihnen im folgenden Ratgeber-Artikel weiter.

Schweizerinnen und Schweizer gelten im internationalen Vergleich als besonders risikoscheu. Tatsächlich liegt die Schweizer Bevölkerung gemäss einer Studie von Swiss Re bezüglich bezahlten Versicherungsprämien international an der Spitze.

Es verwundert deshalb nicht, dass die Schweiz als Eldorado für Versicherungsfirmen gilt. Selbst exotische Versicherungen wie Hole-in-One- oder Vulkan-Versicherungen sind für Private zu haben.

Doch welche Versicherungen sind wirklich nötig? Längst nicht alle Versicherungen, die auf dem Schweizer Markt angepriesen werden, werden im Alltag tatsächlich gebraucht. Kommt hinzu, dass viele Schweizer Konsumenten verschiedene Risiken mehrfach versichert haben und so jedes Jahr zu viel Prämien bezahlen.

Wirklich nötig sind nur Versicherungen gegen Risiken, die sich existenzbedrohend auswirken könnten. Die Moneyland-Redaktion bespricht im Folgenden die wichtigsten Schweizer Versicherungen und beurteilt sie hinsichtlich ihrer Notwendigkeit.

1. Krankenkasse

An der Krankenversicherung führt kein Weg vorbei: Für Schweizerinnen und Schweizer ist die Krankenkassen-Grundversicherung obligatorisch. Sie deckt die wichtigsten Arzt- und Spitalkosten im In- und Ausland.

Die obligatorische Krankenkasse ist teuer – ein regelmässiger Prämienvergleich ist daher zu empfehlen. Für Personen mit geringem Einkommen sind Prämienverbilligungen möglich.

Für zusätzlichen Versicherungsschutz gibt es freiwillige Zusatzversicherungen (siehe weiter unten), die sich je nach Bedürfnis und persönlicher Situation lohnen können.

Fazit: Obligatorisch.
Preis: Teuer.

2. Haftpflichtversicherung

Die Privathaftpflicht-Versicherung springt dann ein, wenn die versicherte Person einen Schaden verschuldet. Je nach Schaden, Unfall und Spätfolgen kann die Schadensumme exorbitante Höhen erreichen und den Verursacher finanziell ruinieren, falls er nicht versichert ist.

Eine Privathaftpflicht-Versicherung ist also unbedingt zu empfehlen. Privathaftpflicht-Versicherungen werden in der Regel als Paket zusammen mit Hausratversicherungen angeboten. Die Prämien sind verhältnismässig moderat.  

Fazit: Unbedingt empfehlenswert.
Preis: Moderat.

3. Hausrat-Versicherungen

Die Hausrat-Versicherung übernimmt verschiedene Schäden an Ihrem Eigenum, in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung. Auch das Eigentum ausserhalb Ihrer vier Wände (zum Beispiel Ihr Velo oder Laptop) lässt sich im Rahmen der Hausratversicherung versichern.

Hausratversicherungen werden in der Regel zusammen mit einer Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen. Da die Schäden sehr teuer werden können, die Prämien aber verhältnismässig günstig sind, lohnen sich Hausratversicherungen in den meisten Fällen.

Ausnahme: wenn Sie (etwa als Student in einer Wohngemeinschaft) keine wertvollen Gegenstände besitzen, brauchen Sie nicht unbedingt eine eigene Hausratversicherung.

Fazit: In den meisten Fällen empfehlenswert.
Preis: Moderat.

4. Auto- und Motorradversicherung: Haftpflicht

Die Auto-Haftpflichtversicherung ist für Automobilisten obligatorisch – dasselbe gilt für Motorrad-Haftpflichtversicherungen. Die Versicherung deckt Schäden, die Sie mit Ihrem Auto oder Ihrem Töff bei Dritten verursachen.

Der so genannte Insassen-Unfallschutz ist hingegen unnötig, wenn die Insassen bereits über die Krankenkasse oder den Arbeitgeber unfallversichert sind.

Fazit: Obligatorisch für Automobilisten.
Preis: Teuer.

5. Auto- und Motorradversicherung: Kasko

Teilkasko- und Vollkasko-Versicherungen sind freiwillig. Während Teilkasko-Deckungen – ausser im Fall von Billigfahrzeugen – eine gute Wahl sein können, sind die teuren Vollkasko-Versicherungen längst nicht in allen Fällen sinnvoll. Für Fahrzeuge, die bereits einige Jahre alt sind, genügt in der Regel eine Teilkasko-Versicherung.

Fazit: Nicht immer empfehlenswert.
Preis: Teuer.

6. Lebensversicherungen: Todesfall

Wenn Sie Angehörige haben, die nach Ihrem Tod aus finanziellen Gründen existentielle Probleme bekommen könnten, kann sich eine Todesfall-Risikoversicherung für Sie lohnen. Andernfalls ist eine solche Lebensversicherung nicht nötig.

Fazit: Für bestimmte Fälle empfehlenswert.
Preis: Eher teuer.

7. Lebensversicherungen: Sparen

Neben Todesfall-Risikoversicherungen gibt es verschiedene Varianten von Sparversicherungen. Diese lohnen sich nur in seltenen Fällen. Auch von Mischvarianten mit Risikoversicherungen ist allgemein abzuraten.

Fazit: In der Regel nicht empfehlenswert.
Preis: Eher teuer.

8. Reiseversicherungen

Reiseversicherungen lohnen sich für günstige Reisen in der Regel nicht. Das Gepäck kann auch im Rahmen der Hausratversicherungen versichert werden. Wer häufig verreist oder eine teure Reise plant, ist mit einer Jahresreiseversicherung hingegen gut beraten. Für eine einzelne kürzere Reise gibt es als Alternative auch zeitlich beschränkte günstigere Einzelversicherungen.

Fazit: Je nach Fall empfehlenswert.
Preis: Moderat.

9. Tierversicherungen

Arztkosten können auch für Ihre Haustiere ganz schön ins Geld gehen. Leider sind Tierversicherungen auch nicht gerade günstig und lohnen sich nicht immer. Ohne Hilfsmittel ist ein Vergleich schwierig, da es eine Vielzahl von unterschiedlichen Versicherungsvarianten gibt.

Um zu überprüfen, ob sich eine Katzen- oder Hundeversicherung lohnt, hat moneyland.ch einen speziellen Vergleich für Tierversicherungen entwickelt. Dieser zeigt automatisch die beste Variante pro Anbieter an. Zudem erfahren Sie, ob sich die beste Variante pro Anbieter bezüglich der möglichen Arztkosten für Ihr Haustier lohnt.

Fazit: Nicht immer empfehlenswert.
Preis: Eher teuer.

10. Rechtsschutz

Prinzipiell gibt es zwei Typen von Rechtsschutz-Versicherungen: Privat- und Verkehrsrechtsschutz. Ein Rechtsschutz lohnt sich nicht «auf Vorrat». Vielmehr müssen Sie genau wissen, wofür Sie einen Rechtsschutz im Fall der Fälle in Anspruch nehmen möchten.

Vor einem Abschluss müssen Sie sich vergewissern, dass die gewünschte Rechtsschutz-Versicherung Ihre Risiken überhaupt abdeckt. Dabei hilft Ihnen der Rechtsschutz-Vergleich von moneyland.ch: damit können Sie nicht nur die Prämien, sondern auch die Leistungen der verschiedenen Schweizer Anbietern vergleichen. Filterkriterien ermöglichen es, die gewünschten Rechtsgebiete nach Leistungsumfang zu sortieren.

Fazit: Je nach Fall empfehlenswert.
Preis: Eher teuer.

11. Ambulante Zusatzversicherungen

Ambulante Zusatzversicherungen werden von Krankenkassen im Paket mit diversen Zusatzleistungen angeboten, beispielsweise für Fitness-Abos, Unfalltransporte, alternative Medizin, Medikamente, Reisen im Ausland, Brillen und Kontaktlinsen oder Zahnkorrekturen.

Sie werden zwar nie alle Zusatzleistungen eines Pakets benötigen. Fragen Sie sich aber vor einem Versicherungsabschluss, welche Leistungen Sie (regelmässig oder im Notfall) wirklich brauchen und ob sich die Versicherung in Ihrem persönlichen Fall rechnet.

Fazit: Je nach Fall empfehlenswert.
Preis: Moderat bis eher teuer.

12. Spital-Zusatzversicherungen

Spitalversicherungen gibt es im Wesentlichen in drei verschiedenen Hauptvarianten: allgemeine, halbprivate und private Abteilung. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit eines so genannten Flex-Modells, das die spontane Wahl der Abteilung erlaubt.

Die Zusatzversicherungen für die halbprivate und private Abteilung und die damit verbundene freie Arztwahl sind in der Regel teuer. Die Versicherungen lohnen sich nur dann, wenn Ihnen eine freie Arztwahl und die Unterbringung in einem Einbett- oder Zweibett-Zimmer wichtig sind.

Fazit: Nicht immer empfehlenswert.
Preis: Teuer.

13. Handy-Versicherungen

Handy-Versicherungen sind verhältnismässig teuer und decken längst nicht alle Schadenfälle ab. So ist Diebstahl häufig nicht versichert. Eine allfällige Reparatur von versicherten Display-Schäden ist überdies häufig günstiger als die verrechneten Versicherungsprämien. Weitere Informationen finden Sie hier.

Fazit: Meistens überflüssig.
Preis: Verhältnismässig teuer.

Individueller Versicherungsvergleich

Gerade für komplexere Versicherungen ist eine genauere Bedürfnisanalyse nur anhand einer individuellen Abklärung möglich, die das persönliche Risikoprofil berücksichtigt. Bei Interesse nehmen Sie einfach unverbindlich mit dem Moneyland-Team Kontakt auf.

Nach der Bedürfnisanalyse lohnt sich ein Vergleich der Kosten und Leistungen der gewünschten Versicherungen. Die Anbieterunterschiede sind häufig beträchtlich.

Ihre Moneyland-Redaktion

Weiterführende Informationen:
Überversicherung: was ist das?
Mehrfachversicherungen: wie verhindern?
 

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